Frauen- und Mädchenhäuser

 

Was ist ein Frauenhaus?

Ein Frauenhaus ist eine Einrichtung, in der Frauen und auch ihre Kinder Zuflucht vor häuslicher Gewalt und vorübergehend eine geschützte Unterkunft erhalten können, gleichgültig welcher Nationalität sie sind. Zusätzlich bieten dort Sozialarbeiterinnen und oft auch kooperierende Rechtsanwältinnen und Psychologinnen professionelle Hilfe und Beratung an. Generell werden Frauenhäuser auch von Frauen geführt. Männern wird grundsätzlich der Zutritt verweigert. Jungen ab 13 Jahren können in der Regel nur nach Absprache aufgenommen werden.

Die Aufnahme in ein Frauenhaus ist rund um die Uhr möglich und unabhängig von Staats- oder Religionszugehörigkeit. Frauen und ihre Kinder können für einen Zeitraum von wenigen Tagen über mehrere Monate bis hin zu einem Jahr oder länger aufgenommen werden. Für Frauen, die offensichtlich drogenabhängig, psychisch krank oder obdachlos sind, versuchen die betreuenden Sozialarbeiterinnen oft, eine besser geeignete Unterbringungsmöglichkeit zu finden.
Die Kosten variieren von Einrichtung zu Einrichtung. Oft werden z.B. für ALG II-Empfängerinnen die Kosten des Aufenthalts von den zuständigen Behörden übernommen; Frauen mit eigenem Einkommen zahlen unter Umständen einen geringen Tagessatz. Die Frauen versorgen und verpflegen sich und ihre Kinder selbst.

Frauenhäuser bieten auch telefonische und externe Beratung für Fraune, die von Gewalt betroffen sind, jedoch keine Zuflucht suchen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Einzug ins Frauenhaus hat nicht automatisch die Scheidung zur Folge. Das Arbeitsamt kann hilfesuchenden Frauen auch nicht in jedem Fall eine Stelle verschaffen. Und: der Einzug ins Frauenhaus hat nicht automatisch die Meldung bei der Ausländerbehörde zur Folge.

Die ersten Frauenhäuser entstanden im Zuge der Frauenbewegung in den 1970er Jahren. Heute gibt es über 400 solcher Einrichtungen in Deutschland. Die Mehrheit davon steht in der Trägerschaft von kirchlichen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen. Die Übrigen sind von unabhängigen Fraueninitiativen gegründet worden. Nach Angaben der Bundesregierung sollen bis zu 45.000 Frauen mit ihren Kindern jährlich in den über 400 Frauenhäusern und Frauenschutzwohnungen in Deutschland vorübergehend unterkommen. (Drucksache 15/3598, S. 16, Deutscher Bundestag, 2004).

[Häufig gestellte Fragen zu Frauenhäusern]


Frauenhäuser in Ihrer Nähe finden

Aus Sicherheitsgründen werden die Adressen der Frauenhäuser nicht veröffentlicht. Betroffene können sich per Telefon direkt an Mitarbeiterinnen wenden. Die Polizei vor Ort, die Mitarbeiter der allgemeinen sozialen Dienste und von Frauenberatungsstellen kennen die Frauenhäuser in ihrer Region ebenfalls. Auf den folgenden Seiten finden Sie die Telefonnummern von Frauenhäusern sortiert nach Regionen.

Bundesweite Zusammenstellung der meisten Frauenhäuser in Deutschland:

Im Verein Frauenhauskoordinierung e.V. haben sich die Bundesverbände von Arbeiterwohlfahrt, dem Caritasverband, dem Diakonischem Werk, dem Paritätischem Wohlfahrtsverband, dem Sozialdienst katholischer Frauen und einige Frauenhäuser in freier Trägerschaft angeschlossen. Die Seite enthält außerdem praktische Informationen zum Aufenthalt in Frauenhäusern.

[http://www.frauenhauskoordinierung.de/index.php?id=14]

 
Kontaktmöglichkeiten zu weiteren Frauenhäusern von unabhängigen Fraueninitiativen:

[http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/de/autonome-frauenhaeuser/adressliste]

 

Was ist ein Mädchenhaus?

Mädchenhäuser sind keine Frauenhäuser für Mädchen, denn sie bieten in der Regel keine Inobhutnahmen und Übernachtungsmöglichkeiten an. Mädchenhäuser sind Anlaufstellen, in denen sich Mädchen kostenlos und, falls gewünscht, auch anonym oder zusammen mit einer Freundin beraten lassen können. Anmeldungen sind meist nicht notwendig. Angeboten wird neben einem offenen Ohr Beratung bei sehr vielen Problemen, etwa bei Gewalt im Umfeld, Missbrauch, Einschüchterungen, ungewollte Schwangerschaft, Mobbing und vielem mehr. Auf Wunsch bieten Mädchenhäuser auch praktische Hilfe an, z.B. bei Behördengängen und Gesprächen mit den Eltern oder mit Lehrern.

Mädchenhäuser oder Mädchencafés bieten darüber hinaus eine Möglichkeit, andere Mädchen kennen zu lernen, die nicht zum bisherigen Umfeld gehören und die möglicherweise ähnliche Probleme haben. Die Einrichtungen bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen, aber auch auf andere Gedanken zu kommen oder einfach mal abzuschalten. Mädchenhäuser, Mädchencafés oder andere Mädchentreffs gibt es in sehr vielen Städten und auch in kleineren Orten.

Eine Liste von Beratungsstellen im ganzen Bundesgebiet:

[http://www.mädchensicherinklusiv-nrw.de/hilfe-deutschlandweit.html]

 

 

 

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