Normando Hernández Gonzalez - Biographie


 

Normando Hernández Gonzalez - 25 Jahre Haft

Normando Hernández Gonzalez, Maschinenbauingenieur und unabhängiger Journalist, wurde im April 2004 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Er ist Ehrenmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.

Die kubanische Staatssicherheit klagte den Direktor der Unabhängigen Journalistenschule in Camagüey an, mit seinen Artikeln in cubanet.org und seinen Interviews in dem kubanischen Auslandssender Radio Martí den kubanischen Staat zu gefährden. Seine Artikel seien gesellschaftlich gefährdend und zielen darauf ab, den bewaffneten Überfall einer ausländischen Macht auf den Inselstaat zu ermöglichen.

Der Journalist hatte vor seiner Festnahme geplant, Kuba mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter zu verlassen. Die Familie besaß bereits eine Einreisegenehmigung der USA, doch die kubanische Regierung weigerte sich, ihre Ausreise zu bewilligen. Mehr als 16 Monate hoffte das Paar, die Insel verlassen zu können. Mit der Verhaftung Normandos im März 2003 platzte der Traum von einem Leben in Freiheit. Der 37-Jährige gehört zur Gruppe der 75 im Frühjahr 2003 verhafteten Journalisten und Oppositionellen. Derzeit sitzt er in der Haftanstalt Kilo 7 in Camagüey.

Opfer von Misshandlungen

Nach vier Jahren Gefängnis ist sein Gesundheitszustand aufgrund der unmenschlichen Haftbedingungen sehr schlecht, seine Familie bangt um sein Leben. Der Journalist wird täglich Opfer von Gewalttaten der Gefängnisaufseher und von kriminellen Mitgefangenen. Er wird bedroht, geschlagen und unter Isolationshaft gestellt. Auf seine Weigerung, die gewöhnliche Gefangenenkleidung zu tragen, wurde er von Gefängniswärtern zur Strafe an den Haaren aufgehängt. Hernández Gonzalez trat bereits mehrmals in den Hungerstreik, um gegen die unwürdigen Haftbedingungen zu protestieren. Mittlerweile hat er mehr als 15 Kilo verloren. Der Menschenrechtsaktivist gehört den "Plantados", einer Gruppe Gefangener an, die sich allen Befehlen der Wärter, die ihre Ehre verletzen, widersetzen. Auch das macht ihm zu einem Opfer willkürlicher Gewalt durch die Gefängnisaufseher.

Absichtlich mit TBC infiziert

Seine Frau, Yaraí Reyes, ist verzweifelt, weil sie Normando nur sehr selten besuchen kann. Ständig hofft sie auf ein Lebenszeichen ihres Mannes. Er ist mangelernährt und wiegt nur noch rund 50 Kilo. Die Gefängnisleitung hat den Angehörigen verboten, Normando mit Lebensmitteln zu versorgen. Im Januar 2005 musste er zum ersten Mal in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Seine Frau, die ihn damals besuchen konnte, war ge¬schockt über seine Verfassung. Er litt an einer chronischen Magenschleimhautentzündung. Zwei seiner Wirbel waren gequetscht, sein Körper war mit Prellungen übersät - Folgen von Schlägen und Misshandlungen. Im selben Krankenhaus wurde er auch wegen Verdacht auf Darmkrebs untersucht. Allerdings kam es nie zu einer Diagnose. Hernández Gonzalez beschuldigt die Aufseher seiner ersten Haftanstalt Kilo 5 1/2 in Pinar del Rio, ihn absichtlich mit Tuberkulose infiziert zu haben. Auch für seine Magen-Darm-Erkrankung gibt er den Militärbeamten die Schuld. Er leidet zudem an Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Allergien und Schwindelanfällen. Keine dieser Krankheiten wird behandelt.

Schleichende Ermordung

Im Dezember 2006 wurde er erneut in ein Krankenhaus eingewiesen, nachdem er mehre¬re Male das Bewusstsein verloren hatte. Mitgefangene versuchten ihm zu helfen und informierten kubanische Menschenrechtsaktivisten. Normando klagt das Castro-Regime an, seine 2schleichende Ermordung" herbeizuführen. Mithäftlinge und Freunde bestätigen dies. Nach letzten Meldungen schwebt er in Lebensgefahr.

 

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