Gründung der IGFM-Arbeitsgruppe in den USA am 13. Oktober 2012

Dem Vorstand gehören an (von links): Natalia Carvajal (New York), Patricia Andrade (Miami), Dr. Samuel Zhou (stellv. Vorsitzender), Martin Lessenthin (IGFM Vorstandsprecher, leitete die Veranstaltung), Shafik Botros (Greanfield, Wisconsin), Normando Hernandes (Miami, Vorsitzender),Pedro Pablo Alvarez Ramos (Miami), Dr. Mike Agaiby ( Tampa, stellv. Vorsitzender), Laida Carro (Miami), Dr. Darsi Ferrer (Miami, Medical Working Group), nicht im Bild Erping Zhang (New York).

 

 

 

Beschwingte Aufbruch-Stimmung herrschte am 13. Oktober 2012 in der Gedenkstätte "Casa del Preso" in Miami. Die International Society for Human Rights USA wurde gegründet. Eingeladen hatte die IGFM Deutsche Sektion e.V. An der Veranstaltung nahmen 74 Personen teil.
Normando Hernandez Gonzales, ehemaliger politischer Gefangener in Kuba, wurde zum Vorsitzenden der IGFM-Arbeitgruppe in den USA gewählt.

Beschwingte Aufbruch-Stimmung herrschte am 13. Oktober 2012 in der Gedenkstätte "Casa del Preso" in Miami. Die International Society for Human Rights USA wurde gegründet. Eingeladen hatte die IGFM Deutsche Sektion e.V. Ihr hatten sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Mitglieder mit Wohnsitz in den USA angeschlossen. An der Veranstaltung nahmen 74 Personen teil, darunter die deutsche Generalkonsulin Eva Gräfin Kendeffy, die Präsidentin von Mothers Against Repression, Sylvia Iriondo und der Präsident des Casa del Preso, Luis Infante.

Die Veranstaltung wurde vom Vorstandssprecher der IGFM Deutschland, Martin Lessenthin geleitet. Zu Beginn der Veranstaltung gedachten die Anwesenden der in den vergangenen 12 Monaten verstorbenen Bürgerrechtler und Freunde der IGFM Oswaldo Payá Sardinas, Laura Ines Poullan Toledo (beide Kuba), Vaclav Havel (Tschechien) und Pierre Dubois (Chile).

Lessenthin berichtete über die Arbeit der IGFM  seit der Gründung 1972 in Frankfurt am Main. Er beleuchtete die Arbeit in den ersten zwanzig Jahren für Menschenrechte mit Schwerpunkten in Ostdeutschland, der Sowjetunion und Osteuropa und die Arbeit für Kuba und Tschechien seit 1977. Er schilderte, wie die IGFM Deutschland sich stets für die Gründung neuer IGFM Gruppen in anderen Ländern einsetzte und nannte die Namen bekannter Bürgerrechtler für die sich die IGFM erfolgreich eingesetzt hatte, darunter auch kubanische Bürgerrechtler wie Armado Valladares, Dr. Ricardo Bofill und Rudolfo Gonzalez. Danach schilderte Lessenthin die aktuelle Arbeit der IGFM Deutschland für Meinungs- und Religionsfreiheit, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Einparteien-Diktaturen wie China, Kuba, Vietnam und in islamischen Staaten wie Iran, Pakistan, Irak und Ägypten. Er führte zahlreiche Beispiele für politisch, religiös, ethnisch und strukturell bedingte Menschenrechtsverletzungen an und wies darauf hin, dass die neu zu gründende IGFM in den USA sich ebenfalls inhaltlich und personell breit aufstellen solle.

