Raketentests statt Nahrungsmittel

Die atomwaffentaugliche nordkoreanische Interkontinentalrakete (ICBM) vom Typ „Hwasong-17“ wurde am 18. November aus der Region Sunan abgefeuert. Sie ist scheinbar westlich von Hokkaido in der japanischen Wirtschaftszone niedergegangen.

„Nordkoreas Raketen erschrecken die Welt“

IGFM unterstützt UN-Resolution zur Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea

Frankfurt am Main, 18. November 2022 – Raketentests statt Nahrungsmittel, Provokation statt Einhalten internationaler Abkommen: Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beobachtet mit Sorge die Menschenrechtssituation des isoliertesten Staates der Welt. Nordkorea provoziert Südkorea und dessen Bündnispartner seit Jahren mit immer neuen Raketentests. So wurde heute Nacht eine Interkontinentalrakete und in den vergangenen zwei Wochen mindestens fünf Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation unterstützt die am Mittwoch verabschiedete UN-Resolution, die die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea verurteilt und fordert das Regime auf, die Freiheitsrechte seiner Bevölkerung zu respektieren sowie deren „jahrzehntelange Ausbeutung“ zu beenden.

„Nordkoreas Raketen erschrecken die Welt. Die Partnerschaften mit China und Russland sichern den Machterhalt der Führung in Pjöngjang. Die Machtdemonstrationen des Regimes gehen seit Jahren auf Kosten der Bevölkerung, der es an allem mangelt. Korruption, Misswirtschaft, Zwangsarbeit, Hinrichtungen und Hunger bestimmen den Alltag der Nordkoreaner, während der Diktator Kim Jong Un mit Raketentests die USA und Südkorea provoziert“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

UN verurteilt Menschenrechtsverletzungen in Resolution
Nachdem China und Russland Anfang Februar 2022 in einer gemeinsamen Erklärung ihre Vision einer neuen Weltordnung dargelegt und ihre „unbegrenzte Freundschaft“ proklamiert hatten, schlug sich Nordkorea auf die Seite Russlands und machte die USA für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Kurz darauf testete das Regime Interkontinentalraketen – das erste Mal seit November 2017. Die Vereinten Nationen verurteilen das Handeln des nordkoreanischen Diktators und fordern in ihrer Resolution unverzüglich Maßnahmen zur Verbesserung der Menschenrechtslage. Es ist das 18. Jahr in Folge, dass der UN-Menschenrechts-Ausschuss eine solche Resolution zur Menschenrechtslage verabschiedet hat. Seit vier Jahren wurde diese erstmals wieder von Südkorea unterstützt. Die Resolution wird im nächsten Monat von der UN-Generalversammlung zur Abstimmung gestellt werden. Die IGFM begrüßt, dass die von Ländern der Europäischen Union eingebrachte Resolution die Besorgnis über die illegale Inhaftierung, Folter und Hinrichtung ausländischer Staatsangehöriger in Nordkorea zum Ausdruck bringt.

Bevölkerung leidet Hunger und lebt in Furcht
Kim Jong Un regiert das Land mit äußerster Brutalität, extremem Personenkult, Einschränkung sämtlicher Freiheitsrechte und einer umfassenden Unterdrückung der Bevölkerung. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hatte der Diktator die Bewegungsfreiheit der Menschen weiter eingeschränkt und sie noch mehr als sonst von der restlichen Welt isoliert. Grausame Menschenrechtsverletzungen gehören weiterhin zum Alltag in Nordkorea. Während der Führer und seine loyale Elite im Luxus leben, leidet die Bevölkerung Hunger und muss fürchten, willkürlich verhaftet und in einem der Straflager zu Tode gefoltert zu werden. Kim Jong Un beutet die nordkoreanische Bevölkerung – durch Zwangsarbeit und dem „Verleih“ an Drittstaaten –  aus. Das erwirtschaftete Geld fließt nicht in Nahrungsmittellieferungen für die hungernde Bevölkerung, sondern weiter in militärische Aufrüstung und Raketentests. Laut „Global Peace Index“ des Institute for Economics and Peace (IEP) belegt Nordkorea im Jahr 2022 Platz 152 von 163.

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