Tabish und Yeshua Shahid

Die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid wohnten in der punjabischen Provinzhauptstadt Lahor. Die Zwillingsbrüder arbeiteten als Fabrikarbeiter. Sie wurden von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA zu den Gefangenen des Monats Oktober 2024 ernannt. Foto: Claas

Pakistanische Zwillingsbrüder in Haft

Tabish und Yeshua Shahid
Geburtsdatum: 2006

Festnahme: August 2024

Inhaftiert in: Kasur (Provinz Punjab)

Vorwurf: Koranschändung

Urteil: –

Gefangene des Monat November 2024

Die pakistanischen Christen Tabish und Yeshua Shahid wohnten in der punjabischen Provinzhauptstadt Lahor. Die Zwillingsbrüder arbeiteten dort als Fabrikarbeiter.

Festnahme und Verurteilung
Am 26. August 2024 besuchten Tabish und Yeshua Verwandte in einem Dorf im Distrikt Kasur, während dort das jährliche Fest zu Ehren eines Sufi-Heiligen gefeiert wurde. Dort bastelten sie sich Spielgeld aus Altpapier und warfen die selbstgemachten Scheine in die Luft. Passanten beobachteten sie dabei und beschuldigten sie daraufhin, Seiten aus dem Koran verwendet zu haben.

Tabish und Yeshua entgegneten, dass sie nicht gelesen hätten, was auf dem Papier steht. Unter dem Vorwurf der Blasphemie schlugen einige der Umstehenden auf die Brüder ein, die schließlich die Flucht ergriefen und sich verstecken konnten. Nachdem in der Moschee zum Ergreifen der Zwillinge aufgerufen wurde, flüchteten mehr als 40 christliche Familien aus den umliegenden Häusern, um möglichen Vergeltungsakten zu entgehen. Die Polizei nahm zunächst einige Christen, darunter auch Verwandte der Brüder, auf dem Viertelfest fest, bis Tabish und Yeshua sich dann ergaben und festgenommen wurden.

Den Zwillingsbrüdern wird angebliche „Koranschändigung“ vorgeworfen. Der Vorwurf ist haltlos, da die Brüder Analphabeten sind und wahrscheinlich die Bedeutung der Papiere nicht verstanden. Seit Ende August 2024 befinden sie sich im Gefängnis von Kasur (Provinz Punjab). Nach Gesetz der Blasphemie droht ihnen eine lebenslange Gefängnisstrafe oder auch die Hinrichtung.

Stand: April 2025

Gefangener des Monats der IGFM
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für aus Glaubensgründen Verfolgter und Menschen, die dieses wichtige Recht verteidigen ein. Als „Gefangener des Monats“ wird monatlich das Schicksal einer Person vorgestellt, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert ist oder verfolgt wird. Mehr zu den „Gefangenen des Monats“ und wie Sie sich für diese Person einsetzen können, können Sie in der Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus“ oder in den Portraits der Gefangenen nachlesen.

Hier geht es zur Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus“

So können Sie Tabish und Yeshua helfen:

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Pakistan. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen:

Botschafterin: Frau Saqlain Syedah
Botschaft der Islamischen Republik Pakistan
Schaperstraße 29, 10719 Berlin
E-Mail: mail@pakemb.de

Betreff: „Bitte um die unverzügliche und bedingungslose Freilassung der Gefangenen Tabish und Yeshua Shahid“

Sehr geehrte Frau Botschafterin,

ich wende mich heute wegen der erst 18-jährigen Brüder Tabish und Yeshua Shahid aus Pakistan an Sie, die sich seit Ende August 2024 wegen angeblicher Koranschändung im Gefängnis von Kasur befinden. Die Brüder waren am 26. August in einem Dorf des gleichnamigen Distrikts zu Besuch, wo sie sich aus Altpapier Spielgeld bastelten und die vermeintlichen Geldscheine in die Luft schleuderten. Dabei waren sie von Passanten beobachtet worden, unter denen
plötzlich der Vorwurf gegen sie erhoben wurde, Seiten aus dem Koran für ihr Spielgeld verwendet zu haben. Bald darauf wurde auch schon in einer nahegelegenen Moschee zum Ergreifen der Zwillinge aufgerufen, die sich zunächst aus Angst vor Lynchgewalt versteckt hielten. Nach ersten Festnahmen unter den Christen des Viertels ergaben sich die Brüder schließlich.

Es gibt berechtigten Grund zu der Annahme, dass es bei diesem Vorwurf nur vordergründig um die Durchsetzung des Respekts vor dem Islam geht. Vielmehr sollte wohl auch in diesem Fall ein weiteres Mal ein Exempel statuiert werden.

Daher bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um auf die Freilassung der Inhaftierten hinzuwirken und für ihre Sicherheit sowie die der Angehörigen zu sorgen.

Hochachtungsvoll,

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Weitere Glaubensgefangene

Imran Rehman

Der pakistanische Christ Imran Rehman sitzt seit dem 14. September 2022 wegen angeblicher Blasphemie und Computerkriminalität in Haft, Vorwürfe, die er zurückweist. Die IGFM und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA haben ihn zum „Gefangenen des Monats April 2026“ ernannt und rufen dazu auf, sich für seine Freilassung und den Schutz seiner Familie einzusetzen. In Pakistan sind ungerechtfertigte Blasphemie-Anklagen gegen religiöse Minderheiten immer wieder ein ernstes Problem.

Gebremedhin Gebregergis

Die IGFM und IDEA haben den eritreisch-orthodoxen Priester Gebremedhin Gebregergis zum „Gefangenen des Monats März 2026“ ernannt. Er sitzt seit dem 19. November 2004 ohne Anklage im Zentralen Strafermittlungszentrum Wengel Mermera in Haft. Der sechsfache Vater engagierte sich in einer kirchlichen Erneuerungsbewegung und leitete eine Sonntagsschule. IGFM und IDEA fordern von Präsident Isayas Afewerki seine Freilassung.

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