Hilfe für Obdachlose

Allgemeine Infos zur Obdachlosigkeit

Der Begriff Obdachlosigkeit oder Wohnungslosigkeit wird verschieden definiert. Eine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Statistik gibt es nicht. Aus diesem Grund legt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG) jährlich eine Schätzung für das Vorjahr vor. Die BAG ist der überkonfessionelle Dachverband der wichtigsten freien Träger der Wohnungslosenhilfe in Deutschland.

Nach der Definition der BAG ist eine Person wohnungslos, wenn sie nicht über einen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt. Das sind nicht nur Menschen, die auf der Straße leben, sondern auch Bewohner von Heimen, Anstalten, Notübernachtungen, Asylen, Frauenhäusern, Aussiedler- und Asylbewerberunterkünften, sowie Personen, die bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend untergekommen sind.

Nach der oben genannten Definition schätzt die BAG die Zahl der Wohnungslosen auf rund 250.000 Menschen. Die Zahl der Personen, die auf der Straße leben auf rund 18.000 Menschen. Auf der Straße leben vor allem Männer über 40 Jahren , eine Ursache ist oft Alkoholismus. Für Wohnungslosigkeit allgemein liegen die Ursachen oft in häuslichen Konflikten und häuslicher Gewalt, Scheidung, Trennung, Verlassen der Herkunftsfamilie und Mietschulden.

Die genauen Zahlen, Entwicklungen und zahlreiche weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der BAG unter:  

 

[http://www.bag-wohnungslosenhilfe.de/fakten/1.phtml]

 

 

 

 

 

Hilfsangebote für Obdachlose

Die Kommunen sind nach dem Ordnungsrecht der Bundesländer gesetzlich verpflichtet, unfreiwillig Wohnungslose unterzubringen. Auch Menschen, die vom Verlust der bisherigen Unterkunft bedroht sind, oder eine menschenunwürdige Unterkunft bewohnen, gelten rechtlich als Obdachlose und haben einen Anspruch auf Unterbringung.

Freiwillig Obdachlose, so genannte Nichtsesshafte, die ohne feste Unterkunft von Ort zu Ort ziehen, haben keinen Anspruch auf Unterbringung durch die Behörden, auch wenn die Angebote der Kommunen auch für Sie offen stehen. Nichtsesshafte werden juristisch erst dann zu "unfreiwillig Obdachlosen", wenn Sie sich um eine dauerhafte Unterkunft bemühen.

Die Ansprechpartner der Kommunen für Obdachlose sind regional bei verschiedenen Ämtern angesiedelt. Oft beim Sozialamt, aber auch beim Wohnungsamt, dem Ordnungsamt, für Jugendliche beim Jugendamt oder beim kommunalen sozialen Dienst. In einigen Städten gibt es auch spezielle Fachdienste für die Unterbringung von Wohnungslosen. Wenn Sie Hilfe brauchen, dann rufen Sie einfach bei Ihrem Sozialamt an. Man wird Sie zum richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

Die Unterbringung erfolgt in aller Regel in Sammelunterkünften. Darüber hinaus gibt es vielfältige Angebote von freien, vor allem kirchlichen Trägern. Das können z.B. "Tagesaufenthalte" sein in denen auch Möglichkeiten zum Duschen und Wäschewaschen angeboten werden. Kirchliche Einrichtungen und das rote Kreuz bieten in sehr vielen Orten auch Kleiderkammern für sozial Schwache an. Näheres über die Angebote in Ihrem Ort können Sie beim Sozialamt, bei der Diakonie, der Caritas oder oft auch bei Kirchengemeinden erfragen.

Die Telefonnummer Ihres Sozialamtes finden Sie im Telfonbuch oder über die Homepage Ihrer Stadt.
Einen Ansprechpartner der Caritas an Ihrem Ort finden Sie hier:  [http://www.caritas.de/2227.html]
Die Landesverbände des Diakonischen Werks finden Sie hier: [http://www.diakonie.de/1323_DEU_HTML.htm]

 

Hilfsangebote für Alkoholkranke und deren Angehörige finden Sie hier :

 

Blaues Kreuz Suchtkrankenhilfe [http://www.blaues-kreuz.de]
Anonyme Alkoholiker (AA) [http://www.anonyme-alkoholiker.de ...]
Al-Anon, Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholikern [http://www.al-anon.de ...]

