Maryam Abbasi Niko

Die zweifache Mutter wurde anstelle ihrer Tochter, die sich gegen das Regime gestellt hatte, verhaftet. Ihr wurden Vorwürfe angelastet, die mit der Todesstrafe geahndet werden können. Nach ihrer Freilassung im Oktober 2024 wurde Maryam im November 2025 erneut festgenommen.

Nach Freilassung erneut festgenommen

Maryam Abbasi Niko
Geburtsdatum: –

Festnahme: 10. November 2025

Inhaftiert in: unklar

Vorwurf: unklar

Maryam Abbasi-Niko stammt aus Shahin Shahr in der Provinz Isfahan und Mutter einer Tochter und eines Sohnes. Agenten des Geheimdienstministeriums stürmten am 26. Juni 2023 um 23 Uhr ihre Wohnung, um ihre Tochter Bita zu verhaften, die jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht zuhause war. Stattdessen verprügelten die Agenten Maryam und ihren Mann und nahmen Maryam fest. Sie war bereits zuvor wegen früherer ziviler Protesten festgenommen worden. Bei ihrer Festnahme sollen die Beamten gesagt haben, dass Maryam nach einer „einfachen Befragung“ zurückkehren werde. Sie wurde jedoch in das Daulat-Abad-Gefängnis gebracht und dort festgehalten, bis sie im Oktober 2024 freigelassen wurde.

Am 10. November 2025 wurde Maryam erneut festgenommen, unter dem vagen Vorwurd, dass sie Informationen über ihre Tochter weitergegeben hätte. Bita wurde einige Tage später am 13. November 2025 ebenfalls festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht.

Hintergrund der ersten Festnahme – Tochter hatte gegen Vergiftungsskandal protestiert
Maryams Tochter Bita Shafiei wurde einige Monate vor Maryams Festnahme 2023 von Sicherheitskräften festgenommen, nachdem sie gegen einen Vergiftungsskandal an ihrer Schule protestiert hatte. Während der brutalen Vernehmung wurde ihr der Mittelfinger gebrochen. Anschließend wurde sie vor Gericht gestellt. Allerdings wurde ihre Haftstrafe für ein Jahr ausgesetzt und sie kam nach einiger Zeit frei.

Das „Verbrechen“ von Maryam Abbasi Niko besteht darin, dass sie die Mutter eines mutigen Mädchens ist, welches sich gegen das Regime stellt und protestiert. Ihre Familie ist besorgt, da die Vorwürfe ihr gegenüber zu einem Todesurteil führen könnten. Bislang ist über ihren Zustand nichts bekannt.

Festnahmen und Inhaftierungen
Maryam Abbasi-Nikos Fall wurde 2023 an die dritte Ermittlungsabteilung von Shahin Shar weitergeleitet. Nach Informationen von Familienangehörigen wurde ihr angebliche „Beleidigung des Propheten und Blasphemie“ vorgeworfen – eine schwere Anklage, die im Iran mit der Todesstrafe geahndet wird. Berichten zufolge stützte sich diese Anklage auf die Aktivitäten von Maryam in den sozialen Medien. Sie durfte nicht von ihrem eigenen Anwalt vertreten werden, sondern  erhielt einen, vom Gericht ernannten, Ersatzanwalt. Im Oktober 2024 wurde Maryam freigelassen.

Am 10. November 2025 kamen Beamte mit einem Haftbefehl für Maryam und Bita zu ihrem Haus und nahmen die Mutter fest. Drei Tage später wurde auch Bita festgenommen, derzeit ist nicht bekannt, wo sich Mutter und Tochter aufhalten.

Stand: Oktober 2024

So können Sie Maryam helfen:

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranischer Justizchef 
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Betreff: „Bitte um die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der Gefangenen Maryam Abbasi-Niko“

Sehr geehrter Herr Botschafter / Sehr geehrter Herr Justizchef, …

mit diesem Schreiben bringe ich meine Besorgnis über die mir vorliegenden Berichte zur Verhaftung der Iranerin Maryam Abbasi-Niko zum Ausdruck.

Sie wurde am 10. November 2025 erneut grundlos in Shahin Shahr festgenommen, nachdem sie zuvor am 26. Juni 2023 gewaltsam in ihrem Zuhause anstelle ihrer Tochter verhaftet wurde. Die Umstände der aktuellen Festnahme sind unklar und es ist nicht ersichtlich, was ihr vorgeworfen wird. 

Mit größter Sorge bewegen mich die zahllosen Berichte über Verhaftungen und das gewaltsame Vorgehen von Sicherheitskräften, die bei mir große Zweifel an der Rechtstaatlichkeit der Justizverfahren aufkommen lassen.

Ich appelliere an Sie, Maryam Abbasi-Niko umgehend und ohne Auflagen freizulassen. Nach internationalen Rechtsstandards hat sie in keiner Weise eine strafbare Handlung begangen. Die Verhaftung von Frau Abbasi-Niko ist willkürlich.

Außerdem appelliere ich an Sie, die Haftbedingungen in einem transparenten Verfahren zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich bitte Sie herzlich, mir zu schreiben, was Sie unternommen haben.

Hochachtungsvoll

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