Daria Kosyrewa

Politische Gefangene in Russland

Die Künstlerin wurde im Februar 2024 verhaftet, nachdem sie mehrfach Antikriegsgedanken in künstlerischer und philosophischer Form verbreitet hatte. Am 18. April 2025 wurde Daria zu zwei Jahren und acht Monaten in einer Strafkolonie verurteilt. Im März 2026 wurde sie endlich freigelassen. Foto: MR7.ru/Lina Tschernjawskaja

Junge Kriegsgegnerin nach mehr als zwei Jahren Haft frei

Daria Kosyrewa
Geburtsdatum: 7. Oktober 2005

Festnahme: 24. Februar 2024

Vorwurf: „wiederholte Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“

Urteil: 2 Jahre und 8 Monate Haft in Strafkolonie

Seit dem 18. März 2026 endlich in Freiheit!

Daria Kosyrewa wurde am 7. Oktober 2005 geboren und kommt aus St. Petersburg. Vor ihrer Verhaftung war sie Studentin an der Staatlichen Universität St. Petersburg, von der sie wegen ihres politischen Aktivismus verwiesen wurde. Im Februar 2024 wurde Daria verhaftet, nachdem sie mehrfach Antikriegsgedanken in künstlerischer und philosophischer Form verbreitet hatte. Aufgrund dessen wirft ihr das Gericht u.a. die „wiederholte Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“ vor. Daria Kosyrewa befand sich anschließend in Untersuchungshaft in St. Petersburg. Eine Anhörung in ihrem Strafprozess wurde auf den 19. September 2024 vertagt. Am 6. Februar 2025 wurde sie mit einer einstweiligen Verfügung in den Hausarrest entlassen, sie darf ihre Wohnung abends und nachts nicht verlassen und darf kein Internet nutzen. Ihre Strafsache wurde vom Gericht zur erneuten Bearbeitung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Am 18. März 2026 wurde Daria nach mehr als zwei Jahren Haft freigelassen.

Hintergrund
Die Festnahme von Daria Kosyrewa wurde damit begründet, dass sie wiederholt die Streitkräfte der Russischen Föderation diskreditiert hatte. Bereits im Dezember 2022 wurde die damals 17-Jährige festgenommen, nachdem sie an der Installation über die Freundschaft von St. Petersburg und Mariupol („Doppelte Herzen“), die Worte „Mörder, ihr habt es bombardiert. Judas.“ angebracht hatte. Daraufhin wurde ein Protokoll mit dem Vorwurf der „Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“ (Artikel 20.3.3 Teil 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten der Russischen Föderation) erstellt, das auch einen Beitrag Darias zu militärischen „Fälschungen“ vom März 2022 umfasste. Am 17. Januar 2023 wurde ein Strafverfahren gegen Daria wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung (Artikel 167 Teil 1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) eröffnet, es folgten jedoch keine weiteren Ermittlungsmaßnahmen.

Das Strafverfahren wegen wiederholter Diskreditierung wurde am 21. Dezember 2023 gegen sie eröffnet. Daria wurde vorgeworfen, dass sie wiederholt das Vorgehen der Russischen Föderation während des Krieges in der Ukraine scharf verurteilt hatte. Das Bezirksgericht in St. Petersburg, unter dem Vorsitz von Richterin Tatjana Wladimirowna Leschakowa, verurteilte Daria Kosyrewa zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel (ca. 300€).

Festnahme im Februar 2024
Am 24. Februar 2024 wurde Daria Kosyrewa erneut festgenommen, weil sie am selben Tag einen Abschnitt des Gedichts „Vermächtnis“ des bedeutendsten ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko an dessen Denkmal geheftet hatte. Das Petrograder-Bezirksgericht in St. Petersburg nahm Daria Kosyrewa am 27. Februar 2024 in Gewahrsam und eröffnete ein Strafverfahren wegen „wiederholter Diskreditierung der Armee“ gegen sie.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen benötigt YouTube Ihre Einwilligung um geladen zu werden. Mehr Informationen finden Sie unter Datenschutzerklärung.

Auszüge von Daria Kosyrewa’s Schlusswort vor Gericht

Daria befand sich anschließend in Untersuchungshaft in St. Petersburg, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft bis zum 8. Februar 2025 verlängert wurde. Bei einer ersten Anhörung am 22. August 2024 beantragte Daria Kosyrewas Rechtsanwalt Rafail Poljakow den Ausschluss von Beweismitteln, die mit Verfahrensfehlern erlangt wurden und seiner Meinung nach unzulässig sind. Auf Antrag des Staatsanwaltes Russkich wurde die Anhörung vertagt und fand am 19. September 2024 statt. Am 7. Februar 2025 wurde Kosyrewa aus der Untersuchungshaft entlassen. Zwei Monate später, am 18. April 2025 wurde sie von Richter Dmitry Serakh des Bezirksgerichts in St. Petersberg zu 2 Jahren und 8 Monaten in einer Strafkolonie verurteilt.

Stand März 2026 befindet sich Daria seit über zwei Jahren in Haft. Berichten zufolge soll sie am 18. März aus der Strafkolonie entlassen werden. Weil ihre persönlichen Gegenstände (Handy und Laptop) als „Tatwerkzeuge“ beschlagnahmt und vernichtet wurden, wird sie nach Entlassung weder ein Telefon noch Geld für eine Zugfahrkarte haben. Daria befindet sich derzeit in einer Strafkolonie, die 1.200km von St. Petersburg entfernt liegt. Die IGFM schickt Geld zur Unterstützung an Daria, damit sie nach der Freilassung zurecht kommt.

Am 18. März 2026 wurde Daria endlich aus der Haft entlassen!

Stand: März 2026

Gedicht von Taras Schewtschenko

Der Ausschnitt des Gedichts „Vermächtnis“ von Taras Schewtschenko, den Daria Kosyrewa an dessen Denkmal heftete.

Foto: memopzk.org

So können Sie Daria helfen:

Unterstützer von Daria Kosyrewa haben auf Telegram einen Kanal eingerichtet, in dem sie regelmäßig Neuigkeiten und Nachrichten von Daria veröffentlichen. Der Kanal kann unter dem folgenden Link aufgerufen und verfolgt werden:

Zum Telegram-Kanal

Machen Sie in den sozialen Medien auf Daria aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#DariaKosyrewa

#Daria_Kosyrewa

#FreeDaria

#ДарьеКозыревой

#Дарье_Козыревой

Teilen Sie diesen Beitrag und setzen sich für Darias Freiheit ein!

Weitere politische Gefangene in Russland

Aleksander Skobow

Der russische Historiker und Dissident Aleksander Skobow wurde im März 2025 zu 16 Jahren Haft verurteilt – nur weil er den Krieg gegen die Ukraine verurteilte. Er ist schwer krank, fast blind – und doch bleibt er standhaft. Die IGFM fordert seine sofortige Freilassung.

Wadim Kobsew

Der Rechtsanwalt Wadim Kobsew wurde am 13. Oktober 2023 von den russischen Behörden festgenommen. Aufgrund seiner Arbeit als Anwalt des 2024 verstorbenen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny wird ihm die „Teilnahme an einer extremistischen Organisation" vorgeworfen. Am 17. Januar 2025 wurde er zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Alexej Lipzer

Der Rechtsanwalt Alexej Lipzer wurde am 13. Oktober 2023 von den russischen Behörden festgenommen. Aufgrund seiner Arbeit als Anwalt des 2024 verstorbenen Oppositionspolitikers Alexey Nawalny wird ihm die „Teilnahme an einer extremistischen Organisation" vorgeworfen. Am 17. Januar 2025 wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben