Weihnachtsgrüsse an misshandelte Soldaten in Russland
Sie können Leben retten
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Nach Julianischem Kalender feiern die orthodoxen Christen die Weihnacht am 7. Januar. Bild: lj.rossia.org |
In Russland findet zwei Mal jährlich - zur Frühlings- und Herbsteinberufungszeit - eine regelrechte Jagd auf Jugendliche wehrfähigen Alters statt. Um den vom Verteidigungsministerium vorgegebenen Plansoll von Einberufungen zu erfüllen, werden Studenten und Jugendliche in die Armee regelrecht entführt.
Beinahe täglich erhält die IGFM Meldungen der Organisation "Soldatenmütter St. Petersburgs" über überfallartige Razzien der Miliz und Wehrämter auf Studentenwohnheime und Privatwohnungen in der Stadt und Umgebung. Vor den Eingängen zum Campus und auf den Straßen herrscht eine strenge Ausweiskontrolle.
Von der militärärztlichen Kommission oberflächlich begutachtet werden die so von staatswegen verschleppten Jugendlichen innerhalb weniger Stunden landesweit auf die Einheiten verteilt und abtransportiert. Die Eltern erfahren davon mitunter erst nachdem ihr Kind sich von seinem Stationierungsort meldet.
Für ihr Kind aber beginnt ein Martyrium, dass tödlich enden kann. Den brutalen Alltag in der russischen Armee bezahlen jährlich Hunderte von Rekruten mit dem Leben, Tausende werden zu Invaliden auf Lebenszeit.
In den meisten Fällen vertuscht die Militärjustiz die Vergehen der Vorgesetzten, die ihre Soldaten bis zur Bewusstlosigkeit schlagen, um von ihnen Geld (d.h. über sie von deren Eltern) oder die Unterzeichnung von Verpflichtungen zu Zeitsoldaten zu erpressen, sie wie Sklaven behandeln und an Baufirmen gegen Geld verleihen oder für sich privat zur kostenlosen Schwerstarbeit zwingen.
Zwei dieser Fälle liegen der IGFM besonders am Herzen.
Die IGFM bittet die Besucher unserer Internetseite, Weihnachtsgrüße an zwei russische Rekruten zu schicken
Am 7. Januar feiern die orthodoxen Christen in Russland das Weihnachtsfest.
Die IGFM bittet die Besucher unserer Internetseite, Weihnachtsgrüße an zwei russische Rekruten per Post zu schicken:
Nikolaj Smirnow und Roman Kasakow. (Folgen Sie den Links zu den Weihnachtsgrüssen.)
In beiden Fällen könnten Sie damit möglicherweise Leben retten.
Nikolai Smirnow
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aus Uchta, war kerngesund und sportlich, als er Ende 2007 einberufen wurde. Er kam in die Einheit Nr. 21514 der Luftlandetruppen bei Archangelsk (Nordosten Russlands).
Das Martyrium begann: Misshandlung, Gelderpressung, dann sollte er auf eigene Kosten einem Vorgesetzten ein teures Handy beschaffen. Anfang März 2008 fand man ihn bewusstlos mit eingeschlagenem Schädel vor dem Kasernengelände. Etwa ein halbes Jahr lang lag er im Koma. Die Soldatenmütter St. Petersburgs setzten seine Überführung in das Moskauer Burdenko-Militärhospital durch, wo er sich bis jetzt befindet.
Nikolaj ist wegen des schweren Gehirntraumas gelähmt, kann nicht sprechen, das Atmen ist nur mit Hilfe von medizinischen Geräten möglich. Er braucht dringend eine Kehlkopftransplantation. Diese aber wurde in Russland nur ein einziges Mal durchgeführt, daher die Erfahrungswerte dürftig sind. Eine Behandlung im Ausland hat das Militär der Mutter strengstens untersagt.
Im Mai 2009 schenkte die IGFM Nikolai ein Laptop, mit dessen Hilfe er sich jetzt verständigen kann. Seitdem er es hat, erzählte seine Mutter der IGFM am 9. Dezember, sei ihr Sohn aufgeblüht und bekam neuen Lebensmut.
