//Hilfe für den Notfall – Sexueller Missbrauch von Kindern
Hilfe für den Notfall – Sexueller Missbrauch von Kindern2019-01-22T09:30:03+02:00

Sexueller Missbrauch von Kindern

UN Photo/ Marie Frenchon

Viele Kinder verschweigen sexuelle Übergriffe. Die Täter schüchtern ihre Opfer oft so erfolgreich ein, dass sie es nicht wagen von sich aus Hilfe zu suchen. Außerdem empfinden die Kinder eine ungeheure Scham über das Erlittene. Viele von ihnen fühlen sich auch selbst schuldig.

Sexuelle Handlungen mit Kindern und Minderjährigen sind immer strafbar, auch wenn das Kind oder die Jugendliche aus welchen Gründen auch immer in die Handlungen einwilligt. Mütter, die den Missbrauch Ihrer Kinder nicht anzeigen, machen sich selbst strafbar! Als Kind werden nach deutschem Strafrecht Personen definiert, die noch keine vierzehn Jahre alt sind.

176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern

(1)Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.
(2)Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.
(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.
(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer
1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,
2. ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an sich vornimmt,
3. auf ein Kind durch Schriften (§ 11 Abs. 3) einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einem Dritten vornehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen lassen soll, oder
4. auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts oder durch entsprechende Reden einwirkt.
(5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet.
(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und Absatz 5.

Täter sind in der großen Mehrzahl der Fälle nicht Fremde, sondern Personen aus dem näheren Umfeld, die dem Kind bekannt sind, z.B. der Vater, Stiefvater, Lebensgefährte der Mutter, Familienangehörige wie Onkel, Brüder usw., Nachbarn, Bekannte, Freunde der Familie u.ä.. Auch Jungen werden Opfer von sexuellem Missbrauch, vor allem durch Männer, in einigen Fällen aber auch durch Frauen.

Handeln Sie!

Die polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesinnenministeriums für das Jahr 2014 stellt fest: “Die von 2009 bis 2012 kontinuierlich gestiegene Anzahl der Fälle bei ‚sexueller Missbrauch von Kindern‘ (§§ 176, 176a, 176b StGB) ist im aktuellen Berichtsjahr – wie bereits 2013 – wieder leicht rückläufig (-2,4 Prozent auf 12.134 Fälle).In diesem Deliktsbereich muss nach wie vor von einem hohen Dunkelfeld ausgegangen werden.”

Wenn Sie sicher wissen, dass ihr oder ein anderes Kind sexuell missbraucht wird oder missbraucht wurde, dann informieren Sie umgehend die Polizei. Haben Sie den Verdacht auf sexuellen Missbrauch, holen Sie in jedem Fall Hilfe bei einer entsprechenden Beratungseinrichtung ein, z.B. bei dem Kinderschutzbund

Hilfsangebote:

Johannes-Wilhelm Rörig ist der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.  Das Hilfeportal Sexueller Missbrauch [www.hilfeportal-missbrauch.de/…]  ist die erste Anlaufstelle für Betroffene und deren Angehörigen. Auf der Internetseite, sowie über das Hilfetelefon kann man sich informieren und Auskunft zu Beratungsstellen und Notdiensten in der Nähe erhalten.
Kontakt: Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Postfach 110129, 10831 Berlin

Hilfetelefon sexueller Missbrauch (kostenlos):  0800 – 22 55 530

NINA – “Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen” ist hervorgegangen aus einer Initiative des ehemaligen Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen e.V. Auf der Homepage finden Sie eine Telefonnummer unter der man rund um die Uhr Hilfe und Informationen erhält. Träger von NINA ist der Bundesverein zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen. Mehr Infos dazu finden Sie hier: [www.nina-info.de/hilfetelefon/…]

Die Seite von “gegen-missbrauch e.V.” wendet sich an die Opfer, Angehörige und Personen, die sich über das Thema sexueller Missbrauch informieren möchten. Sie erhalten umfangreiche Informationen zum Thema Kindesmissbrauch. Der Verein wurde von zwei Betroffenen gegründet. Auf der Seite finden sich auch Adressen von Beratungsstellen, Kliniken und anderen Hilfsstellen: [www.gegen-missbrauch.de/…]

Der Verein Zartbitter Köln e.V. ist eine Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Auf der Homepage des Vereins werden Informationen zum Thema in einer Reihe verschiedener Sprachen angeboten, unter anderem auf Türkisch, Russisch, Polnisch, Arabisch, Persisch und Serbokroatisch … Mehr zum Thema finden Sie hier: [www.zartbitter.de/…]

