Dankesrede von Taghi Rahmani, dem Ehemann von Narges Mohammadi

Taghi Rahmani nahm den Preis in Weimar stellvertretend für seine Frau entgegen. Er lebt mit den beiden gemeinsamen Kindern in Paris.

Taghi Rahmani nahm den Preis in Weimar stellvertretend für seine Frau entgegen. Er ist selbst iranischer Bürgerrechtler und ehemaliger politischer Gefangener. Heute lebt er mit den beiden gemeinsamen Kindern in Paris.

 

Sehr geehrte Mitglieder der IGFM und Mitglieder des Rates der Stadt Weimar,

heute ist die Welt verbundener als früher, als hätten wir als Einwohner dieser Erde ein gemeinsames Schicksal. Aber ist es so? Werden das Leid und die Freude unter allen Menschen auf der Welt geteilt?

Die ungleiche Welt braucht für alle eine menschliche Botschaft gegen Krieg und Sanktion. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist die richtige Reaktion auf diese Botschaft. Aber die Umsetzung dieser Erklärung ist auf der Welt und in den Gesellschaften nicht leicht.

Die diversen radikalen Bewegungen dieser Welt haben kein Erbarmen mit den Menschen. Diese Situation präsentiert die Welt wie in einem gnadenlosen wilden Wald, in dem die Menschen für ihr Überleben Gewalt anwenden müssen.

Was kann man wirklich für die Linderung der Schmerzen der Menschheit tun? Die sozialen und menschenrechtlichen Einrichtungen können in Anlehnung an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte alle Staaten sowie ihre eigene Regierung auffordern, bei den Inlands- und Auslandsbeziehungen nicht nur den politischen und wirtschaftlichen Interessen zu folgen, sondern auch die Einhaltung der Menschenrechte zu berücksichtigen.

Menschenrechte sind bei den Verhandlungen zwischen den Staaten noch nicht wie die wirtschaftlichen Interessen als eine feste Grundlage verankert; durch deren Einführung als Grundlage für die Verhandlungen wird die Gesellschaft und dann die Welt sicherer sein.

Heute kann die Welt noch unsicherer werden, Radikalismus kennt keine Grenzen und weitet sich global aus. Aus diesem Grund gewinnt die Verantwortung der sozialen und menschenrechtlichen Einrichtungen auf der ganzen Welt immer mehr an Bedeutung.

Ihre Bemühungen zur Unterstützung von Menschenrechtler/innen, insbesondere für Narges Mohammadi in diesem Jahr, ist sehr lobenswert, aber diese Aktivitäten müssen noch erweitert werden, damit die Menschenrechtsorganisationen in ihren eigenen Gesellschaften sowie auf der ganzen Welt als ein relevanter Maßstab in den internationalen Beziehungen anerkannt werden. Die Menschenrechtsorganisationen müssen sich für Menschenrechte grundsätzlich und ohne doppelte Standards einsetzen.

Im Iran entwickelt sich aktuell eine Zivilgesellschaft mit dazugehörigen sozialen Organisationen, die von den Sicherheitseinrichtungen nicht geduldet werden. Narges Mohammadi ist eine in diesen Organisationen aktive Person, deren Platz nicht im Gefängnis sein darf.

Zum Schluss bedanke ich mich bei den Mitgliedern der IGFM und dem Rat der Stadt Weimar für die Auswahl von Narges Mohammadi als Preisträgerin. Mein Dank gebührt den Abgeordneten im Bundestag, die Narges Mohammadi unterstützen und allen öffentlichen Einrichtungen und Vertretern, die Aktivitäten der Menschenrechtler/innen wie Narges Mohammadi würdigen. Dieser Preis trägt sehr zur größeren Bekanntheit der Bürgerrechtler und deren Unterstützung bei. Außerdem beinhaltet dieser Preis einen wichtigen symbolischen Wert für die Menschenrechtler/innen im Iran.

Taghi Rahmani

 

6. Dezember 2016, Weimar 

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