Nikolaj wird von seiner Mutter (Nadeschda Smirnowa) rund um die Uhr gepflegt. Sie musste deswegen ihre Arbeitsstelle aufgeben. Die Soldatenmütter St. Petersburgs sammeln mühsam Spenden, um ihr die Ernährung zu sichern. Vor einigen Wochen versuchte die Verwaltung des Militärhospitals, Nikolaj und seine Mutter auf die Strasse zu setzen. Die Einmischung der Soldatenmütter St. Petersburgs verhinderte das, worauf man aber Nikolai samt Atmungsgeräts in ein Mehrpatientenzimmer überführte, wo er ungeschützt Krankheitskeimen ausgesetzt ist.
Seine alleinerziehende Mutter und seine Geschwister haben in Uchta ihr Zuhause verloren. Das Mehrfamilienhaus wurde vom korrupten Bürgermeister der Stadt an einen Kriminellen verkauft, der alle auf die Strasse setzte. Einige Monate später wurde der Bürgermeister wegen korrupten Machenschaften abgesetzt, der neue Hausbesitzer im Bandenkrieg erschossen.
Nachtrag: Die Militärstaatsanwaltschaft zeigte sich erst knapp zwei Monaten nach dem Vorfall gewillt, ein Verfahren einzuleiten. Nach wenigen Monaten schloss sie es mit der Begründung, es würde sich angeblich um einen "Verkehrsunfall" handeln.
Weihnachtgruss an Nikolaj Smirnow (pdf-Datei, 77 Kb)
Text in Übersetzung: "Lieber Nikolaj! Liebe Frau Nadeschda Smirnowa! Frohe Weihnachten! Wünsche im Neuen Jahr Gesundheit und Wohlergehen! Mit herzlichem Gruss"
Bitte ausdrucken, unterschreiben und in einem Fensterbriefumschlag absenden. Oben auf dem Blatt befindet sich seine Adresse.
Portokosten: 0,70 Euro.
Roman Kasakow
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Roman Kasakow im Koma. |
Der 18jährige Roman Kasakow wurde im Sommer 2009 einberufen und kam in die Einheit Nr. 02511 nach Kamenka bei Wyborg (Leningrader Gebiet), die wegen der dort herrschenden Willkür gegen Rekruten gebietsübergreifend berüchtigt ist. Er wurde regelmässig verprügelt, erpresst und musste Vorgesetzten für deren Privatbelange zu Diensten sein.
Seit dem 20. September 2009 kämpften Ärzte in St. Petersburg monatelang um sein Leben. Im wurde die Schädeldecke eingeschlagen, danach sperrte man den Bewusstlosen ins Privatauto seines vorgesetzten Offiziers und vergiftete ihn mit Abgasen. Erst Stunden später fand man ihn. Seitdem liegt er im Koma.
Die Militärstaatsanwaltschaft stellte umgehend einen Bescheid aus, wonach Kasakow angeblich einen "Selbstmordversuch" begangen hätte. Sein Krankenzimmer wird von Militärwachen hermetisch abgeriegelt. Zuerst wurde nur seine Mutter zu ihm durchgelassen. Anfang Dezember verschwand sie plötzlich spurlos. Die Soldatenmütter fürchten nun auch um das Leben der Mutter des Rekruten. Auch befürchten sie, dass das Militär ihn absichtlich sterben lassen könnte, um so die Spuren des Verbrechens zu vertuschen. Das Auto, in dem man ihn vergiftet hat, wurde bereits abgefackelt. Seine Ausweisdokumente, die ihm bei der Einberufung vom Militär eingezogen wurden (Personalausweis, Militärausweis, Wohnsitzbescheinigung) sind nicht mehr auffindbar.
Ihre Grüsse an Roman Kasakow könnten für ihn und auch für seine Mutter lebensrettend sein. Er befindet sich auf der Intensivstation des Kirow-Militärhospitals.
Weihnachtgruss an Roman Kasakow (pdf-Datei, 61,4 Kb)
Text in Übersetzung: "Lieber Roman! Frohe Weihnachten! Wünsche im Neuen Jahr Gesundheit! Mit herzlichem Gruss"
Bitte ausdrucken, unterschreiben und in einem Fensterbriefumschlag absenden. Oben auf dem Blatt befindet sich seine Adresse.
Portokosten: 0,70 Euro.

