1993 wurde der Verein Dunkelziffer – Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder von Ärzten, Therapeuten und Lehrern gegründet. Seitdem hilft er missbrauchten Kindern mit verschiedenen Projekten und telefonischer Beratung und setzt sich für die Aufklärung der Öffentlichkeit ein. Es werden Therapie und Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen, sowie Prävention und Fortbildungen angeboten. Auf der folgenden Website finden Sie dazu weitere Informationen: [www.dunkelziffer.de/…]

Die Initiative “kibs – Kontakt, Information und Beratung” richtet ihr Beratungsangebot hauptsächlich an männliche Opfer von sexueller Gewalt. Sie informiert, berät und begleitet Jungen und junge Männer. Sie wendet sich an Opfer im Alter von bis zu 27 Jahren. Daneben richten sich die Angebote auch an die Eltern, Angehörige und Partner von Betroffenen, sowie weitere Bezugspersonen im Umfeld. Die Seite bietet Online-Beratung, ein Forum, sowie die Möglichkeit, telefonisch Kontakt aufzunehmen. Klicken Sie den folgenden Link für weitere Infos; [www.kibs.de/…]

Das “Kinderschutz-Zentrum” ist eine Beratungsstelle für Familien mit Gewaltproblemen. Im Speziellen soll Kindern, die Opfer von Gewalt in jeglicher Form geworden sind, geholfen werden. Gewalt gegen Kinder, Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch sollen verhindert werden. Die Hilfsangebote sind kostenlos und eine Beratung kann anonym erfolgen. Unter dem folgenden Link finden Sie eine Auflistung mit Adressen von Kinderschutzstellen in ganz Deutschland: [www.kinderschutz-zentren.org/…]

Wildwasser wendet sich vor allem an Mädchen und Frauen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, aber auch an Freunde und Angehörige. Neben Informationen und einem Forum bietet die Website außerdem die Möglichkeit, eine Beratungsstelle in der Nähe des eigenen Wohnortes zu finden.[www.wildwasser.de/…]

Der Verein “Power-child” wurde 2002 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht präventiv gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorzugehen. Auf der Seite findet man die Möglichkeit einer Online- oder Telefonberatung: [www.power-child.de]

Die bundesweite Initiative „Trau dich!“ will zum einen Mädchen und Jungen ermutigen, sich im Bedarfsfall leichter Hilfe zu holen. Dazu werden sie auf der Internetseite kindgerecht über ihre Rechte und Hilfsangebote aufgeklärt. Zum anderen sollen auch Eltern dazu befähigt werden, selbstverständlicher Hilfe geben zu können. Mehr dazu finden Sie auf folgender Website: [www.trau-dich.de]

Die Kampagne „Missbrauch verhindern!“ wird von der Polizei in Kooperation mit der Opferschutzorganisation WEISSER RING e. V. angeboten und informiert über sexuelle Gewalt an Minderjährigen. Die Internetseite vermittelt wichtige Informationen über das tatsächliche Ausmaß des Missbrauchs, Täterstrategien oder über Anzeichen für Missbrauch. Durch diese Hinweise sollen Erwachsene in die Lage versetzt werden, Missbrauch zu erkennen, zu unterbrechen und Betroffenen zur Seite zu stehen. Außerdem wird auf der folgenden Website aufgezeigt, wie man auch im Zweifelsfall schnell Hilfe bekommen kann: [www.missbrauch-verhindern.de].

Die Initiative „NetKids“ informiert zu Gefahren des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet. Neben Chat-Tipps und Informationen zu Prävention bietet die Seite außerdem eine Liste von Chats, die für Kinder nicht empfehlenswert sind. Mehr dazu finden Sie hier: [www.kindersindtabu.de]

Eine Liste mit Links zu weiterführenden Seiten, die Hilfe bei sexueller Gewalt/ sexuellem Missbrauch anbieten, findet sich hier (über die Postleitzahlensuche können Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden): [www.socialnet.de/…]

Literatur zum Thema:

Friedrich, Max: Tatort Kinderseele: Sexueller Missbrauch und die Folgen; Verlag: Wirtschaftsverlag Ueberreuter; ISBN: 978-3800038237; Seiten: 208
Deegener, Günther: Kindesmissbrauch – Erkennen, helfen, vorbeugen; Verlag: Beltz; Seiten: 255; ISBN-13: 978-3407859174
Enders, Ursula: Zart war ich, bitter war’s: Handbuch gegen sexuellen Missbrauch; Verlag: KiWi-Taschenbuch; Seiten: 512; ISBN: 978-3462033281
Kuhnen, Korinna: Kinderpornographie und Internet: Medium als Wegbereiter für das (pädo-)sexuelle Interesse am Kind? ; Verlag: Hogrefe Verlag; Seiten: 323; ISBN:  978-3801720858
Michaelsen, Mona: Flüsterkind, Dein Mann hat mich missbraucht | Ein Brief an meine Mutter; Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf; ISBN :  978-3-89602-951-5; Seiten: ca. 288; Preis: 9,90 Euro

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