Weihnachten in Angst und Unfreiheit: IGFM erinnert an verfolgte Christen

Christen im Nahen Osten: Unerbittlich verfolgt durch islamische Extremisten

Frankfurt am Main – (22. Dezember 2015) – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt/Main erinnert in diesem Jahr vor Weihnachten daran, dass für viele Christen das Fest der Liebe durch Verfolgung und Einschränkung ihrer grundlegenden Rechte überschattet ist. Ein sehr großer Teil der Menschen, die weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sind Christen. In einigen Gegenden geht die Verfolgung so weit, dass ganze Landstriche bald „christenrein“ sein könnten. Ideologen, die ganze Erdteile mit Krieg und Unrechtsherrschaft überziehen, sind die Hauptfeinde der Religionsfreiheit.

Syrien: Dazu zählen die Gebiete Syriens, die unter Kontrolle der Terrororganisation Islamischer Staat stehen. Vor dem Ausbruch erlebten Christen und andere religiöse Minderheiten eine – für mehrheitlich muslimische Länder – besondere Toleranz in Syrien, das für Christen mit Blick auf seine biblischen Stätten auch Heiliges Land ist.

Nigeria: Wieder sind um Weihnachten viele Christen in Nigeria verängstigt, besonders im Norden des westafrikanischen Landes: Vor zwei Jahren attackierte die sunnitisch-salafistische Bewegung Boko Haram ausgerechnet zum Fest eine Kirche in Madalla in der Nähe von Abuja und brachte dabei mehr als 40 Menschen um. Die Terroristen haben mitten in einer feierlichen und fröhlichen Messe zugeschlagen. Christliche Gemeinden existieren bald nicht mehr in Nord-Nigeria, weil Boko Haram schon viele ausgelöscht hat. „Sie nutzen hohe Feiertage, um den Christen zu zeigen, dass sie dort nicht hingehören“, erklärt IGFM-Referent für Subsahara-Afrika Dr. Emmanuel Ogbunwezeh. Oftmals kommen sie auch in die Dörfer und töten die Menschen zu Hause. „Sie bewegt eine Vision des Islam, eine fanatische Ideologie zur Erlangung der Weltherrschaft. Sie glauben, dass alles, was mit westlichen Werten, Christentum, Demokratie und Bildung und vor allem Freiheit zu tun hat, Teufelswerk ist und auszulöschen gilt und nur sie das Recht haben, zu existieren“, berichtet der Nigeria-Experte weiter.

Pakistan: Immer öfter kommt es in Pakistan zu Gewalttaten gegen religiöse Minderheiten, darunter die 2,7 Prozent Christen. Das Vertrauen in die Sicherheitskräfte und in die Justiz ist erschüttert: Polizisten und Richter zeigten sich zu oft durch Islamisten erpressbar. Nach einem Anschlag auf zwei Kirchen im März in Yohanabad, einem Vorort von Lahore im Punjab, wurden zwei der Mittäter gelyncht. Anschließend beschuldigte die Polizei pauschal christliche Männer im Alter von 16 bis 35 Jahren; die Beamten folterten selbst Schüler brutal. Überproportional häufig werden Christen zudem fälschlich der Blasphemie beschuldigt. Islamisten nutzen die Blasphemiegesetze, die in den meisten Fällen die Todesstrafe vorsehen, um gegen religiöse Minderheiten vorzugehen Die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony, Projektpartnerin der IGFM, schlägt vor, dass nur der Staat als Kläger auftreten dürfe. „Nur dies kann vor falschen Beschuldigungen schützen“, sagte sie bei ihrem Besuch im November in Frankfurt. Oft komme es in Privatfehden zu solcher Falschbeschuldigung. Die Beweispflicht müsse beim Kläger liegen, der sich im Fall einer Falschaussage auch zu verantworten habe, schlägt Anthony weiter vor.

China: Im zurückliegenden Jahr bestätigte Chinas Staatspräsident Xi Jinping, zugleich Generalsekretär der Kommunistischen Partei (KPC), die Rangfolge aus Sicht des Regimes: Religionsgemeinschaften haben sich der KP unterzuordnen und dürften nur unter Leitung der Partei „der Entwicklung der Nation dienen“. Das Christentum wächst aber im bevölkerungsreichsten Land der Erde und so werden in China zu Weihnachten wieder die Kirchen überfüllt sein. Die Christen lassen sich nicht davon abschrecken, dass noch immer Glaubensgeschwister, die sich nicht der Kontrolle der Partei fügen wollen, in Haft sind. Die IGFM tritt für sie ein.


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