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Blasphemie-Gesetze abschaffen!

Blasphemie-Gesetze abschaffen

Die Christin Asia Bibi ist die erste Frau, die in Pakistan wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt wurde. Nach neun Jahren Haftstafe – acht davon in einer Todeszelle – wurde sie schließlich am 31. Oktober 2018 aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen. Sicher ist sie dennoch nicht: Seit dem Urteil demonstrieren tausende Extremisten gewaltsam gegen ihren Freispruch und fordern zu Gewalttaten gegen die Christin und ihre Familie auf.

Pakistan: Blasphemie-Gesetze abschaffen!

Wegen angeblicher “Beleidigung des Islam” wurde dieser muslimische Mann am 4. Juni 2012 im pakistanischen Bahawalpur von einem Mob in aller Öffentlichkeit lebendig verbrannt. Allein der Verdacht ist für viele ein Todesurteil. Foto: Voice

Bei abwertenden Äußerungen über den Islam oder den Propheten Mohammed drohen durch die Artikel 295-B und 295-C des pakistanischen Strafgesetzbuches lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Der Vorwurf der Blasphemie dient vor allem in privaten Konflikten als Waffe und wird von Islamisten genutzt, um Andersdenkende und Minderheiten einzuschüchtern und zu tyrannisieren.

Seit 1991 wurden über 650 Christen wegen des Verdachts auf Gotteslästerung angeklagt. Eine unbekannte Zahl von Menschen ist ohne Anklage auf bloßen Verdacht hin umgebracht worden. Die große Mehrheit der Opfer sind Muslime und Hindus, doch die Zahl der angeklagten Christen ist bedeutend höher, als es ihrem Bevölkerungsanteil entsprechen würde. Das Gesetz wird in der Regel als Mittel bei persönlichen Auseinandersetzungen benutzt und um Andersdenkende und Angehörige von Minderheiten gefügig zu machen. In der Vergangenheit bedrohten islamische Eiferer vielfach Richter und Anwälte in Blasphemie-Verfahren mit dem Tod. In einigen Fällen sind Richter, die die Angeklagten freisprachen, von Islamisten umgebracht worden.

Artikel 295-B, Schändung etc. von Ausgaben des Heiligen Korans
Wer auch immer eine Ausgabe des Heiligen Korans oder einen Auszug daraus willentlich schändet, beschädigt, entweiht oder in irgendeiner herabwürdigenden Weise oder für irgendeinen ungesetzlichen Zweck verwendet, wird mit lebenslanger Haft bestraft.

Artikel 295-C, Verwendung herabsetzender Bemerkungen etc. mit Bezug auf den Heiligen Propheten
Wer auch immer mit Worten, entweder gesprochen oder geschrieben, durch sichtbare Darstellung oder jegliche Unterstellung, Anspielung oder versteckte Andeutung, direkt oder indirekt, den heiligen Namen des Heiligen Propheten Mohammed (Friede sei auf ihm) besudelt, wird mit dem Tod oder lebenslanger Haft bestraft, und wird außerdem zu einer Geldstrafe verpflichtet.

Die IGFM befürwortet generell die Abschaffung aller „Blasphemie”-Gesetze weltweit. Es hat sich gezeigt, dass Gesetze dieser Art weder die Religionsfreiheit noch das Bekenntnis von Einzelnen oder Religionsgemeinschaften schützen können. Im Gegenteil werden „Blasphemie”-Gesetze oft sehr einseitig und völlig unangemessen eingesetzt.

Was passiert mit den Petitionen?

Die IGFM sammelt Unterschriften, bis das Blasphemiegesetz aufgehoben ist. Bis dahin übergibt die IGFM regelmäßig die Petitionen der pakistanischen Regierung. Um zu der Petition zu gelangen, klicken Sie bitte auf folgenden Link:

Unterschriftenliste „Blasphemie-Gesetze“ abschaffen

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