Mauermuseum / IGFM: Weihnachtsversteigerung 2008 zugunsten politischer Gefangener


"Lichter der Hoffnung"

 

 

Alexandra Hildebrand (Mauermuseum) und Martin Lessenthin (IGFM) bei der Kunstauktion zugunsten von Gewissensgefangenen. 

Foto: © Mauermuseum

Etwa 900 kleinere Bilder sind am 5. Dezember 2008 im Mauermuseum - Haus am Checkpoint Charlie in Berlin versteigert worden. Die zehnmal zehn Zentimeter großen Leinwände hingen zur Auktion an einem Weihnachtsbaum in den Räumen des Museums. Sie sind das Werk europäischer Künstler sowie Schüler aus Berlin und Brandenburg.

Der Erlös von zusammen 5.000 Euro wurde von Alexandra Hildebrandt, der Direktorin des Mauermuseums, zugunsten von vier politischen Gefangenen an die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte/IGFM übergeben. Dabei handelt es sich um die beiden kubanischen Bürgerrechtler Maria de los Angeles Borrego Mir und Normando Hernández González sowie die beiden chinesischen Menschenrechtsaktivisten Hu Jia und Shuang Shuying.

Bei der Versteigerung war auch Helena Kane Finn, die Gesandte Botschaftsrätin der US-Botschaft Berlin und Peter E. Müller von der IGFM Hongkong Watch zugegen. Peter Müller stellte den Anwesenden die vier von der IGFM betreuten Gefangenen vor, deren Unterstützung vom Erlös der Auktion ausgeweitet werden soll.

Alexandra Hildebrandt dankte allen Künstlern für die Unterstützung der Aktion. Zu den teilnehmenden Künstlern gehörten Ai Weiwei, Horst Antes, Otmar Alt, Elvira Bach, Fanny Boton, Gisela Breitling, Erik Bulatow, Louis Busman, Maria Chevska, l.K.H. Diane Herzogin von Württemberg, Prinzessin von Frankreich, Herbert W. Franke, Johannes Geccelli, Wolfgang Hutter, Susanne Kiener, Knizäk, Koeppel, László Lakner, Dietrich Lusici, Jonathan Meese, Karl Oppermann, Siegfried Rischar, Endre Tót, Jan Voss, Max Uhlig, Franz Erhard Walther, Angela Weber-Kizio, Robert Wilson, Harald Wolff und Bernd Zimmer.

Ganz ausdrücklich dankte die Direktorin des Mauermuseums auch den Schülerinnen und Schülern, ihren Lehrerinnen und Lehrern für ihren Einsatz für verfolgte Menschenrechtsverteidiger. "Heute wie damals sind die kleinen, bemalten Leinwände Lichter der Hoffnung für die Menschen, die unsere Unterstützung brauchen", so Frau Hildebrandt.

Beteiligt waren die Paul-Simmel-Grundschule in Tempelhof, die Gustav-Falke-Grundschule in Wedding, die Erpelgrund-Schule, die Heiligensee-Grundschule und die Albrecht-Haushofer-Oberschule in Tegel, die Katholische Schule Sankt Franziskus in Schöneberg, die Mord-Grundschule und die Droste-Hülshoff-Oberschule in Zehlendorf, die J.W. von Goethe-Oberschule in Templin, die Saehsenwald-Schule in Steglitz, die Edison-Grundschule in Oberschöneweide, die Reinhold-Otto-Grundschule im Westend, die Volkshochschule Cottbus, die Lauterbach-Grundschule in Reinickendorf, die Katholische Schule Bernhardinum in Fürstenwalde, die Kurt-Tucholsky-Grundschule in Moabit, die Eberhard-Klein-Schule in Kreuzberg, die Erich-Kästner-Schule in Fürstenwalde, die Oberschule am Rollberg in Bernau, die Strittmatter-Gymnasium in Gransee, die Erich-Kästner-Grundschule in Dahlem und creativmarkt.idee.



