77jährige Chinesin ist "Gefangene des Monats April 2008"
Shuang Shuying: Im Gefängnis dem Tode nah
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Shuang Shuying mit Ehemann Hua Zaichen. Bild: Epoch Times (epochtimes.com) |
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben die 77-jährige Chinesin Shuang Shuying als "Gefangene des Monats April 2008" benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen.
Die Protestantin und ihr Sohn, der Hauskirchenleiter Hua Huiqi, waren am 26. Januar 2007 auf offener Straße von Polizisten überfallartig festgenommen worden. Während der Sohn nach einem halben Jahr aus der Haft entlassen wurde, befindet sich die herz- und diabeteskranke Frau weiter in einem Pekinger Gefängnis. Am 26. Februar 2007 wurde sie wegen "absichtlicher Zerstörung öffentlichen und privaten Eigentums" zu zwei Jahren Arbeitslager und Gefängnis verurteilt. Frau Shuying soll angeblich ein Auto und einen Computer beschädigt haben. Diese Vorwürfe sind der IGFM zufolge völlig haltlos. Der wahre Grund ist, dass Frau Shuying sich für Menschenrechte und das Recht einsetzte, ihren Glauben praktizieren zu dürfen.
Frau Shuyings Haftanstalten: Straflager der Chongwen-Abteilung des Pekinger Sicherheitsdienstes und das Pekinger Frauengefängnis. Infolge der Folter, der sie in der Haft ausgesetzt wird, und des Schlafentzugs leidet sie an extremen Mangelerscheinungen und ist bereits beinahe blind und gehörlos. In einem Hilferuf an die China Aid Association (CAA) schilderte ihre Schwiegertochter Wei Jumei ihr Entsetzen über Frau Shuyings kritischen Zustand: "Sie ist schwer krank. Ihre Hände zittern, ihr Gesicht ist fahl, sie hat ein Drittel ihres Körpergewichts verloren. Sie leidet an schwerer Diabetes, Bluthochdruck, grauem Star und Nervenentzündung. Die ständige Verhöhnung und Beschimpfung durch Mitinsassen, der Terror des Gefängnispersonals und psychologischer Druck verschlimmern ihren Zustand zusätzlich". Frau Shuyings Sohn wird jetzt von staatlichen Stellen unter Druck gesetzt: gegen Freilassung seiner Mutter soll er andere Christen verraten. Laut Auskunft eines Polizisten, der Hua aufsuchte, würde seine Mutter auf Anweisung von hohen Regierungsbeamten als Geisel gehalten, um von Hua zu erzwingen, seine religiöse und menschenrechtliche Tätigkeit aufzugeben.
Frau Shuying kennt Verfolgung seit Kindheit auf. Ihr Vater Shuang Deli wurde 1949 nach der Machtübernahme durch die Kommunisten als sogenannter "Konterrevolutionär" vor den Augen seiner Familie hingerichtet. Für die Aushändigung seines Leichnams musste die Familie die Kugel bezahlen, die ihn tötete. Nach der Beschlagnahme ihres gesamten Hab und Guts lebte die Familie am Rande des Verhungerns. Frau Shuyings erster Ehemann wurde kurz nach der Heirat als angeblicher "Konterrevolutionär" zu 20 Jahren Haft verurteilt. Gleiches Schicksal erlitt ihr zweiter Ehemann Hua Zaichen, mit dem sie zwei Kinder hatte. 1957 wurde auch er zu 20 Jahren Haft verurteilt. Wieder versuchten die Behörden, von ihr die Scheidung von ihrem Ehemann zu erzwingen. Frau Shuying weigerte sich, wurde deswegen misshandelt, nackt an der Decke aufgehängt und geschlagen, musste auf eisernen Dreiecken knien. Trotz Folter liess sich Frau Shuying nicht brechen. Sie zog ihre Kinder alleine auf und beherbergte in ihrem Haus verfolgte Christen, die nach Peking angereist kamen, um ihre Beschwerde bei der Regierung einzureichen. Überwachung rund um die Uhr, ständige Belästigungen durch die Polizei waren die Folge. Nach dem Zuschlag der Olympischen Sommerspiele 2008 an Peking ließen die Behörden Frau Shuyings Haus, das in der Nähe des Tianmen Platzes lag, zerstören. Die Familie wurde in einen Vorort transportiert und in einer Einrichtung, bekannt als as "Guanjiakeng", unter Hausarrest gestellt.
Es steht zu befürchten, dass Frau Shuying die Haft nicht überlebt. Meng Zhuang, Beauftragter für religiöse Angelegenheiten des Pekinger Sicherheitsdienstes, drohte ihrem Sohn an, dass er seine Mutter nicht mehr lebend sehen wird, falls er eine Zusammenarbeit weiterhin ablehnt. "Nur ein Wort meines Chefs und Deine Mutter kann jederzeit freikommen. Wenn Du aber weiterhin eine Zusammenarbeit mit uns ablehnst, wirst du sie nie mehr wiedersehen", so Meng Zhuang wörtlich.
Die IGFM ruft dazu auf, den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Briefen zu bitten, die kranke Frau umgehend freizulassen. Religionsfreiheit ist in der Volksrepublik verfassungsrechtlich garantiert.
Wir bitten auch, Frau Shuang Shuying zu schreiben, denn jede Postkarte, jeder auch noch so kleine Brief sind ein Zeichen dafür, dass Frau Shuang Shuying nicht in vergessen ist. Ihre Haftadresse ist:
Mrs Shuang Shuying
No. 11 Surveillance Area of Beijing Municipal Prison for Women
No. 3 Run He Xiang
Huifeng Street
Tiantang He Qing Feng Road
Daxing District
Beijing
PR China
Appellanschriften:
Ministerpräsident
WEN Jiabao Guojia Zongli
The State Council
PO Box 1741
100017 Beijing
PR China
Fax: 0086-1065292345
E-Mail: gazette@mail.gov.cn
Tel.: 0086-10-66012399
Ms. Wu Aiying, Minister
Ministry of Justice of PRC
No. 10, Nan Da Jie, Chaoyangmen
100020 Beijing
PR China
Tel: 0086-10-65205114
Fax: 0086-10-64729863
Seine Exzellenz
Botschafter Ma Canrong
Botschaft der Volksrepublik China
Märkisches Ufer 54
10179 Berlin
Fax: 030/27588-221
E-Mail: botschaft.china@debitel.net
[Appell an Ministerpräsidenten Wen Jiabao - Musterbrief, pdf, 48 kB ...]
[Wie schreibe ich einen Appell? ...]














