![]() |
| Oswaldo Payá Sardinas, kubanische Oppositionsführer und Träger des Sacharow-Preises des Europäischen Parlaments, starb am 22.07.2012 unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall. |
Havanna / Frankfurt am Main (24. Juli 2012) - Der kubanische Oppositionsführer Oswaldo Payá Sardinas, Träger des Sacharow-Preises des Europäischen Parlaments, starb am vergangenen Sonntag im Alter von 60 Jahren unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall. Während die kubanischen Behörden angeben, der Fahrer des Wagens hätte die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, befürchtet Ofelia Acevedo, die Ehefrau des Verstorbenen, dass der Tod ihres Mannes vom kubanischen Regime geplant war.
Nach Augenzeugenberichten war ein zweites Fahrzeug in den Unfall verwickelt, das versucht hat, Payás Wagen von der Straße zu drängen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert daher eine unabhängige Aufklärung des Unfallhergangs. Wenn die Castro-Regierung nicht für den Tod Oswaldo Payás verantwortlich gemacht werden möchte, sollte sie einer unabhängigen Aufklärung durch internationale Sachverständige nicht im Weg stehen", erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.
Vertretern der IGFM gegenüber hatte Oswaldo Payá erst am 7. Juli 2012 geäußert, dass er sich bedroht fühle und einen Anschlag auf sein Leben nicht ausschließen könne. Bereits vor etwa drei Wochen wurde sein Auto von einem anderen Fahrzeug auf der Straße seitlich gerammt.
"Während der vergangenen Jahre wurde uns viele Male angedroht, dass sie Oswaldo gemeinsam mit seiner Familie umbringen. Wir haben gewusst, dass es jeden Moment passieren kann. (...) Ich habe befürchtet, dass so etwas passiert, und er auch," erklärte Payas Ehefrau Ofelia Acevedo.
Polizei beantwortete Anrufe für den Toten
Ofelia Acevedo stellt außerdem fest, dass bis auf ihren Mann alle anderen Insassen des Unfallwagens in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Als sie von dem Unfall erfuhr, habe sie ihren Mann sofort auf seinem Mobiltelefon angerufen und war sehr überrascht, dass nicht Oswaldo, sondern die Polizei antwortete. "Sie sagten mir, dass das Telefon geläutet habe und sie es aus der Tasche des Toten genommen hätten", so Ofelia Acevedo weiter.
Forderung nach unabhängiger Aufklärung des Falls
Der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Arnold Vaatz MdB fordert gemeinsam mit der IGFM eine unabhängige Untersuchung des Unfalls. "Auf Kuba kann von einer unabhängigen Polizei und einer unabhängigen Justiz nicht die Rede sein. Aufgrund der exponierten politischen Position Oswaldo Payás, seines kritischen Verhältnisses zur kubanischen Ein-Parteien-Diktatur und der anhaltenden Einschüchterungsversuche, den er über ein Jahrzehnt lang ausgesetzt war, ist die Unbefangenheit der kubanischen Behörden seiner Person gegenüber auszuschließen. Nur ein unabhängiger internationaler Ermittler kann daher Klarheit über die Todesumstände von Oswaldo Paya bringen", so Vaatz.
Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in der Republik Kuba:
http://www.igfm.de/Kuba.456.0.html
Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
https://www.facebook.com/igfmdeutschland