Immer mehr Gefängnisse auf Kuba

Der kubanische GULag wächst

 

IGFM, September 2004

Gefängnis Boniato in der Provinz Santiago de Cuba. Foto: CubaNet

 

Würmer im Essen, fehlende Hygiene sowie mangelhafte oder unterlassene medizinische Betreuung sind nur wenige Beispiele für die menschenverachtenden Zustände in kubanischen Gefängnissen. Im Jahre 1958 vor Castros Machtergreifung waren in 14 verschiedenen Anstalten 4000 Gefangene inhaftiert. Im Jahr 2004 bestehen auf der Urlaubsinsel 200 Haftanstalten, darunter 45 sogenannte Hochsicherheitsgefängnisse.

Die neuen Gefängnisse entstanden aus ehemaligen Schulen und Hospitälern. Selbst die von Castro geduldete "Comision Cubana de Derechos Humanos" (CCDH), eine kubanische Menschenrechtsorganisation, stellte fest, dass in den 45 Jahren kubanischer Revolution die Zahl der Gefängnisse überproportional zur "straffälligen" Bevölkerung gestiegen sei.

Inzwischen unterhält Kuba sogar 45 Hochsicherheitsgefängnisse. Außerdem wurden etwa zwölf Frauengefängnisse und acht Umerziehungslager für Jugendliche errichtet. Die genaue Zahl der Haftanstalten und die Zustände in ihnen bleiben allerdings im Dunklen. Die Zahl der Gefangenen wird auf 100 000 geschätzt.

Der kubanische Staat weist jede Kritik entschieden zurück und behauptet, dass diese Propaganda der USA seien, um die kubanische Revolution zu diskreditieren. Kubas Außenminister Felipe Pérez Roque betonte, dass die Castro-Regierung niemals Inspektionen unter Druck akzeptieren werde. Er beteuerte, die 95 Mindestregeln der Vereinten Nationen für den Umgang mit Gefangenen würden auf Kuba eingehalten.

Kuba hat zwei Gesichter - das der Gefängnisinsel und das der karibischen Trauminsel. Die IGFM möchte, dass Touristen ihr Urlaubsziel bewusst wählen und das Elend der Menschen nicht verdrängen. Eine unbeschwerte Urlaubsfreude ist für einen gut informierten Touristen auf der Insel derzeit nicht möglich.

Die IGFM will daher über Möglichkeiten für "Bewusstes Reisen" informieren, die von potentiellen Urlaubern wahrgenommen werden können. Deutsche Touristen sollten wissen, wie groß die Armut der Kubaner und wie schlecht die medizinische Versorgung für die "normalen" Menschen ist, die weder zur Elite gehören, noch als Touristen kommen.

Auf der Insel lebten im Jahr 2002 ca. 11,25 Mio. Menschen. Weitere 2,3 Mio. Kubaner leben im Exil. Kubanische Menschenrechtler gehen davon aus, dass es gegenwärtig auf Kuba über 100.000 Häftlinge gibt. Der IGFM sind namentlich 300 Schicksale von politischen Gefangenen bekannt, die zum überwiegenden Teil jahrzehntelange Haftstrafen zu verbüßen haben.

 

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