Patras Masih weiter in Haft

Patras Masih

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist auf die gefährliche Lage des jungen pakistanischen Christen Patras Masih hin, der seit vier Jahren wegen angeblicher Blasphemie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis sitzt. Auch eine Freilassung gegen Kaution wurde kürzlich zum wiederholten Mal abgelehnt.

IGFM: Willkürliche Haft wegen angeblicher Blasphemie in Pakistan

Lahore / Frankfurt am Main, 20. Juni 2022 – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weist auf die gefährliche Lage des jungen pakistanischen Christen Patras Masih hin, der seit vier Jahren wegen angeblicher Blasphemie ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis sitzt. Auch eine Freilassung gegen Kaution wurde kürzlich zum wiederholten Mal abgelehnt.

Der damals 16-jährige Patras Masih aus dem Dorf Dher (nahe Shahdara; Punjab) wurde im Februar 2018 beschuldigt, in einem sozialen Netzwerk ein Bild verbreitet zu haben, das als Beleidigung des Propheten des Islam angesehen wurde. Dies löste Proteste der islamistischen Extremistengruppe Tehreek-e-Labbaik Ya Rasool Allah aus, heute bekannt als TLP.

„Die Gerichte wollen seinen Fall einfach nicht anhören, weil die Tehreek-e-Labbaik involviert ist“, erläutert IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm. Häufig würden Blasphemie-Fälle zwischen den Richtern hin und her geschoben, weil sie Angst vor den Islamisten haben.

Blasphemie-Vorwürfe gehen in Pakistan nach Angaben der IGFM häufig mit Gewalt und Lynchmorden an Verdächtigen einher. Zwischen 1985 und Dezember 2021 wurden rund 2.000 Personen aufgrund falscher Anschuldigungen wegen Blasphemie angeklagt. Mindestens 84 Verfolgte wurden in dieser Zeit ermordet, nachdem sie der Blasphemie beschuldigt worden waren.

Update 16. November 2023: Der mittlerweile 19-Jährige wurde am 24.August 2023 vom Obersten Gerichtshof Pakistan gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.

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