Fluchtwohnungen für Konvertitinnen

Brachiale Gewalt, Missbrauch und drohende Morde aus Gründen der angeblichen "Ehre" beenden

Diese Frau ist eine Christin. "Nohas" Martyrium hat ein glückliches Ende gefunden. Ihr Gesicht mag sie aber noch nicht fotografieren lassen. Der Niqab schützt sie davor, von ihrer Familie erkannt zu werden. Er verbirgt auch die äußeren und inneren Narben.

 

Als "Nohas" Familie ihren Übertritt zum Christentum entdeckte, wurde die junge Frau von ihrer eigenen Familie für drei Jahre (!) in ein kleines Zimmer gesperrt, dass sie nur verlassen durfte, um auf die Toilette zu gehen. Eine Tasse und ein Teller blieben im Zimmer - denn durch ihren Übertritt zum Christentum war nach Ansicht ihrer Familie nicht nur sie selbst "unrein" geworden. Alles was sie berührte wurde durch sie "unrein".

Als der Bruder von "Zeinab" erfuhr, dass sie Christin geworden ist, schlug er sie zunächst heftig. Dann nahm er ein Brotmesser, brachte es über dem Gasherd zum Glühen und verbrannte ihr damit im Laufe von Stunden beide Unterarme. Ihr Bruder ist Polizeioffizier. Niemand würde nach ihrem Tod wagen, Fragen zu stellen.

"Noha" und "Zeinab" sind nur zwei von einer ganzen Reihe jüngerer, aber auch älterer Frauen, die wegen ihres Übertritts vom Islam zum Christentum von der eigenen Familie schwer misshandelt wurden. Ihre Angehörigen sind keine Fanatiker, sondern scheinbar "ganz normale", fromme Muslime. Der Übertritt zum Christentum ist aber im Nahen Osten, wo Begriffe wie "Ehre" und "Schande" eine herausragende Bedeutung haben, für viele Frauen der Beginn eines langen, sehr schmerzhaften Leidensweges - der Beginn eines Martyriums.

Bei Entdeckung: Misshandlungen, Zwangsheirat oder "Ehrenmord"

Die Flucht vor ihrer Familie ist für viele Konvertitinnen der einzige Ausweg, um schwersten Misshandlungen, sexuellen Erniedrigungen oder auch einem "Ehrenmord" zu entgehen.

 

Jüngere Frauen, deren Konversion zum Christentum bekannt wird, werden fast immer unverzüglich mit einem Muslim verheiratet. Da es sich um eine "Schande" handelt, findet sich praktisch nie ein Mann, der die Frau oder das Mädchen freiwillig ehelicht. Das Familienoberhaupt, in der Regel der Großvater väterlicherseits, bestimmt daher z.B. einen Cousin der jungen Frau, der die Konvertitin heiraten muss. Im nahöstlichen, sehr patriarchal geprägten Kulturkreis leisten Jüngere vielfach den Anordnungen des Familienoberhauptes auch dann Gehorsam, wenn sie ihren eigenen Interessen widersprechen. Auch der Anordnung, die Konvertitin zu töten, könnte Folge geleistet werden.

Die Konvertitin und der Ehemann finden sich in einer erzwungenen Ehe wieder, die sie beide nicht wollten. Schlimmer noch: Im kulturellen Kontext von "Ehre" und "Schande" erwartet die übrige Familie und - sofern die Konversion der Frau bekannt wurde - auch die Nachbarschaft, dass der Ehemann seine Frau "im Griff hat" und wieder zu einer "guten Muslimin" macht. Gelingt ihm das nicht, so verliert er vor der Familie und der muslimischen Nachbarschaft sein Gesicht. Die "Ehre" aber ist für viele orientalische Männer von größerer Bedeutung als das eigene Lebensglück und erst recht als das Lebensglück einer ungeliebten und unter Zwang geheirateten Frau.
 

Für christliche Konvertitinnen, die ihrem neuen Glauben nicht überzeugend abschwören, zum Beispiel durch regelmäßige Teilnahme an islamischen Riten wie den Pflichtgebeten und ähnlichem, beginnt ein oft jahrelanges Martyrium. Sie werden geschlagen und auf andere Weise körperlich und seelisch misshandelt, bis hin zur Folter durch den Ehemann oder durch Brüder. Alltäglich sind Schläge, vielfache Erniedrigungen und dauerhafte sexuelle Gewalt. Vergewaltigung in der Ehe existiert nach islamischem Eheverständnis nicht, da der Ehemann ein "Recht" auf den Körper seiner Frau hat. Stromschläge mit abgeschnittenen und aufgetrennten Stromkabeln an der Brust, den Genitalien, im Gesicht usw. sind keine Einzelfälle. Ebenso wenig Verbrennungen, Verbrühungen und Knochenbrüche.