 

Schulden sind ebenfalls ein häufiges Problem. Sie können sich kostenlos beraten lassen :

 

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung [www.bag-schuldnerberatung.de]

 

 

 

Niedrigschwellige medizinische Dienste

Die medizinische Versorgung Obdachloser ist ein besonderes Problem. Viele Betroffene haben keine Kenntnisse über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen oder auch Angst, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Viele Obdachlose haben auch schlechte Erfahrungen in Arztpraxen und Krankenhäusern gemacht.

Um Obdachlose dennoch medizinisch zu erreichen, gibt es verschiedene so genannte "niedrigschwellige medizinische Dienste". Diese Dienste sind regional sehr verschieden und oft nur in größeren Städten vorhanden. In wenigen Fällen sind staatliche Stellen beteiligt, z.B. in Köln das Gesundheitsamt. Meistens sind es Angebote in freier Trägerschaft, vor allem der Diakonie und der Caritas. Zum Teil gibt es Vertragsärzte, zum Teil wird alle Arbeit rein ehrenamtlich durch Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern und Rettungsassistenten geleistet. Es gibt Ambulanzen, die in den Städten Obdachlose direkt aufsuchen und Angebote in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, die medizinische Hilfe anbieten.

Wenn Sie wissen möchten, ob es an Ihrem Ort niedrigschwellige medizinische Dienste gibt, dann können Sie Näheres bei der Diakonie oder der Caritas vor Ort erfragen oder sich an das Sozial- oder Gesundheitsamt in Ihrer Stadt wenden. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. hat Informationen über lokale Angebote für die medizinische Versorgung von Obdachlosen,  Ärzte vermitteln kann sie selbst nicht.

Hunger?

In Deutschland hat jeder Mensch, unabhängig davon ob er deutscher Staatsbürger ist oder sich legal in Deutschland aufhält, das Recht auf den Schutz seiner Menschenwürde. Dazu gehört für Menschen, die dazu nicht selbst in der Lage sind, Hilfe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und einer Unterkunft. Für Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung ergeben sich diese Ansprüche auch aus §§ 3, 6 AsylbLG. Demnach haben Menschen ohne legalen Status u.a. Anspruch auf notwendigen Bedarf an Nahrung, Unterkunft, Kleidung, Gesundheits- und Körperpflege. Auch Obdachlose haben selbstverständlich Anspruch auf Sozialhilfe und Sozialleistungen. Zuständig dafür sind im Wesentlichen die Sozialämter, ja nach Fall auch das Jugendamt bzw. der kommunale soziale Dienst oder der allgemeine soziale Dienst.

Wer hilft?

Neben der staatlichen Hilfe (siehe auch → Hilfsangebote für Obdachlose) gibt es ein sehr starkes Engagement der Kirchen und mehrerer Vereine. Dazu gehören unter anderem:

 

Evangelische Obdachlosenhilfe [www.evangelische-obdachlosenhilfe.de ]

Katholische Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe [www.kagw.de]

Diakonisches Werk der EKD [www.diakonie.de]

Deutscher Caritas Verband [www.caritas.de ]

Die Heilsarmee [http://www.heilsarmee.de ]

Die Bahnhofsmissionen [http://www.bahnhofsmission.de ]
Die Tafeln [http://www.tafel.de ]
Ihre Tafel vor Ort [http://www.tafel.de/tafelsuche.php ]

Rotes Kreuz [http://www.drk.de ]
Kreisverbände des Roten Kreuzes [http://drk-intern.de/adressen/kreisverbaende.html ]

Der Dachverband der wichtigsten freien Träger der Wohnungslosenhilfe ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe [http://www.bag-wohnungslosenhilfe.de]

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