Vietnam: Pastorin Nguyen Thi Hong
Drei Jahre Haft nach Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
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Drei Jahre Haft für Pastorin Nguyen Thi Hong. Bild: IGFM |
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben die vietnamesische Pastorin Nguyen Thi Hong als "Gefangene des Monats Februar 2009" benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen.
Ein Volksgericht in Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) hatte die Mennonitin Mitte Januar 2009 unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, die Pastorin habe sich angeblich der Strafverfolgung "durch 'Untertauchen' entzogen". Nguyen Thi Hong war im November 2007 aufgrund eines Haftbefehls von 1999 verhaftet worden. Darin warfen die Behörden ihr vor, Schulden nicht bezahlt zu haben.
Die engagierte Mennonitin war keineswegs "untergetaucht" und lebte bis zu ihrer Verhaftung nach wie vor im selben Distrikt. Durch ihre regelmäßige Teilnahme an dem offiziell als "unerlaubt" erklärten Gemeindeleben ihrer mennonitischen Hauskirche war sie vor den Augen der Staatssicherheit stets präsent. Als Vorstandmitglied der Mennonitischen Kirche Vietnams und Leiterin der Pfadfindergruppe hat Pastorin Hong stets die Missionsarbeit und viele Hilfs- und Protestaktionen geleitet.
Die IGFM geht davon aus, dass der Verhaftung die religiöse Tätigkeit der Pastorin zugrunde liegt. Dafür spricht, dass sie vor der Festnahme häufig drangsaliert und mit der Eröffnung eines Strafverfahrens bedroht wurde, sollte sie ihre Aktivitäten für die verbotene Mennonitische Kirche Vietnams nicht einstellen. Sogar während der Verhandlung am 15. Januar 2009 wurde ihr vorgeworfen, an vier kirchlichen Fortbildungsseminaren teilgenommen zu haben, obwohl dies mit dem eigentlichen Tatverdacht nichts zu tun hatte.
Die IGFM ist der Überzeugung, dass die Verurteilung von Pastorin Hong die rund 10.000 Mitglieder zählende Mennoniten-Kirche Vietnams einschüchtern soll. Sie wird zwar aufgrund internationalen Drucks auf Vietnam geduldet, aber weiter schikaniert. 2008 wurde vom Staat eine regierungstreue Vereinigung unter dem gleichen Namen offiziell zugelassen, so dass die mennonitische Kirche, der Pastorin Hong angehört, kaum Chancen auf Zulassung (Registrierung) hat. Von den 83 Millionen Einwohnern Vietnams sind 54 Prozent Buddhisten, 22 Prozent Nichtreligiöse und 8 Prozent Christen , etwa 6 Millionen Katholiken und 1,3 Millionen Protestanten. Die nach Menno Simons (1496-1561) benannte mennonitische Freikirche hat weltweit rund 1,3 Millionen Mitglieder. Sie praktiziert Gewaltfreiheit und Feindesliebe.
Die IGFM ruft dazu auf, den vietnamesischen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung in Briefen um die unverzügliche Freilassung der Pastorin zu bitten. Dabei solle man sich auf die vietnamesische Verfassung und von Vietnam ratifizierte Menschenrechtsabkommen wie den UN-Zivilpakt berufen. In diesen Dokumenten ist Religionsfreiheit garantiert.
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