Danach fokussierten Sylvia Iriondo, Prof. Samuel Zhou und Patricia Andrade die Menschenrechtslagein drei Ländern, die für die Arbeit der IGFM USA eine besondere Bedeutung haben: Kuba, China und Venezuela. Frau Iriondo ging in ihrer Rede auch auf die bisherige gemeinsame Arbeit mit der IGFM Deutschland ein, die sie durch zahlreiche Begegnungen in Deutschland und die ständige Zusammenarbeit von IGFM und M.A.R. besonders gut kennt und sprach den Anwesenden Mut zu, den Weg der IGFM Deutschland auch in den USA zu beschreiten. Prof. Zhou erläuterte die Bedeutung der Medienarbeit über Internet und Satellit für die Informations- und Meinungsfreiheit der Menschen in Staaten wie der Volksrepublik China. Patricia Andrade berichtete über die aktuelle Lage der Menschenrechte in Venezuela nach den Wahlen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Dr. Darsi Ferrer (im Bild rechts) zum Leiter der Medical Working Group bestimmt. Dr. Ferrer war zuvor auch wegen seiner Verdienste bei der Gründung der IGFM Kuba geehrt worden. Weitere Ehrungen galten Dr. Ricardo Bofill und Jorge Luis Garcia Perez, die ihre Auszeichnungen nicht persönlich entgegen nehmen konnten.

 

Gewählt wurde ein neunköpfiger Vorstand unter Vorsitz des ehemaligen kubanischen politischen Gefangenen Normando Hernandez Gonzales. Die Gründer wählten auch die ersten Mitglieder für das Kuratorium (Honorary Board) der IGFM USA: Bob Fu, Frank Calzon, Dr. Jose Garcia Paneque, Dr. Reinhard Gnauck, Martin Lessenthin und Fr. Francis Azis. Der neu gewählte Vorstand will in den kommenden Monaten weitere Persönlichkeiten für eine Mitwirkung im Kuratorium der IGFM USA gewinnen.



Ansprache von Erping Zhang, Vorsitzender der Association für Asian Research, zur Gründung der IGFM-USA am 13. Oktober 2012 in Miami

Erping Zhang der wegen einer familiären Angelegenheit nicht an der Gründungsveranstaltung der IGFM-Arbeitsgruppe in den USA teilnehmen konnte, wurde in Abwesenheit zum Vorstandsmitglied gewählt.
Die deutsche Generalkonsulin Eva Gräfin Kendeffy bei ihrem Grußwort im Namen der Bundesrepublik Deutschland anlässlich der Gründung, der IGFM-Arbeitsgruppe in den USA.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde Dr. Darsi Ferrer (im Bild links) zum Leiter der Medical Working Group bestimmt. Dr. Ferrer war zuvor auch wegen seiner Verdienste bei der Gründung der IGFM Kuba geehrt worden.

Sehr geehrter Herr Lessenthin, meine Damen und Herren:

Es ist schade, dass ich wegen einer unerwarteten familiären Angelegenheit auf die Fahrt in das sonnige Miami verzichten musste, obwohl ich mich schon auf dieses IGFM-Treffen vorbereitet hatte. Dennoch, mein Herz ist bei jedem einzelnen von euch, den Freiheitskämpfern und -verteidigern. Ich hatte das Vergnügen, letztes Jahr bei der IGFM-Konferenz in Deutschland zu sprechen, und war ungeheuer beeindruckt von der Leistung der IGFM, wenn sie hilft, kritische globale Angelegenheiten in Sachen Menschenrechte zu beleuchten, vor allem in dieser Zeit einer historischen Entwicklung der Menschheit.

Trotz eines Fortschritts im Bereich der Demokratisierung auf der ganzen Welt sind wir uns auch darüber im Klaren, dass Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen in vielen Regionen so grassierend sind wie eh und je, vor allem in kommunistischen Staaten wie China.

Auf der internationalen Bühne hat China, eine diktatorische Gesellschaft, sein Veto  gegen viele UN-Resolutionen und Sanktionen gegen Staaten eingelegt, die routinemäßig Menschenrechte verletzen. China fährt fort, militärische und technologische Unterstützung für verbrecherische Staaten bereit zu stellen, und beeinflusst außerdem das Weltgeschehen durch Handel, Markt und finanziellen Zugang.

