Ismael Rodríguez González

Der 26-jährige Kubaner Ismael Rodríguez González wurde als Teilnehmer der landesweiten Proteste des 11. Juli 2021 unschuldig inhaftiert. Der Zugang zu Medikamenten, die er aufgrund seiner psychischen Erkrankung nehmen muss, wird ihm verweigert.
Neun Jahre Haft trotz psychischer Krankheit
Ismael Rodríguez González kommt aus der Gemeinde Güira de Melena in der Provinz Artemisa. Nachdem er an den landesweiten Protesten des 11. Juli teilgenommen hatte, wurde er wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ sowie „Sabotage“ zu neun Jahren Haft verurteilt.
Besonderes Aufsehen erregte der Fall von Ismael durch die Veröffentlichung eines Videos in den sozialen Medien, das Ismaels desolaten gesundheitlichen Status zeigt. Seitdem er acht Jahre alt ist, befindet sich Ismael in psychiatrischer Betreuung. Er leidet unter Epilepsie und wurde mit einer mentalen Beeinträchtigung sowie einer bipolaren Störung diagnostiziert. Zudem ist er suizidgefährdet. Bei den Besuchen im Gefängnis erkennt er weder seine Eltern, noch seine Schwestern wieder. Ismael redet zusammenhangslose Sätze und lebt in seiner eigenen Welt. Er ist nicht dazu in der Lage, sich um sich selbst zu kümmern.
Trotz all dessen wurde der 26-jährige verurteilt und zum Absitzen seiner Strafe sogar in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht. Außerdem wird ihm eine angemessene medizinische Betreuung verwehrt. Medikamente, die ihm seine Mutter bringen wollte, wurden ihr mit der Aussage, dass man sie Ismael geben würde, entwendet.
Verurteilung und Haftbedingungen
Der Prozess gegen Ismael Rodríguez González fand im März 2022 im Saal der „Straftaten gegen die Sicherheit des Landes“ des Amtsgericht Diez de Octubre in Havanna statt. Mit ihm wurden 32 weitere Demonstrierende verurteilt. Nachdem Ismael seine Strafe zunächst für zwei Jahre und drei Monate in dem bekannten Hochsicherheitsgefängnis „Combinado del Este“ verbüßen musste, wurde er in das „Ceiba 5“ verlegt, ein Arbeitslager für weniger gefährliche Straftäter, wo er für den Rest seiner Strafe Zwangsarbeit leisten sollte. Nachdem Ismael dort allerdings in einen Konflikt mit anderen Insassen involviert war, wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis Guanajay verlegt. Ohne jegliche psychologische oder medizinische Betreuung sitzt er dort seitdem in Isolationshaft. Seine Familie macht sich große Sorgen, dass sich sein Zustand dadurch weiter verschlechtert.
Politische Gefangene in Kuba
Tausende Menschen werden aufgrund ihrer politischen Überzeugungen oder ihrem Recht auf Meinungsfreiheit in Kuba inhaftiert, darunter Minderjährige, Aktivisten, Journalisten und Doppelstaatler. Die IGFM registriert auf der Karibikinsel aktuell über 1.060 politische Gefangene. Das Verwehren vom Zugang zu medizinischer Behandlung ist eine der vielen Methoden, die das kubanische Regime gegen die politischen Gefangenen und ihre Familien anwendet. Oft werden die Gefangenen zudem erniedrigt, gefoltert und leiden unter unhygienischen Zuständen.
Stand: Februar 2024





