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Stalin schickte Millionen in Gefängnisse und Lager
Wer überlebt hat, ist heute arm, einsam und hilfsbedürtig
Die IGFM unterstützt ehemalige politische Gefangene der Stalinära, die heute 80 Jahre und älter sind. Als sogenannte "Feinde des Volkes" haben sie jahrelang unschuldig in Gefängnissen und Lagern verbracht. Hunderttausende sind in Gruben, Minen, beim Bau von Kanälen, beim Straßen- und Trassenbau in der Tundra und hinter dem Polarkreis umgekommen.
Die Überlebenden haben die besten Jahre ihres Lebens in Gefangenschaft verbracht. Die Angehörigen sind tot, oder man hat sie aus den Augen verloren. Die Sklavenarbeit in den Lagern wird vom Staat nicht als Berufstätigkeit anerkannt, die Opfer erhalten daher nur die Mindestrente. Damit werden sie zum zweiten Mal hart bestraft. Die monatliche Zuwendung von etwa 20 Euro bedeutet nach Abzug der Miete noch rund einen halben Euro pro Tag zum Leben.
Über tausend Adressen sind uns bekannt. Mit einem Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern werden die Alten besucht, man spricht mit ihnen und schreibt ihre Erlebnisse als Zeugnisse der Schreckensherrschaft auf, macht für sie Besorgungen und hilft ihnen. Die meisten von Ihnen sind auf finanzielle Hilfe dringend angewiesen.
Asja Tsopanova gehört dazu:
"Liebe, teure Freunde! Wie haben Sie mich gefunden?! Recht haben die Menschen, die sagen, Berge bewegen sich nicht zueinander, dafür aber die Menschen. Die Welt besteht doch zum größten Teil aus guten Menschen! Ich war ein Mädchen vom Lande. Mein Vater wurde 1937 verhaftet, weil er vor der Revolution mit zwei Kreuzen des hl. Georg (die höchsten Auszeichnungen für Soldaten) ausgezeichnet war. Kurz darauf wurde er erschossen. Meine Mutter, sie war Lehrerin, wurde daraufhin aus der Schule geworfen und blieb allein mit fünf Kindern.
Als die Deutschen den Rückzug antraten, bat meine Mutter sie, mich mitzunehmen. Bei den Deutschen habe ich als Sanitäterin gearbeitet. Ein deutscher Arzt hat mich in sein Krankenhaus für die Verwundeten mitgenommen. So kam ich nach Deutschland. Es war fürchterlich, allein, Bombenangriffe, Angst, verhaftet und getötet zu werden. Beim Einmarsch der Roten Armee wurde ich gefaßt und mußte als Dolmetscherin arbeiten. Nach kurzer Zeit erfuhren meine neuen Vorgesetzten, daß mein Vater als "Feind des Volkes" erschossen wurde, die Mutter im Lager umgekommen war und ein Bruder 10 Jahre Haft erhielt. Ich bekam 10 Jahre Lagerhaft und wurde nach Sibirien verfrachtet, wo wir, "politische" Mädchen, 12 Stunden am Tag bei der Waldrodung gearbeitet haben.
Nach acht Jahren wurde ich zwar entlassen, aber meine bürgerlichen Rechte wurden mir aberkannt: Ich durfte nicht in den Städten wohnen. In einem Bergwerk habe ich Arbeit gefunden. 1962 wurde ich rehabilitiert. Ich beziehe eine kleine Rente, die reicht, um am Leben zu bleiben. Ich hatte ein schreckliches Leben. Ich bedanke mich sehr bei Ihnen. Umarme und küsse Sie." Asja Tsopanova (Wladikawkas / Nordkaukasus)
IGFM-Mitglieder haben viele solcher bewegenden Berichte gesammelt und wir hoffen, die Leiden der "Feinde des Volkes" publizieren zu können. Erste Priorität hat jedoch die Hilfe. Dazu gehören auch Pakete. Um unnötige Zollschikanen zu vermeiden und Transportkosten einzudämmen, packen unsere Mitglieder in Kiew, Moskau, St. Petersburg und in anderen Städten die Pakete selbst und bringen sie an den orthodoxen Weihnachtsfeiertagen Anfang Januar zu den bedürftigen Alten. Ein Paket kostet etwa 35 Euro. Bitte helfen Sie!
Spendenkonto
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