Letzter Ausweg: Neustart in einer Fluchtwohnung

Für Fluchtwohnungen kommt nur ein relativ anonymes Wohnumfeld in Frage. Wohnungen wie diese sind jedoch ungeeignet - sie sind zu teuer.

 

Die Frauen haben keinerlei Fluchtmöglichkeit, da ihre Angehörigen sie ausliefern würden. Die privaten Kontakte der Frau sind in aller Regel der Familie bekannt. Eine Infrastruktur für Opfer häuslicher Gewalt mit Frauenhäusern, Beratungsstellen, Notschlafstellen usw. existiert in Ägypten de facto nicht. Bei über 80 Millionen Einwohnern gibt es lediglich ein einziges staatliches, in der Praxis nicht arbeitsfähiges Frauenhaus und ein weiteres privates, von einer ägyptischen Frauenrechtsorganisation gegründetes und betriebenes. Beide würden aus Gründen des Selbstschutzes keine Konvertitinnen aufnehmen.


Kirchliche Einrichtungen sind versperrt
Einrichtungen der Kirche nehmen Konvertiten ebenfalls nicht auf. Würden sie dort entdeckt, hätte das mit großer Wahrscheinlichkeit die Schließung der gesamten Einrichtung zur Folge - oder schlimmer noch, gewalttätige Übergriffe durch islamische Extremisten. Bei solchen Gewaltakten erlitten in Ägypten dutzende Menschen Verletzungen, mehrere kamen ums Leben. Auf den  Entscheidungsträgern in den ägyptischen Kirchen ruht die Verantwortung für Einrichtungen. Sie haben nicht nur Angst vor der Schließung ihrer Einrichtungen, sondern auch vor Verhaftungen durch die Staatssicherheit und vor gewalttätigen Übergriffen, Provokationen und Spitzeln islamischer Extremisten. Aus bitteren Erfahrungen wissen die Kirchen in Ägypten, wie real diese Gefahren sind. Konvertiten finden daher bei den Kirchen keinen Schutz!

Bitte helfen Sie!

Nach der Erleichterung, endlich Drohungen, Gewalt und Missbrauch entronnen zu sein, beginnt für die Frauen ein neuer, schwieriger Anfang. Anders als in Deutschland spielt die Familie in Ägypten eine überlebenswichtige Rolle. Die Frauen brauchen daher eine neue Familie: In der Regel ein Freundeskreis aus anderen Konvertiten.

 

Noha und Zeinab sind inzwischen nicht mehr in Gefahr. Die IGFM konnte einer ganzen Reihe von Konvertitinnen die Flucht vor ihren Peinigern und einen Neuanfang in einer anderen Stadt ermöglichen. Doch um weiteren Frauen einen Neuanfang zu ermöglichen, ist die IGFM dringend auf Ihre Spende angewiesen.

Die IGFM unterstützt weibliche Konvertitinnen durch Fluchtwohnung und durch einen Beitrag zum Lebensunterhalt bis die Frauen Arbeit gefunden haben und auf eigenen Beinen stehen. Die Arbeitslosenquote in Ägypten war schon vor der Revolution gegen Mubarak sehr hoch. Mit der Machübernahme des Militärrates und nach der Machtergreifung durch die Muslimbrüder hat sich die wirtschaftliche Lage dramatisch verschlechtert. Während früher die Übergangszeit in einer Fluchtwohnung oft nach zwei Monaten glücklich beendet war, dauert es heute zum Teil ein Jahr bis die Frauen wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können.

Die Lebenshaltungskosten in Ägypten liegen weit unter denen in Deutschland aber die Kosten für die Mieten sind spürbar. Für Fluchtwohnungen kommt nur ein relativ anonymes Wohnumfeld in Frage. In den ärmeren Vierteln der ägyptischen Städte sind zwar die Mieten für Zimmer und Wohnungen für deutsche Verhältnisse äußerst billig - doch dort ist die soziale Kontrolle so dicht, dass unverheiratete Frauen dort unmöglich alleine leben können. Die Fluchtwohnungen werden aus Sicherheitsgründen nur ein einziges Mal verwendet. Wenn immer möglich, werden die Frauen und Mädchen einzeln untergebracht, damit im Falle ihrer Entdeckung nicht mehrere von ihnen verschleppt werden können.

Die Versorgung von Verletzungen wird - wenn erforderlich - von der IGFM bekannten Ärzten kostenlos übernommen. Für die Rettung eines Mädchens oder einer Frau fallen für Miete und Lebensunterhalt jeden Monat aber Kosten von rund 170 Euro an und zwar für einen Zeitraum von mindestens zwei bis zwölf Monaten. Bitte helfen Sie!



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Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE04 5502 0500 0001 4036 01
BIC: BFSWDE33MNZ

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