VR China: Haftbefehl gegen 36 Tibeter in der Tibetisch-Autonomen Präfektur Kardze


A P P E L L

 

 

 

 

 

Tibet, Gefängnis Nyalam. Keiner weiß, wieviel Tibeter dort eingesperrt sind und gefoltert werden. Bild: dailymail.co.uk 

Chinesisches Staatsfernsehen präsentiert festgenommene Tibeter. Wer von ihnen wird Chinas Folterfabrik Laogai überleben, Bild: savetibet.org 

Die Verhaftungswelle in Tibet, das nach wie vor von der Außenwelt abgeschotteten ist, nimmt im Vorfeld der Olympischen Spiele zu. Das "Public Security Bureau" der TAP Kardze (chin. Ganzi) hat am 7. Mai 2008 einen Haftbefehl gegen 36 Tibeter erlassen unter Nennung von Namen, Geschlecht, Adresse, Nummer des Wohnregistrierungsausweises, physischer Merkmale und versehen mit Photos der Personen. Nach Erkenntnissen des Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee) ist unter den aufgelisteten Tibetern ,Männern wie Frauen , der jüngste 22, der älteste 62 Jahre alt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden und für die sofortige Freilassung aller festgenommenen, verhafteten und verschleppten Tibeter zu sorgen.

Im Erlass des Sicherheitsbüros der TAP Kardze heißt es beispielsweise, dass "... Tsering Nemay und andere in diesem Haftbefehl genannte Personen gewisser Verbrechen verdächtigt werden. Alle befinden sich auf der Flucht. Die betreffenden örtlichen Ämter für Öffentliche Sicherheit werden angewiesen, die Verdächtigen sofort nach Erhalt dieses Haftbefehls festzunehmen. Wer immer Hinweise und Informationen liefert, sowie diejenigen, die zur Verhaftung der Verdächtigen beitragen, seien sie gewöhnliche Bürger oder Beamte, werden für ihre gute Arbeit angemessen belohnt werden. ..."

Unter den aufgelisteten Tibetern ist der jüngste der 22jährige Chodka aus der Gemeinde Trehor im Bezirk Drakgo (chin. Luhuo), während der älteste der 62jährige Tashi aus dem Dorf Gyashoe im Bezirk Serthar (chin. Seda) ist. Sechs der Aufgelisteten sind Frauen. Es z.Zt. unbekannt, wie viele von ihnen bereits gefasst wurden.

Hier folgen die Namen aller 36 Tibeter, gegen die der Haftbefehl erging:

1) Tsering Nemay, 25, Gemeinde Lhopa, Bezirk Karze
2) Shao Men Men, 43, weiblich, Sektion No. 8, Stadt Karze
3) Gonpo Wangchuk, 40, Gemeinde Nyagzam, Stadt Karze
4) Tsetan Phuntsok (Mönch) 38, Gemeinde Rongpatsa, Bezirk Karze
5) Rigzin Karma, 22, Gemeinde Tsogo, Bezirk Drakgo
6) Chodak, 22, Gemeinde Trehor, Bezirk Drakgo
7) Rigzin, Gemeinde Trehor, Bezirk Drakgo
8) Tseyang alias Yangtso, weiblich, 36, Gemeinde Tsogo, Bezirk Drakgo
9) Tenthup, 53, Gemeinde Nyitoe, Bezirk Sertar
10) Sherten, 30, Gemeinde Ragtsong, Bezirk Sertar
11) Adron, weiblich, 36, Gemeinde Taktse, Bezirk Sertar
12) Choeden Kyab, 35, Gemeinde Choktsang, Bezirk Sertar
13) Soepa, 52, Gemeinde Yalung, Bezirk Sertar
14) Kyare, weiblich, 30, Gemeinde Wuda, Bezirk Sertar
15) Woepe, 42, Bezirk Sertar
16) Nyipo, Gemeinde Serkhog, Bezirk Sertar
17) Solo, 40, Gemeinde Taktse, Bezirk Sertar
18) Tsultim Wangpo, 38, Gemeinde Taktse, Bezirk Sertar
19) Konchok, 48, Gemeinde Taktse, Bezirk Sertar
20) Tsekyi, 40, Gemeinde Choktsang, Bezirk Sertar
21) Sonam Dorje, 25, Gemeinde Yango, Bezirk Sertar
22) Lobsang Jamyang alias Lojam, 26, Gemeinde Serkhog, Bezirk Sertar
23) Sherdrak, 39, Gemeinde Khamleg, Bezirk Sertar
24) Thupga, 30, Gemeinde Khamleg, Bezirk Sertar
25) Lodoe alias Ngozum Takdong, 36, Gemeinde Ragtsong, Bezirk Sertar
26) Tade, weiblich, 55, Gemeinde Khamleg, Bezirk Sertar
27) Topdo, 38, Gemeinde Ragtsong, Bezirk Sertar
28) Nyisher, 27, Dorf Samshulthang, Bezirk Sertar
29) Dade, 43, Gemeinde Nyitoe, Bezirk Sertar
30) Phundo, 51, Gemeinde Kheokor, Bezirk Sertar
31) Nyima, 40, Gemeinde Khamleg, Bezirk Sertar
32) Jamyang, 42, Gemeinde Nyitoe, Bezirk Sertar
33) Woetso, 28, Gemeinde Khamleg, Bezirk Sertar
34) Choetso, weiblich, 53, Bezirk Sertar
35) Tashi, 62, Dorf Gyashoe, Bezirk Serta
36) Kelsang (Butterhändler), 31, Bezirk Sertar


Angesichts der kritischen Situation in Tibet appellieren wir an die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft, sich dringend unserer folgenden Forderungen anzunehmen:

1) unverzüglich unabhängige Untersuchungskommissionen nach Tibet zu entsenden;
2) unverzüglich der freien Presse Zugang zu ganz Tibet zu gewähren;
3) unverzüglich dem brutalen Morden in ganz Tibet ein Ende zu setzen;
4) unverzüglich für die sofortige Freilassung aller festgenommenen und verhafteten Tibeter zu sorgen;
5) unverzüglich die medizinische Versorgung der verletzten Tibeter zu ermöglichen;
6) die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen und ihren Zugang zu lebensnotwendigen Gütern sicherzustellen.


Tibetan Solidarity Committee (Tibetisches Solidaritätskomitee)
www.stoptibetcrisis.net


Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
www.igfm-muenchen.de

 

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

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