Vietnam: Diakon Y Bhem Kpor - zu 10 Jahren Haft verurteilt


Gefangener des Monats November 2011

Y Bhem Kpor - mit den Füßen an seine Betonpritsche gefesselt.
Y Bhem Kpor - mit den Füßen an seine Betonpritsche gefesselt.

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) - Als "Gefangenen des Monats November 2011" haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea, den vietnamesischen Diakon Y Bhem Kpor benannt und zu dessen Unterstützung aufgerufen.

Zur Person

Der 49jährige Y Bhem Kpor von der ethnischen Minderheit Ê-dê ist evangelischer Diakon des Verbandes der Evangelischen Kirche Vietnams (Südvietnam) in der Provinz Dak Lak. 2004 demonstrierte er zusammen mit einigen Tausend ethnischen Montagnard-Christen für die Rechte der indigenen Völker und für Religionsfreiheit. Er wurde verhaftet und am 19. Juli 2004 wegen "Sabotage der Solidaritätspolitik" zu zehn Jahren Haft verurteilt.

In der Gefangenschaft setzt sich der Diakon weiterhin für die Belange der Montagnards ein. Nachdem er neuerlich die Diskriminierungspolitik im zentralvietnamesischen Hochland, die Einschränkung der Religionsfreiheit und die ungleiche Behandlung der Montagnard-Gefangenen im Vergleich zu anderen Häftlingen im Gefängnis Nam Ha schriftlich kritisiert hatte, wurde er am 8. August 2011 in Isolationshaft genommen.

Fußfesselung und Isolationshaft

Nach Informationen der IGFM wird er täglich von 17:00 Uhr bis 7:00 Uhr an den Füßen an seine Betonpritsche gefesselt. Während dieser Zeit ist er in seiner Bewegungsfreiheit so extrem eingeschränkt, dass er sich nicht einmal umdrehen kann und gezwungen ist, seine persönliche Notdurft im Bett zu verrichten.

Die Einzelzelle ist 8 Quadratmeter groß, ohne Fenster und Sonnenlicht und wird nur durch eine 15x15 cm große Öffnung an der Tür belüftet. Sein Frühstück ist ihm wegen der Strafmaßnahme gestrichen worden. Er bekommt nur zwei Mahlzeiten am Tag, die jeweils aus zwei Schälchen Reis, einer Handvoll abgekochtem Gemüse und einer Prise Salz bestehen.

Nach offizieller Bestimmung kann die Isolationshaft für bis zu sechs Monaten angeordnet werden. Allerdings ist vom Fall des namhaften katholischen Pfarrers Nguyen Van Ly jedoch bekannt, dass dieser während seiner Gefangenschaft in dem Lager Nam Ha für 3 Jahre in Isolationshaft gehalten wurde.

Haftort weit von Zuhause entfernt

Montagnards (Angehörige von Bergvölkern) sind im zentralen Hochland von Vietnam lebende christliche Minderheiten. Rund 80 christliche Montagnards befinden sich zurzeit im nordvietnamesischen Lager Nam Ha, weil sie sich für ihre Menschenrechte und Religionsfreiheit eingesetzt hatten. Die IGFM kritisiert die unmenschliche Inhaftierung der Montagnards in diesem Lager, in dem ihre mittellosen Familien aus dem weit entfernten Zentralvietnam sie kaum besuchen können. Die Montagnard-Gefangenen müssen in der Regel ihre volle Strafe absitzen, weil sie bei Amnestien kaum berücksichtigt werden.

Die IGFM ruft zu Appellen an Ministerpräsident Nguyen Tan Dung auf, die menschenunwürdige Behandlung von Y BHem Kpor und anderen Gefangenen einzustellen und der Anti-Folterkonvention beizutreten. Ferner sollen Diakon Y BHem Kpor und alle Montagnard-Gefangenen aus dem Gefängnis entlassen werden.

 
[zum Appellvorschlag für Diakon Y Bhem Kpor ...]

 

 

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