/Eltern lebendig verbrannt für angebliche Entweihung des Koran

Eltern lebendig verbrannt für angebliche Entweihung des Koran

Angehörige der Ermordeten bei einem stillen Protest in Lahore

Eltern lebendig verbrannt für angebliche Entweihung des Koran – wer kümmert sich um die Kinder?

Ein Mob von etwa 2.000 bis 2.500 extremistischen Muslimen umstellte am 4. November 2014 ein kleines, christliches Dorf, nur etwa 25 km südwestlich der pakistanischen Millionenstadt Lahore. Die Islamisten rissen dem 27 Jahre alten christlichen Ziegeleiarbeiter Shahzad Masih und seiner im vierten Monat schwangeren 24-jährigen Frau Shama die Kleider vom Leib, fesselten sie, schlugen sie halb tot und warfen die beiden schließlich lebendig in den Brennofen der örtlichen Ziegelei. Das Paar hinterlässt drei Kinder im Alter von eineinhalb, vier und sechs Jahren.

Bitte helfen Sie!

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 1403601 , BLZ: 550 205 00,
IBAN: DE04 5502 0500 0001 4036 01, BIC: BFSWDE33MNZ

zur Online-Spende

Der eigentliche Hintergrund für den Mord war eine Auseinandersetzung mit dem Eigentümer der Ziegelei, für den Shahzad und seine Frau gearbeitet hatten. Wie viele Pakistaner auf dem Land lebte er in Schuldknechtschaft. Der Ziegeleibesitzer hatte ihm als Vorschuss auf seinen Lohn ein Darlehen gegeben. In ganz Pakistan sind die Zinsen auf solche Vorschüsse oftmals so hoch, dass die Arbeiter nicht die geringste Chance haben, sie zurückzuzahlen. Oft müssen selbst die Ehefrauen und Kinder ihr Leben lang durch völlig unterbezahlte Arbeit mithelfen, die Zinsen für einen einzigen „Vorschuss“ zu begleichen. Sie sind in einem System aus Schuldknechtschaft und Einschüchterungen in völliger Abhängigkeit gefangen. Die Arbeiter und ihre Familien werden von Ziegeleibetreibern und Großgrundbesitzern wie Leibeigene behandelt. Als der junge Mann den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn forderte und ankündigte, dass er bereit sei, sich eine andere Arbeit zu suchen, verlangte der Ziegeleibesitzer „sein Geld“ zurück.

Nach der Auseinandersetzung behauptete ein Mitarbeiter der Ziegelei gegenüber dem Ziegeleibesitzer, er habe auf einer örtlichen Müllkippe angebrannte Seiten des Korans gefunden. Shama hatte dort kurz zuvor Abfälle aus dem Haushalt ihres kurz zuvor verstorbenen Schwiegervaters verbrannt. Rasch breitete sich das Gerücht aus, das christliche Paar habe „Seiten aus dem heiligen Koran verbrannt“. Jemand warnte Shahzad, doch der Ziegeleibesitzer nahm ihn gefangen. Er sperrte das Ehepaar ein, bis der Mob aufgebrachter Muslime angerückt war und über die beiden herfiel. Niemand hatte sich die Mühe gemacht, die Anschuldigungen nachzuprüfen. Die Polizei war frühzeitig alarmiert worden. Nur vier Beamte erschienen.

Der Schock sitzt tief

Dieser Vorfall ist nur einer aus einer langen Reihe von Übergriffen radikaler Muslime gegen die traumatisierte christliche Minderheit. Es sind bei Weitem nicht die ersten Todesopfer gewaltbereiter Extremisten – und auch nicht die ersten, die lebendig verbrannt wurden. Nichtmuslime werden in Pakistan regelmäßig Opfer von Gewalt. Angriffe, Entführungen, Anschläge und sogar Pogrome bleiben für die Täter fast immer völlig folgenlos.

Das sehr schwammig formulierte pakistanische Blasphemie-Gesetz schüchtert die Minderheiten ein wie kein anderes Gesetz. Es droht bei herabsetzenden Äußerungen über den Islam mit lebenslanger Haft oder dem Tod. Der bloße Vorwurf der Entweihung des Koran oder der Lästerung des Islam dient als ultimative Waffe bei der Unterdrückung der Minderheiten. Allein das Gerücht angeblicher „Blasphemie“ kann den Tod bedeuten. Wird ein Verfahren eröffnet, werden Anwälte und Richter bedroht. Richter, die Angeklagte in Blasphemie-Prozessen freisprachen, sind anschließend umgebracht worden. Durch nackte Gewalt und durch die Angst, die Islamisten in Pakistan verbreiten, ist ihr Einfluss enorm gewachsen. Die IGFM unterstützt Anwälte und Nichtregierungsorganisationen in Pakistan in ihrem Kampf gegen das Blasphemie-Gesetz und für die Opfer, die in der Regel jahrelang ohne Urteil gefangen gehalten werden.

Helfen sie den Opfern!

Von links nach rechts: Rani (eineinhalb), Ponam (vier) und Suleman (sechs Jahre). Der IGFM Partner „Voice“ kümmert sich um die Waisen und fand Adoptionseltern für die Geschwister.

Die lebendig Verbrannten, Shahzad und Shama Masih, hinterlassen drei kleine Kinder. Die von IGFM-Mitglied Aneeqa Maria Antony mitgegründete pakistanische Hilfsorganisation „Voice“ kümmert sich um die Geschwister und fand Adoptiveltern. Die Anwältin aus Lahore hat selbst in Frankfurt in der IGFM Geschäftsstelle gearbeitet. Mit finanzieller Unterstützung der IGFM kümmern sie und ihr Team sich vor Ort um Opfer wie diese Kinder. Sie sorgen auch für entführte und zwangsverheiratete Mädchen, die fliehen konnten und für Mädchen und Frauen, die von Islamisten vergewaltigt wurden. Diese Opfer können nie wieder zu ihren Familien zurückkehren, denn dann würde die gesamte christliche Gemeinde ihres Heimatortes zur Zielscheibe islamistischer Gewalt. Waisenkinder, missbrauchte Mädchen und Frauen brauchen Hilfe für einen Start in ein neues Leben. Ohne Hilfe würden sie entweder als Arbeitssklaven oder als Dritt- oder Viertfrau ihres Entführers enden.

Um diese Hilfe zu ermöglichen, möchte die IGFM monatlich mindestens 2.000 Euro beisteuern. Der eigentliche Bedarf ist jedoch viel höher. Bitte helfen Sie, dass Kinder wie Rani neue Eltern finden können und vergewaltigte Mädchen nicht mit ihren Peinigern verheiratet werden.

Spendenkonto:

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 1403601, BLZ: 550 205 00,
IBAN: DE04 5502 0500 0001 4036 01, BIC: BFSWDE33MNZ

zur Online-Spende

2019-01-31T11:15:47+01:00Montag, November 5, 2018|