Pakistan: Blasphemiegesetz abschaffen!


 

 

 

Auf "Blasphemie" steht in Pakistan noch immer die Todesstrafe.

 

 

Beispiel: Younis Masih

Der zu dem Zeitpunkt 35-jährige pakistanische Christ Younis Masih, Vater von drei Kindern, war am 30. Mai 2007 wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt worden. Masih hatte sich am 9. September 2005 bei einem Nachbarn wegen lautstarker Musik gegen Mitternacht beschwert.  Am nächsten Tag wurde er von etwa 40 Muslimen überfallen und bewusstlos geschlagen. Die Menge ließ erst von ihm ab, als sie ihn für tot hielt. Masihs Frau, die ebenfalls geschlagen wurde, und ein Cousin brachten den schwer Verletzten nach Hause. Als er wieder bei Kräften war, zeigte er die Täter an. Doch sie beschuldigten nun ihn, den Propheten Mohammed und den örtlichen Imam beleidigt zu haben. Das bestreiten Masih und seine Frau. Der islamische Geistliche, der die Feier abgehalten hatte, reichte Klage gegen Masih wegen Blasphemie ein.

 

Während des Gerichtsverfahrens wurden die Aussagen des Christen per Videoaufnahme in den Gerichtssaal übertragen, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Der Anwalt des muslimischen Geistlichen, der die Klage gegen Masih eingereicht hatte, bedrohte nach Angaben der IGFM während des Prozesses den Verteidiger des Angeklagten, Parvez Aslam Choudry. Ein anonymer Anrufer hatte am 9. Juni 2007 dem Anwalt und dessen Mandanten mit der Ermordung gedroht.

 

Ein Gericht in Lahore im Osten Pakistans verurteilte Younis Masih am 30. Mai 2007 zum Tode wegen angeblich abfälliger Äußerungen über den Propheten Mohammed und entschied gleichzeitig, dass er zusätzlich eine Geldstrafe von umgerechnet 1.230 Euro zahlen muss. Younis Masih befindet sich im Kot Lakhpat Gefängnis in Lahore in Haft. Er wurde bisher zwei Mal von Mitgefangenen überfallen und schwebt weiter in der Gefahr, in der Haft von extremistischen Muslimen misshandelt oder umgebracht zu werden. Sein Berufungsverfahren ist anhängig.


Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main kritisiert, dass die Blasphemiegesetze in Pakistan dazu missbraucht wird, gegen die christliche Minderheit vorzugehen. Von den ca. 156 Millionen Einwohnern des Landes sind 96 Prozent Muslime, 2,3 Prozent Christen und 1,5 Prozent Hindus.


Bitte appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari, dass das Todesurteil umgehend aufgehoben wird.

 

 

 

 

[Unterschriftenliste zur Abschaffung des Blasphemiegesetzes, pdf, 64 kB ...]

[Appellvorschlag zu Younis Masih ...]

[Wie schreibe ich einen Appell? ...]

[zur online Spende ...]

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

designed by WIV-GmbH