Scharia: Islamisches Recht und Menschenrechte

Die islamische Theologie betrachtet die Scharia als vollkommene Ordnung, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. Sie gilt als Ordnung Gottes und darf daher prinzipiell nicht durch menschliche Gesetze ersetzt werden. Die Scharia ist die Gesamtheit des islamischen Gesetzes, wie es im Koran, in der islamischen Überlieferung und in den Auslegungen maßgeblicher Theologen und Juristen vor allem der frühislamischen Zeit niedergelegt wurde. Eine Einführung von Prof. Christine Schirrmacher.

[zur Einführung über die Scharia ...]

Für einen islamischen Staat ist die Anwendung islamischen Rechts ein, wenn nicht das zentrale Charakteristikum. So führte die Islamische Republik Iran nach ihrer Konstituierung Ende März 1979 die Wiedereinführung des islamischen Rechts, auch des islamischen Strafrechts, ein und gründete am 17. Juni 1979 Revolutionsgerichte, die "nach islamischem Recht" zu urteilen hatten. Unmittelbar darauf folgten Massenhinrichtungen - obwohl die Kodifizierung des islamischen erst in den Jahren 1982/1983 begann. Ein Übersichtsbeitrag von Dr. Silvia Tellenbach.

[mehr zur Einführung des islamischen Strafrechts im Iran ...]

Was versteht der Islam unter "jihâd" (meist übersetzt mit "Heiliger Krieg")? Welche Inhalte werden innerhalb der islamischen Theologie mit dem Begriff "jihad" verbunden, wer führt und erklärt den "jihad", gegen wen richtet er sich? Darf der "jihad" gegen Christen geführt werden? Welche Bedeutung hat die islamische Auffassung vom "jihad" heute? Ein Übersichtsbeitrag von Prof. Dr. Christine Schirrmacher

[mehr über den Jihad ...]

Die Aktualität der Frage nach der Vereinbarkeit von Islam und Menschenrechten liegt angesichts der aktuellen Ereignisse auf der Hand. Religiös legitimierte staatliche Menschenrechtsverletzungen wie Amputationen, Steinigungen oder die Todesstrafe für den Abfall vom Islam zeigen, wie wichtig eine vertiefte Beschäftigung mit dem Wesen islamischer Menschenrechtserklärungen ist. Informationen zu Spannungen zwischen der Kairoer Erklärung der Menschenrechte (KEM) und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen (AEMR) lieferte ein Vortrag des Islamwissenschaftlers Carsten Polanz auf einem IGFM-Seminar.

[zu Spannungen zwischen der Kairoer Erklärung und der AEMR  ...]

Der pakistanische Gelehrte Abu-Ala Maududi beschrieb die westliche Demokratie Jahrzehnte vor der Kairoer Erklärung als "Satanswerk". Warum haben die klassischen Posititonen des Scharia-Islam noch heute eine starke Anziehungskraft? Welche Argumentationsstränge nutzen ihre Apologenten? Was sind die Konzepte von Reformern?

[mehr zu möglichen Annäherungen von islamischen und UN-Menschenrechtspositionen ...]

Auf der folgenden Seite finden Sie einige Zitate aus den Strafgesetzen der Islamischen Republik Iran. Es sind Zitate, die für sich sprechen. Quelle ist die leider vergriffene wissenschaftliche Übersetzung von Dr. Silvia Tellenbach.

[zum Strafgesetzten der Islamischen Repbulik Iran ...]

Shari'ah Penal Code Law des nigerianischen Bundesstaates Zamfara, in Kraft getreten am 27. Januar 2000. Zamfara war der erste nigerianische Bundesstaat, der offiziell die Scharia einführte. Der Gesetzestext diente allen weiteren nigerianischen Bundesstaaten, die die Scharia einführten, als Vorlage. Das Bild zeigt Ahmed Sani Yerima, den Gouverneur Zamfaras, der maßgeblich an der Einführung der Scharia  beteiligt war.

[Shari'ah Penal Code Law in Zamfara (externer Link) ...]

Prof. Dr. Christine Schirrmacher: "So lange der Islam als solcher und eine möglichst getreue Nachahmung der arabischen Gesellschaft des 7. Jahrhunderts n. Chr. von theologisch oder sogar politisch einflussreichen Stellen als gleichbedeutend betrachtet wird mit Gerechtigkeit, Fortschritt und wahrer Zivilisation, so lange ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Ansprüchen der Scharia nicht zu erwarten. (...) Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die offizielle Theologie einer historisch-kritischen Betrachtung der Scharia in absehbarer Zeit zu öffnen beginnt."

[zum Beitrag über Islamische Menschenrechtserklärungen und Kritik daran ...]

Ist das Verständnis der Menschenrechte im Islam mit dem UN-Menschenrechtsverständnis kompatibel?
von Dr. Alexandra Petersohn, TU Ilmenau 

Das Bild zeigt die Hinrichtung zweier Iraner wegen Homosexualität am 19. Juli 2005 in der Stadt Mashhad. Nach Angaben der Iranian Students News Agency (ISNA) war einer der Hingerichteten 18 Jahre alt, vom anderen wird vermutete das er 16 oder 17 Jahre alt war.

[zum Text ...]

Dr. Anne Duncker ist in Istanbul aufgewachsen, promovierte über "Menschenrechtsorganisationen in der Türkei" und arbeitete unter anderem zu islamischen Erklärungen über Menschenrechte.

[zum Rechtsverständnis im Islam ...]

Spricht man im Hinblick auf islamische Gesellschaften von Minderheiten, so sollte grob zwischen ethnischen und religiösen unterschieden werden. Integrationsproblematiken mit ethnischen Minderheiten hängen meist mit deren Bestrebungen nach Abgrenzung oder Unabhängigkeit ab und beruhen weniger auf Religiösem.  Ganz deutlich unterscheidet sich hier die Problematik der religiösen Minderheiten. Ihre Stellung sowie heutige Verhältnisse und Äußerungen zu Integrationsfragen sind kaum ohne eine Beleuchtung der Traditionen und religiösen Vorgaben zu erfassen. Der Koran sowie Mohammed als Vorbild in seinem Handeln, Äußern und Gutheißen sind auch heute noch maßgeblich für Alltagsleben, Politik und Gesetzgebung in weiten Teilen der heutigen islamischen Welt.

[zum Text über religiöse Minderheiten im Islam ...]

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