Reza Khandan

Reza Khandan ist der Ehemann der Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh. Auch er engagiert sich für Frauenrechte und protestiert öffentlich gegen die Verschleierungspflicht. Seit Dezember 2024 befindet er sich in Haft.
Ehemann von Nasrin Sotoudeh in Haft
Reza Khandan ist ein iranischer Menschenrechtsaktivist. Er engagiert sich vor allem für Frauenrechte und die Rechte politischer Gefangener. Er setzt sich unter anderem für Gleichberechtigung, gegen die Verschleierungspflicht von Frauen und gegen die Todesstrafe im Iran ein.
Seine Frau ist die prominente Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, Sacharowpreisträgerin und ebenso ausgezeichnet mit dem alternativen Friedensnobelpreis. Wegen ihrer Arbeit als Anwältin politischer Gefangener und Aktivistin für Frauenrechte wurde sie im Jahr 2018 zu über 30 Jahren Haft verurteilt. Die Haftstrafe gilt noch immer. Seit Juli 2021 ist sie im Hafturlaub, unterbrochen durch eine kurzzeitige Verhaftung und Arrest im Jahr 2023.
Gemeinsam haben sie eine Tochter, Mehraveh, und einen Sohn namens Nima. Reza Khandan setzte sich öffentlich für Nasrins Freilassung ein und rückte so auch mehr in die nationale und internationale Öffentlichkeit.
Festnahme und Verurteilung
Reza Khandan wurde bereits im September 2018 einmal verhaftet und war im Anschluss vier Monate im Gefängnis. Im Dezember 2018 ließ man ihn gegen eine Kaution frei.
Die Anklage lautete „Verschwörung und Absprache gegen die nationale Sicherheit“ sowie „Verbreitung von Propaganda gegen das System“. Ihm wurde vorgeworfen, an der Herstellung und Verbreitung von Ansteckern, die sich gegen die Verpflichtung zum Tragen eines Hijabs aussprechen, beteiligt gewesen zu sein. Außerdem hatte er im Internet über die ungerechte Inhaftierung seiner Frau im Juni 2018 gepostet.
Im Januar 2019 wurde er deswegen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich wurde ihm für zwei Jahre verboten, das Land zu verlassen oder sich online zu engagieren.
Die Strafe wurde später auf fünf Jahre reduziert. Im Rahmen einer Massen-Amnestie nach den Mahsa-Amini-Protesten, die 2022 den Iran erfassten, wurde er begnadigt.
Seine Festnahme in Teheran erfolgte am 13. Dezember 2024 ohne vorherigen Hinweis. Man brachte ihn vor Gericht und anschließend ins Evin-Gefängnis.
Zudem entspricht das Datum Reza Khandans Verhaftung genau dem Tag, an dem ein neues repressives Gesetz über das obligatorische Tragen des Hijab in Kraft treten sollte. Dieses hätte die Rechte von Frauen und Mädchen noch weiter geschwächt, da es die Todesstrafe, Auspeitschen, Gefängnisstrafen und andere harte Strafen eingeführt hätte, um Widerstand gegen das obligatorische Tragen des Hidschabs zu unterdrücken. Mit seinem Veto hatte Präsident Peseschkian die Umsetzung des Gesetzes vorerst verhindert.
Stattdessen nahmen die Behörden Reza am selben Tag fest. Nasrin Sotoudeh erklärte: „Rezas Verhaftung war eigentlich eine Art Rache für ein Gesetz, das sie nicht umsetzen konnten“.
Nach den Angriffen Israels auf das Evin-Gefängnis am 23. Juni 2025 wurde Reza Khandan am 24. Juni 2025 in das Fashafouyeh-Gefängnis, das Zentralgefängnis Teherans, verlegt. Reza beschrieb, wie der iranische Staat die Gefangenen bei dem Angriff trotz vorheriger Warnungen im Stich ließ, den Tod Vieler in Kauf nahm und die überlebenden Insassen im Anschluss gewaltsam verlegte. Er berichtete, dass keiner der verletzten Gefangenen in ein Krankenhaus gebracht wurde, sie aneinander gekettet wurden und die grundlegendsten Bedürfnisse unerfüllt blieben. Die Transporte dauerten mehrere Stunden, dabei wurden die Gefangenen gedemütigt und mit Gewehren bedroht. Im Fashafouyeh-Gefängnis herrschten furchtbare Bedingungen. Die Zellen waren schmutzig, überfüllt und voller Ungeziefer. Inhaftierte mussten auf dem Boden schlafen und es gab kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Seit dem 8. August 2025 ist Reza Khandan wieder im Evin-Gefängnis. Dieses ist nun noch menschenunwürdiger als vorher, da wichtige Einrichtungen des Gefängnisses, unter anderem die Krankenstation und der Besuchsraum, stark beschädigt wurden.
Zusätzlich zu den schlimmen Haftbedingungen wird Reza Besuch verwehrt. Sein Sohn Nima wurde während eines Haftbesuchs am 30. Januar 2025 von den Gefängnisbeamten geschlagen und auf einer Polizeistation festgehalten.
Seine Frau und Tochter durften ihn nicht besuchen, da sie sich weigerten den Hijab zu tragen. Aufgrund einer darauffolgenden friedlichen Sitzwache von Reza Khandan wird ihm nun jeglicher weiterer Besuch untersagt.
Nasrin Sotoudeh bezeichnete das Verhindern von Besuchen als Missbrauch der Staatsmacht und ein Verbrechen.
Strukturelle Unterdrückung von Stimmen des Widerstandes im Iran
Das Mullah-Regime sieht sich durch die revolutionäre Bewegung im eigenen Land und die internationale Aufmerksamkeit stark unter Druck gesetzt. Die Verhaftung von Reza Khandan ist Teil der systematischen Repression des Mullah-Regimes und stellt einen schweren Angriff auf die Arbeit friedlicher Menschenrechtsaktivisten im Iran dar. Diejenigen, die landesweit für Frauenrechte und einen Regime-Wechsel auf die Straßen gehen, sollen abgeschreckt werden.
Stand: November 2025


