Auf den Bahnhöfen, auf den Märkten, vor Geschäften in der Ukraine sieht man sie: Schmutzige Kinder und Jugendliche in abgerissener Bekleidung betteln. Vor den Hotels um 4 Uhr Morgens bei minus 12, um einen Gast auf dem Weg zum Flughafen zu erwischen. Sie laufen hinter einem her und man wird sie nicht los. Junge Mädchen bieten sich älteren Herren an. Für ältere Damen rekrutieren die Zuhälter junge Knaben. Man muß überleben, und im Winter ist das Überleben schwieriger. Sie leben in Kellern, auf Dachböden, in Hausfluren, in leerstehenden Wohnungen oder einfach in der Kanalisation. Im Winter sind die Tunneln mit wärmenden Heißwasserrohren unter der Straße ihr Zuhause. Es ist zwar stinkig und stickig, dreckig und unbequem, aber in den eiskalten Winternächten der einzige warme Ort. Die IGFM sucht Straßenkinder in ihren Verstecken auf, hilft ihnen, den Winter zu überstehen und versucht, sie in Heime oder Pflegefamilien zu vermitteln. |