Kuba: Widerstand gegen Zwangsräumungen

IGFM: Bewegung "Obdachlose Menschen" gegründet

Am 14 Juni 2012 wurden drei Familien aus dem Dorf Cambute (Provinz Guantanamo, Ost-Kuba) aus ihren Häusern vertrieben. Die Bewohner protestieren gegen die Zwangsräumungen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat bei ihrer 40-Jahrfeier in Cottbus zu einer Unterstützungskampagne für die kubanische Bürgerrechtsorganisation "Damen in Weiß" (Damas de Blanco) aufgerufen.
Unter Polizeiaufsicht wird die Habe einer obdachlosen Familie auf einen LKW verladen.
Die Kubanerin Yanisel Gonzalez vor ihrer selbstgebaute Hütte. Sie ist Mutter von zwei kleinen Kindern. Ihr und anderen von Zwangsräumung Betroffenen wird von der Castro-Regierung keine neue Bleibe zur Verfügung gestellt.

Havanna / Frankfurt am Main (5. Juli  2012) - Eine Welle von Zwangsräumungen in den vergangenen Wochen führt jetzt zum organisierten Widerstand der betroffenen Kubaner. In den meisten Fällen wurden die Bewohner "illegaler Wohnungen und Baracken" von staatlichen Rollkommandos gewaltsam oder unter Gewaltandrohung aus ihren Notquartieren vertrieben. Die Opfer sind hauptsächlich sehr arme Menschen, die sich ohne behördliche Erlaubnis mit primitiven Mitteln eine Bleibe errichteten, um nicht im Freien zu campieren, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die IGFM sieht die Zwangsräumungen allerdings in direktem Zusammenhang mit Raúl Castros Reformmaßnahmen.

Der ehemalige politische Gefangene und Menschenrechtsaktivist Félix Navarro ist Sprecher der Gruppe "Obdachlose Menschen", die es sich zum Ziel gesetzt hat, den vertriebenen Bürgern Gehör zu verschaffen. "Als Fidel Castro an die Macht kam, war eines seiner großen Versprechen die Einführung eines Verbots der Zwangsräumungen für arme Bauern", so Navarro. Die Gruppe fordert unter anderem eine Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens für Bauherren, Preissenkung für Baumaterialien und Entpolitisierung der Vergabe der Baumaterialien.

"Zwangsräumungen sind eine seit langer Zeit übliche Methode des Castro-Regimes, um die Ansiedlung von Menschen in solchen Gebieten zu erzwingen, in denen das Regime sie besser unter Kontrolle hat", kritisiert IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Offiziell gibt es keine obdachlosen Kubaner im Staate Castro. Aber die Realität sieht anders aus. Nach Schätzungen kubanischer Menschenrechtsverteidiger sind über 200.000 Menschen auf der Karibikinsel wohnsitzlos. "Viele obdachlose Kubaner haben Angst, ihre fundamentalen Rechte einzufordern", so Lessenthin. Der IGFM-Sprecher erinnert in diesem Zusammenhang an Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jedem Menschen als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit garantiert.

 

 

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in der Republik Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html 

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland



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