Kunstauktion zugunsten des IGFM-Einsatzes für folgende Gewissensgefangene:

 

 

 

 

Normando Hernández González, unabhängiger Journalist auf Kuba, wurde 2003 wegen Regimekritik zu 25 Jahren Haft verurteilt 

Maria de los Angeles Borrego Mir, christliche Menschenrechtlerin auf Kuba, verhaftet im Dezember 2005, verurteilt und zu 4 Jahren Haft

 

 

 

 

 

Shuang Shuying, 77jährige Christin in China, im Gefängnis dem Tode nah 

Hu Jia, Menschenrechts- und Umweltaktivist in China, verhaftet im Dezember 2007, verurteilt zu 3,5 Jahren Haft

 

 

 

 

 

 

Menschenrechtspreis für DRK Präsidenten und russischen Menschenrechtler

Hidebrandt-Medaillie an Dr. Rudolf Seiters und Jurij Samodurow

 

 

Prof. Töpfer (r.): Laudatio auf Dr. Seiters (li.). Bild: Mauermuseum

 

Jurij Samodurow, russischer Menschenrechtler und Preisträger: durfte nicht Russland verlassen.

Der Internationale Menschenrechtspreis "Dr. Rainer-Hildebrandt-Medaille" ist am 12. Dezember im Berliner Museum am Checkpoint Charlie dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes und ehemaligen Bundesinnenminister Dr. Rudolf Seiters  und - in Abwesenheit - dem russischen Menschenrechtler Jurij Samodurow verliehen worden, dem russische Behörden wegen eines Gerichtsverfahrens die Reiseerlaubnis verweigert hatten.

Jurij Samodurow, bis August 2008 Direktor des Sacharow-Museums in Moskau, wurde wegen der Ausstellung "Verbotene Kunst 2006" mit Gerichtsverfahren überzogen. Derzeit ist er als Abteilungsleiter für Sonderprogramme der Bewegung "Für die Menschenrechte" tätig. Leiter dieser Bewegung ist der unbeugsame Bürgerrechtler Lev Ponomarev, der von der regierungstreuen Justiz ebenfalls ständig mit Verfahren konfrontiert wird.

Der von Alexandra Hildebrandt im Jahr 2004 initiierte Internationale Menschenrechtspreis wird jährlich zum Tag der Menschenrechte vergeben. Der Jury gehören Prof. Dr. Henry Kissinger, Dr. Hans Dietrich Genscher, Prof. Dr. Avi Primor, Dr. h.c. Joachim Gauck, Sara Nachama, Freya Klier, Rainer Haushofer sowie institutionell die IGFM, vertreten durch Vortandssprecher Martin Lessenthin, und das Mauermuseum an.

Die Laudatio auf Dr. Seiters hielt der frühere Bundesumweltminister und UNO-Exekutivdirektor, Prof. Dr. Klaus Töpfer. Seiters verkörpere das DRK in Deutschland in großartiger Weise und lasse die Grundlagen des humanitären Völkerrechts, denen sich die Organisation seit ihrer Gründung vor 150 Jahren verschrieben habe, "in unseren Tagen immer überzeugend konkret werden", so Töpfer.

Die Laudatio auf den russuschen Bürgerrechtler Jurij Samodurow sprach Ministerpräsident a. D. Dr. Lothar de Maiziere.

Der Preis wird jährlich an Personen vergeben, die sich gewaltfrei für Menschenrechte einsetzen. Der 2004 gestorbene Dr. Rainer Hildebrandt, Gründer der "Arbeitsgemeinschaft 13. August", war ein Vorkämpfer der Menschenrechte und friedlicher Streiter für die deutsche Einheit. Bis zu seinem Tod war er Leiter des Hauses am Checkpoint Charlie und Ehrenmitglied der IGFM.

 

© Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), deutsche Sektion e.V. Spendenkonto: 23 000 725, Taunussparkasse, BLZ 512 500 00

designed by WIV-GmbH