Kurdische Peschmerga transportieren deutsche Weihnachtspakete für Flüchtlinge im Nordirak

Flüchtlingsmädchen im Lager Dawdye

Frankfurt am Main / Cottbus / Dohuk – (22. Dezember 2015) – Im November starteten die in Frankfurt am Main ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und das Menschenrechtszentrum Cottbus (MRZ) die Hilfsaktion „Wir schenken ein Weihnachtsfest – und eintausend Pakete“ zu Gunsten der im nordirakischen Lager Dawdye lebenden Flüchtlinge. Im Lager Dawdye im Nordosten der Millionenstadt Dohuk in den Bergen Kurdistans sind zurzeit 785 Familien, insgesamt über 4.600 Jesiden, Christen und einige muslimische Turkmenen untergebracht. Sie leben in 900 Metallcontainern, die zwar den harten Witterungsverhältnissen angepasst sind, doch die Versorgungslage ist nach wie vor sehr schlecht.

Nach der Rückkehr von einem Hilfseinsatz in Irakisch-Kurdistan Ende Oktober 2015 beschlossen die zwei Menschenrechtsorganisationen, anlässlich des Weihnachtsfestes den Flüchtlingen in Dawdye zu helfen und ihnen zu zeigen, dass Menschen in Deutschland an sie denken. Jede Familie in dem Flüchtlingslager Dawdye erhält ein Weihnachtspaket. Die restlichen Pakete werden an Flüchtlingsfamilien verteilt, die in wilden Lagern, wie z.B. auf Baustellen oder unter Brücken in der nahen Umgebung leben. Eine achtköpfige Reisegruppe von IGFM-Mitgliedern aus verschiedenen Teilen Deutschlands wird unter der Leitung von Sylvia Wähling die Weihnachtstage in Dohuk und Dawdye verbringen und die Verteilung der Pakete vornehmen. Sie ist Vorstandsmitglied der IGFM und geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus.

In nur vier Tagen wurden 1.000 identische, jeweils rund 13 kg schwere Pakete mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, einigen Kleidungsstücken und einem Christstollen als Weihnachtsgruß, bei der IGFM in Frankfurt am Main von ehrenamtlichen Helfern gepackt. Dank eines großzügigen Sponsors werden die Pakete nach Erbil in den Nordirak geflogen. Am 23. Dezember werden die Weihnachtspakete am Flughafen von Erbil von der kurdischen Peschmerga übernommen und in das 240 km entfernte Flüchtlingslager transportiert, wo sie von den IGFM-Mitgliedern aus Deutschland an die dort lebenden Jesiden, Christen und Muslime verteilt werden. Dass die Peschmerga sich bereit erklärt haben, die Spedition der Weihnachtspakete zu übernehmen, ist für die IGFM eine frohe Weihnachtsbotschaft, dass eine Zusammenarbeit über die Religionsgrenzen hinweg weiterhin möglich ist. „Im Iran und Pakistan müssen Christen und besonders Konvertiten um ihr Leben fürchten, aber nicht im benachbarten irakischen Kurdistan, wo der 25. Dezember sogar ein offizieller Feiertag ist“, erklärt Sylvia Wähling.

Gemeinsam mit den ca. 700 Christen des Lagers und des Dorfes Dawdye wird die Gruppe aus Deutschland am 27. Dezember an einem Gottesdienst in der katholischen Kirche des Dorfes teilnehmen und anschließend zu einer Weihnachtsfeier mit Essen und Musik entsprechend den kulturellen Traditionen der Kurden einladen. Auch dies soll das Leben der Flüchtlinge für einige Stunden verschönern und ihnen zeigen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten.


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