In China selbst ist die Volksrepublik der größte Verletzter von  Menschenrechten auf der Welt, indem es mehr Gefangene hinrichtet und mehr Journalisten inhaftiert als der Rest der Welt zusammen. China fährt fort, die Ein-Kind-Politik zu erzwingen, das Internet zu zensieren und, das Schlimmste, es "erntet" Organe von Glaubensgefangenen für Profit, insbesondere von inhaftierten Praktizierenden der spirituellen Gruppe Falun Gong. Im letzten Monat führte der US Kongress eine gemeinsame Ausschuss Anhörung zum Thema Organraub an politischen und religiösen Gefangenen in China durch.

Während Kommunismus Gleichheit beansprucht, ist dennoch Korruption das Kennzeichen dieses politischen Systems. Professor Carsten A. Holz, ein Wirtschaftswissenschaftler an der Universität für Wissenschaft und Technik in Hongkong, schrieb in der Far Eastern Economic Review: "Wir ignorieren die Tatsache, dass von den 3.220 Chinesen mit einem persönlichen Vermögen von 100 Millionen Yuan (12,3 Mio. Euro) oder mehr 2.932 Kinder von hochrangigen Kadern sind. Von den Schlüsselpositionen in den fünf Industriesektoren - Finanzen, Außenhandel, Landentwicklung, technische Großprojekte und Sicherheiten - sind 85% bis 90% im Besitz von Kindern hochrangiger Kader."

Die Chinesische Öffentlichkeit hat schon jetzt die Nase voll von den sich verschlechternden politischen Institutionen in China. Im letzten Jahr gab es mehr als 100.000 Gruppenproteste in China, auch wenn nur wenige westliche Medien davon berichteten.

Warum sind Angelegenheiten aus China so bedeutend für die Welt? Das kommt nicht nur daher, dass wir täglich seine Produkte konsumieren, sondern auch daher, dass seine autoritären Werte auch die Lebensart im Rest der Welt beeinflussen werden. Eine chinesische Kulturshow mit dem Namen Shen Yun Performing Arts wurde in Athen von der griechischen Regierung unter dem Druck aus Beijing abgesagt, weil diese Show für Menschenrechte und traditionelle chinesische Kultur plädiert. Viele Demokratie-Aktivisten vertreten die Meinung, dass wenn die kommunistische Diktatur in China zusammenbräche, eine zivile Gesellschaft, regiert von der Herrschaft des Gesetzes, sich in Asien ausbreiten würde - auch anderswo.  Schließlich hängen viele der Instabilitäts- und Sicherheitsprobleme in Asien und anderswo  mit der kommunistischen Diktatur in China zusammen.

Wir kämpfen nicht nur für Freiheit für uns selbst, sondern für alle, vor allem für die undemokratischen Staaten. So lange ein Viertel der Weltbevölkerung unter der Kontrolle einer kommunistischen Diktatur bleibt, stehen Frieden und Freiheit überall auf dem Spiel.

Jede Ära hat ihr eigenes definierenden Moment - jeder einzelne von uns lebt nun in einem Zeitalter, in dem unser Gewissen mit historischen Entscheidungen konfrontiert wird: für Geschichte, Gerechtigkeit und Humanität Partei ergreifen, oder unseren Charakter hintergehen und stumm oder gleichgültig bleiben angesichts von Ungerechtigkeit, Brutalität und Übergriffen auf die moralischen Grundlagen der Menschheit heute. Wenn wir uns nicht entscheiden, ein Teil der Lösung zu sein, können wir gut ein Teil des Problems sein.

Der römische Philosoph Lucius Seneca sagte: "Ein Königreich, gegründet auf Ungerechtigkeit, wird niemals bestehen." Die Geschichte zeigt, dass Gerechtigkeit am Ende die Oberhand gewinnen wird und dass das Licht von Aufrichtigkeit, Mitgefühl und Toleranz Hoffnung für die Menschheit bringen wird und die segnen wird, die sich auf die Seite der Geschichte stellen.

Danke sehr.

 

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