Mahmoud Beheshti Langroudi

Der iranische Gewerkschafter Mahmoud Beheshti Langroudi ist Lehrer und setzt sich seit 1999 friedlich für die Rechte von Schülern und Lehrern im Iran ein. 2013 wurde er für seinen Einsatz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Sein Prozess dauerte gerade einmal 8 Minuten. Das islamische Revolutionsgericht verweigerte ihm die Möglichkeit, sich zu verteidigen. Anfang Juni 2020 wurde er aus dem Evin-Gefängnis entlassen.  

Iranischer Gewerkschafter war 14 Jahre in Haft

Mahmoud Beheshti Langroudi
Geburtsjahr: 1960

Festnahmen: 10.07.2004, 14.03.2007, April 2010, 06.08.2015

Vorwürfe: angebliche „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „regimefeindlicher Propaganda“

Urteil: insgesamt 14 Jahre

Seit Anfang Juni 2020 wieder frei

Mahmoud Beheshti Langroudi ist einer der bekanntesten Aktivisten der unabhängigen Lehrergewerkschaft „Verband der Lehrer des Iran”, deren Sprecher er bis zu seiner Verhaftung war. Er engagiert sich für die Rechte von Lehrern und Schülern im Iran. Aufgrund dieses Engagements wurde er seit 2004 viermal verhaftet. Wegen seines friedlichen Eintretens für Rechte und Verbesserungen im Bildungssystem verurteilte ihn ein Islamisches Revolutionsgericht zu Haftstrafen von insgesamt 14 Jahren.  

Sein wichtigster Prozess im Jahr 2013 dauerte nur acht Minuten und verstieß in mehrfacher Hinsicht gegen iranisches und internationales Recht. Unter anderem war die Öffentlichkeit ausgeschlossen und der Richter verweigerte ihm eine Möglichkeit zur Verteidigung. Nach internationalen Protesten verkürzten die iranischen Behörden im Juli 2018 seine Haftstrafe auf fünf Jahre. Anfang Juni 2020 wurde Beheshti Langroudi aus dem Gefängnis freigelassen. 

Engagement in der Lehrergewerkschaft

Mahmoud Beheshti Langroudi arbeitet bereits über 25 Jahre als Lehrer und engagiert sich seit 1999 für die Rechte seiner Berufskollegen im Iran. Mit seinen Kollegen der iranischen Lehrergewerkschaft kämpft er mithilfe von Appellen, friedlichen Protesten und Versammlungen gegen Beschäftigungsverhältnisse unter dem Mindestlohnniveau, gegen die Kriminalisierung von Gewerkschaften und für bessere Bedingungen für Lehrer und Schüler. 

Haft und Hungerstreiks

Die iranische Justiz rechtfertigt die langjährige Haftstrafe mit dem Vorwand angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „regimefeindlicher Propaganda“. Zuletzt wurde Beheshti Langroudi am 6. Februar 2018 erneut ins Evin-Gefängnis in Teheran gebracht, nachdem er vier Tage zuvor aus medizinischen Gründen vorübergehend entlassen wurde. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich aufgrund mehrerer Hungerstreiks zunehmend. Ziel dieser Hungerstreiks ist der Protest gegen seine unrechtmäßige Gefangenschaft, da er keine andere Möglichkeit zur Verteidigung oder Revision hat. Außerdem protestiert er gegen die Kriminalisierung von Gewerkschaften und für einen humanen Umgang mit politischen Gefangenen. Für diese herrschen in iranischen Gefängnissen deutlich schlechtere Bedingungen als für Kriminelle. Als zusätzliche Strafe wird politischen Gefangenen unter anderem oft der Zugang zu medizinischer Versorgung oder das Besuchsrecht verweigert. Nach einem Hafturlaub aufgrund der Corona-Krise im März 2020, wurde er im Mai 2020 wieder in Gefangenschaft genommen. 

Verfolgung von Gewerkschaften in der Islamischen Republik

Nach der Machtergreifung der Islamisten im Jahr 1979 verboten diese freien Gewerkschaften. Zugelassen waren ausschließlich „Islamische Räte“, deren Aufgabe es de facto ist, den „islamischen“ Charakter des Staates in der Arbeitnehmerschaft durchzusetzen und die Interessen der Führung der Islamischen Republik auszuführen. In diesem Sinne melden sie „Störungen und unerwünschte Vorfälle“ in Unternehmen. Ein großer Teil der iranischen Wirtschaft gehört direkt dem Staat, den Islamischen Revolutionswächtern oder wird von islamischen Geistlichen kontrolliert. Es scheint, als ob die Führung des Regimes den Einsatz für Arbeitnehmerrechte als Angriff auf die eigene Macht und die eigenen Gewinne betrachtet. 

Im Jahr 2003, während der Amtszeit des relativ reformorientierten Präsidenten Mohammad Khatami, ist die Gründung und Mitgliedschaft in Gewerkschaften rechtlich wieder legalisiert worden. Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus: Gewerkschaften werden willkürlich verboten, Gewerkschafter bedroht, entlassen oder verhaftet. 

Stand: Juli 2025 

Weitere politische Gefangene im Iran

Borna Naimi

Der Karate-Sportler Borna Naimi wurde aufgrund seiner Bahá’í-Zugehörigkeit inhaftiert und durch Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Drohungen gegen seine kleine Tochter zu einem falschen Geständnis gezwungen. Ohne Beweise oder rechtlichen Beistand droht dem Familienvater nun die Todesstrafe, während ihm die notwendige medizinische Behandlung seiner Folterverletzungen verweigert wird.

Armin Monsaref

Anfang Februar 2026 wurde Armin Monsaref in seinem Elternhaus in Sardasht (West-Aserbaidschan) festgenommen. Seine veröffentlichten Analysen und Arbeiten erreichten ein breites Publikum aus unterschiedlichen Regionen Irans, darunter auch kurdisch geprägte Gebiete. Momentan sind keine Informationen über Armins Aufenthaltsort bekannt.

Navid Zarrehbin Irani

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