Was Castro und Ceausescu gemeinsam haben: Die Angst des Diktators vor dem Wissen über die Freiheit


 

Kommentar

 

von Martin Lessenthin

Zwei Diktatoren: Fidel Castro und Nicolae Ceausescu 

 

Unter dem ehemaligen rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu, der so viele Menschen terrorisierte und für immer zum Schweigen brachte, wurde das Volk systematisch falsch informiert. Da selbst die Kälte und der notorische Mangel an Heizenergie ein politisches Problem für den großen Lenker der rumänischen Planwirtschaft darstellten, mussten die staatlichen Medien oft im Winter bewusst falsche Informationen über die Temperaturen verbreiten. Die Rumänen waren zugleich weitgehend von Informationen aus dem Ausland abgeschnitten, der Besitz westlicher Zeitungen wurde verfolgt. Ebenso die Herausgabe eigene primitiver Publikationen. Unter Ceausescu war sogar der Besitz einer privaten Schreibmaschine nur Rechtsanwälten erlaubt. Sie mußten dafür eigens einen Antrag stellen. Das heißt, sie mußten für die Benutzung einer privaten Schreibmaschine einen "Führerschein? beantragen!

Ein rumänischer Rechtsanwalt, der in Deutschland Asyl suchte, brachte dieses Zertifikat, das zum Besitz einer Schreibmaschine berechtigte, mit und zeigte es den Menschenrechts-Aktivisten der IGFM. Das war vor 20 Jahren! - Man könnte heute darüber lachen, wenn es nicht so ernst und so traurig wäre. Wir wissen heute, was aus dem Systems Ceausescu geworden ist und welches Ende der Diktator gefunden hat. Und wir merken noch immer, wie schwierig und wie mühsam eine Aufarbeitung und Heilung der Folgen einer solch fehlerhaften Politik ist.

Fidel Castro hat Angst, daß die Menschen zu viel über ein Leben in Freiheit erfahren. Der Maximo Lider kann es heute nicht ertragen, dass Journalisten wie Guillermo Farinas Hernandez einen freien Zugang zum Internet nutzen. Damit die Menschen in Kuba sich und andere weiterhin nicht frei informieren können, ist er bereit, den hungerstreikenden Journalisten sterben zu lassen. Castro verbietet sogar den Beamten seiner Regierung, die über staatliche Internetanschlüsse verfügen und sich aus dienstlichen Gründen über den Aufbau einer Webseite informieren wollen, westliche Webseiten anzuschauen. Zuwiderhandlung wird mit sofortigem Arbeitsplatzverlust bestraft.

Internetanschlüsse sind für die Menschen auf Kuba das, was vor zwanzig Jahren Schreibmaschinen in Rumänien waren. Castro lässt von Geheimdienst und Polizei überwachen, wer einen internetfähigen Computer besitzt, und er läßt alle Telefonanschlüsse auf der Insel kontrollieren.

Wenn deutsche Politiker über Kuba diskutieren, sollten sie dies berücksichtigen. Ebenso deutsche Urlauber, die auf die Insel reisen, um sich zu erholen und denen Castros Propagandisten paradiesische Zustände vorgaukeln.

IGFM, 01.06.2006

 

 

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