Pressekonferenz zur Situation der Christen in Ägypten


IGFM-Pressekonferenz zur aktuellen Situation der Christen in Ägypten. Im Mittelpunkt standen Kopten und Konvertiten.
Bischof Anba Damian sprach über die Lage der Koptisch-Orthodoxen Kirche nach der Revolution
Der Konvertit Maher el-Gohary berichtete von den Angriffen und Drohungen gegen ihn und seine Tochter. Bei einem Attentat gegen ihn wurde er schwer verletzt.

Köln, 20. September 2011 - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat die Bundesregierung aufgefordert, Entwicklungsgelder für Ägypten stärker mit Bedingungen zu verknüpfen. Es gibt weiterhin politisch motivierte Festnahmen und Folter durch die jetzige Militärregierung, erklärten Vertreter der IGFM am Dienstag vor Journalisten in Köln. Wer das Militär kritisiert, hat mit drastischen Strafen zu rechnen, so der IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Deshalb muss stärker darauf geachtet werden, wer die Gelder erhält.

 

Mit Blick auf die für November geplanten Wahlen in Ägypten sind die europäischen Staaten in der Pflicht, mehr für demokratische Strukturen zu leisten. Für Unterstützer der Demokratiebewegung, religiöse Minderheiten, Journalisten und Blogger hat die nichtdemokratische Militärregierung "de-facto das Regime Mubaraks" nur ersetzt. Geändert hat sich aber der Mut vieler Ägypter. "Es gibt jetzt eine Pluralität von Meinungen, wie sie unter Mubarak nicht möglich war", betonte Lessenthin.

 

Allerdings erstarkten auch radikal-islamische Vereinigungen, sagte der Bayreuther Ägypten-Experte Fouad Ibraham. Er prognostiziere den Einzug von radikalen Gruppierungen in das neue Parlament, darunter die ?Muslimbrüder? mit starker Mehrheit. "Sie waren die einzige Opposition unter Mubarak, die überlebt hat", sagte der emeritierte Professor für Sozialgeographie. Darauf beruhe ihre große Anhängerschaft. Die Entstehung eines "Gottesstaates" nach dem Muster des Irans sei nicht auszuschließen.

 

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