Zeynab Jalalian

Die Frauenrechtlerin Zeynab Jalalian wird im Iran willkürlich gefangen gehalten und gefoltert, weil sie sich für Frauenrechte im Iran eingesetzt hat. Die Behörden der Islamischen Republik verweigern ihr dringend benötigte medizinische Unterstützung. Zudem wurde ihr in ihrem 16. Jahr der Haft, der Urlaub verweigert. Sie ist seit Oktober 2020 in Yazd-Gefängnis.
Lebenslange Haft für Frauenrechtlerin
Die kurdisch-iranische Frauenrechtsaktivistin Zeynab Jalalian (auch Celaliyan geschrieben) wurde 1982 in Maku im äußersten Nordwesten des Iran geboren. Sie setzt sich für Frauenrechte und die sozialen Bedürfnisse kurdischer Frauen ein. 2009 wurde Zeynab Jalalian wegen angeblicher „Feindschaft gegen Gott“ zum Tode verurteilt. Nach internationalen Protesten wurde im Dezember 2011 die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Sie ist die einzige weibliche politische Gefangene im Iran, die eine solche Strafe erhalten hat, was ihren Fall besonders gravierend macht. Seit einer Verlegung im Oktober 2020 befindet sie sich im Yazd-Gefängnis im Zentraliran.
Verhaftung und Prozess
Jalalian wurde am 10. März 2008 von den iranischen Behörden verhaftet, mehrfach verlegt, gefoltert und acht Monate in Einzelhaft gefangen gehalten. In einem unfairen Scheinprozess warf ihr das Islamische Revolutionsgericht die Mitgliedschaft in der kurdisch-iranischen Partei PJAK vor – einer Schwesterpartei der „Kurdischen Arbeiterpartei“ PKK im Iran. Jalalian hat diese Vorwürfe immer bestritten. Die Behörden haben keine glaubhaften Belege vorlegen können. Der wahre Grund für ihre Verurteilung liegt in ihrem friedlichen Einsatz für die Rechte kurdischer Frauen.
2009 wurde sie zum Tode verurteilt. Ihr Anwalt Dr. Mohammad Sharif bestätigte am 17. Dezember 2011, dass ihre Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt worden ist. Im April 2016 forderte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Festnahme und Inhaftierung die iranische Regierung auf, Zeynab Jalalian freizulassen.
Gesundheitlicher Zustand und Haftbedingungen
Seit ihrer Verhaftung versuchen die iranischen Behörden, Zeynab Jalalian zu einem gefilmten Geständnis zu zwingen. Da sie massiv gefoltert wurde und sie immer wieder Schläge auf den Kopf erhielt, ist ihr Sehvermögen stark eingeschränkt, möglicherweise ist sie teilweise erblindet. Im März 2018 wurden ihr Zahnbehandlungen untersagt, trotz schwerer Entzündungen, welche ihre Fähigkeit zu essen und zu schlucken stark beeinträchtigten. Zeynab Jalalian leidet darüber hinaus unter Herz-, Darm- und Nierenproblemen. Der rechte Teil ihres Körpers ist gelähmt – der Grund dafür ist unbekannt. Dringend benötigte medizinische Akutbehandlung wird ihr seit März 2017 verweigert. Im April 2020 erkrankte Zeynab Jalalian an Covid-19. Mit den Folgen der durch das Coronavirus verursachten Lungenentzündung hat sie immer noch zu kämpfen. Sie leidet unter Kurzatmigkeit und Husten.
Das Gefängnispersonal verwehrt Zeynab Jalali seit September 2017 Besuche ihrer Familie im Gefängnis. Sie darf zudem nur unregelmäßig telefonieren. Seit Mai 2021 haben Jalalis Angehörige keinerlei Informationen mehr über ihren Zustand oder Aufenthaltsort erhalten. In ihrem letzten Brief schrieb die Frauenrechtlerin: „Wenn eine Frau aufwacht und frei sein will, kann nichts sie in die Knie zwingen.“ Aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustands ist ihre Familie in großer Sorge um sie.
Stand: September 2023