25.04.2006 12:43 Uhr

SR Vietnam: Brutale Übergriffe auf Hmong-Christen

Opfer geschlagen, Häuser und Felder zerstört, Hab und Gut geraubt



Staatsterror gegen Hmong-Christen: Chang A Hu gefesselt und bewusstlos geschlagen

 

Frankfurt am Main (25. April 2006) - Mehrfach kam es in den vergangenen 30 Tagen zu überfallartigen Attacken auf Christen der ethnischen Minderheit der Hmong in den nordvietnamesischen Provinzen Dien Bien, Lao Cai und Lai Chau. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erhielt in den letzten Monaten Kopien mehrerer geheimer Anweisungen der Kommunistischen Partei Vietnams, die darauf zielten, die Religionsfreiheit der ethnischen Christen weiter einzuschränken. Infolge der Übergriffe, die in mehreren Provinzen stattfanden, wurden zahlreiche Menschen verletzt und misshandelt und hunderte obdachlos. Die IGFM ist sehr besorgt über die anhaltenden schweren Übergriffe auf Christen und ruft die USA und EU auf, im Rahmen ihrer Menschenrechtsdialoge mit Vietnam diese Fälle anzusprechen und auf eine Aufklärung zu drängen. Die IGFM appelliert auch an die vietnamesische Regierung, das Leben der Christen zu schützen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Am 14. April 2006 kamen Grenzschutzsoldaten des Reviers 405, der Polizei, des örtlichen Volkskomitees und der Miliz in das Dorf Trung Chai, Distrikt Muong Nhe, Provinz Dien Bien und zerstörten die Häuser von 16 christlichen Hmong-Familien mit insgesamt 150 Personen. Sie beschlagnahmten Geld, Kleidung, Saatgut und Arbeitsgeräte. Zwei Personen wurden verhaftet, geschlagen und schwer verletzt. Vier Tage später zerstörten die Angreifer nochmals die provisorischen Zelte und schlugen brutal auf protestierende Opfer ein. Der Familienvater Chang A Hu wurde bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen, nachdem ihm die Arme mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt worden waren. Danach ließ ihn die Polizei liegen, weil sie ihn für tot hielt. Die Christen waren einige Monate zuvor wegen der drohenden Hungersnot aus der benachbarten Provinz Lai Chau gekommen. Damals schon hatten ihnen die Behörden ein Bleiberecht mit der Begründung verweigert, für Christen sei kein Platz.

Am 21. März wurden im Dorf Ta Tong, Distrikt Muong Te, Provinz Lai Chau von Vertretern der Grenzschutzarmee, der Polizei, der örtlichen Vaterlandsfront und der Miliz ein Wohnhaus und acht Wohnhütten von evangelischen Hmong-Christen niedergebrannt. Gute Werkzeuge oder Haushaltsgeräte wurden mitgenommen. Vier Felder wurden unbrauchbar gemacht. Vor dem Brandanschlag gab es keine Vorankündigung oder Warnung seitens der Behörden. 40 Personen sind obdach- und mittellos. Wie der Anschlag davor, zielte auch er auf die Vernichtung der Lebensexistenz der Christen ab.

Am 17. April wurden die Christen im Dorf Ban Lien, Distrikt Bac Ha, Provinz Lao Cai vor ein Volkskomitee zitiert. In der vierstündigen Sitzung wurde der evangelische Glaube für illegal erklärt. Die Christen mussten erklären, sich nicht mehr zu versammeln und sich nur noch in der Familie zu treffen. Vier Christen - Thao Seo Phe, Giang Seo Nenh, Sung Seo Di und Lau Seo Pao -, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören, wurden am nächsten Tag zum Volkskomitee zitiert, geschlagen, gefoltert und verletzt. Thao Seo Phe musste für insgesamt fünf Stunden in einer schmerzhaften Position verharren. Ein Schüler der achten Klasse wurde gezwungen, stundenlang auf einem Bein zu stehen. Die Opfer wurden blutig geschlagen, wenn sie dies nicht mehr aushalten konnten.






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