Flüchtlinge vor dem Islamischen Staat (IS) brauchen Unterstützung – so hilft die IGFM

Die Flüchtlinge sind glücklich, dass sie dem Islamischen Staat entronnen sind. Nun leben sie im besten Fall in Containern, meistens aber in schimmelnden Zelten oder sogar Rohbauten, Bauruinen und Garagen. Sie brauchen Hilfe – dringend!

Die Grausamkeiten des „Islamischen Staates“ – und anderer islamistischer Milizen – nehmen im Irak und in Syrien kein Ende. Enthauptungen und vor allem der gezielte Massenmord an Minderheiten verbreiteten Angst und Schrecken. Tausende unbewaffnete irakische Jesiden, Christen und Schiiten wurden von den Kämpfern des „Islamischen Staates“ niedergemetzelt, ihre Frauen und Töchter als „Sklavinnen“ verkauft. Hunderttausende versuchten schließlich, durch die Flucht in die von Kurden gehaltenen Bergregionen im Nordirak, ihr Leben zu retten. Doch diese Massenflucht übersteigt trotz aller internationalen Hilfe die Möglichkeiten der kurdischen Behörden. Sie übersteigt sogar die Möglichkeiten der großen Hilfsinstitutionen, die in ausgedehnten Flüchtlingslagern hunderttausende Menschen mit dem Nötigsten versorgen.

Bitte helfen Sie mit!

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Im kurdischen Nordirak gibt es zurzeit um die Millionenstadt Dohuk 20 Flüchtlingslager für 450.000 Jesiden und kleinere Lager für ca. 50.000 Christen. Doch viele weitere, die vor dem Islamischen Staat (IS) fliehen mussten, konnten dort bisher nicht unterkommen und leben weiterhin in schwierigsten Bedingungen unter Zeltplanen, in Rohbauten, unter Brücken und sogar auf Friedhöfen. IGFM-Mitglieder und Helfer verteilen dort Hilfe, wo sie besonders nötig ist. Mit im Team sind auch vom IS verschleppte und wieder befreite Frauen, die sich mit der IGFM für andere Hilfsbedürftige einsetzten.

Hilfe für Behinderte, Verletzte, Kranke

Besondere Hilfe brauchen Behinderte, Kriegsverletzte und Kranke – aber auch deren Familien. Die IGFM unterstützt sie mit orthopädischen Hilfsmitteln, Krücken, Toilettenstühlen und vor allem Rollstühlen, von denen die IGFM inzwischen mehrere Hundert in den kurdischen Nordirak bringen konnte.

 

Hilfe für Schüler & Studenten

Die Flüchtlingskinder können teilweise im Schichtbetrieb in reguläre örtliche Schulen gehen. Oft sind die Wege dorthin aber zu weit. Abhilfe bringen improvisierte Zeltschulen, in denen Flüchtlinge, die selbst Lehrer sind, ehrenamtlich arbeiten und unterrichten. Die Schüler erhalten von der IGFM nicht nur Schreibzeug, Stifte und anderen Schulbedarf, sondern wenn möglich auch Schuhe und Kleidung. Die IGFM hilft aber auch geflohenen Studenten in den Universitäten im kurdischen Nordirak, damit sie dort ihr Studium abschließen können.

 

Hilfe für Waisenkinder

Trotz der enormen Zahl an Todesopfern haben die allermeisten Kinder überlebende Angehörige, die sich um sie kümmern können. Einige wenige Kinder sind jedoch Vollwaisen, die alle ihre Familienmitglieder verloren haben. Ehrenamtliche der IGFM helfen bei ihrer Versorgung und Betreuung.

 

Hilfe für Schwangere und Kleinkinder

Die hygienischen Bedingungen sind für viele Flüchtlinge prekär. In den inoffiziellen Flüchtlingslagern und den zahllosen jetzt bewohnten Rohbauten gibt es keine Toiletten. Auf die Frage, was neben Kleidung und Schuhen am dringendsten benötigt würde, erhielt die IGFM am häufigsten folgende Antworten: Vitamintabletten für Schwangere, Handcreme, Nagelscheren, Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo & Seife, Waschmittel und Damenbinden. Die IGFM hat kistenweise Hygieneartikel in die Kurdengebiete des Nordirak gebracht. Ehrenamtliche Helferinnen der IGFM gehen von Zelt zu Zelt und informieren über die Wichtigkeit von Vitaminen für Schwangere, um Behinderungen und Komplikationen vorzubeugen.

Feuchtigkeit, Schimmel und Krankheiten

Im Sommer ist es in den Zelten tagsüber oft unerträglich heiß. Nachts und vor allem im Winter führen Kondenswasser, aber auch Tau und Regen in den ungeheizten Zelten zu feuchten Zeltbahnen, klammer Kleidung und Schimmel, der sich immer weiter ausbreitet. Viele Menschen leben auf engstem Raum – ideale Bedingungen für Infektionskrankheiten. Natürlich werden auch Kinder krank, bekommen Durchfall, übergeben sich. Sauberes Wasser und Waschmöglichkeiten sind unabdingbar – außerdem Waschmaschinen!

Waschmaschinen!

Damit Kleidung und Bettwäsche wirklich sauber werden und bleiben, sind Waschmaschinen dringend nötig und ein wichtiger Faktor für die Gesundheit der Flüchtlinge. Die IGFM hat daher gespendete und gebraucht erworbene Waschmaschinen zu den Flüchtlingen gebracht und Absprachen getroffen, dass sie möglichst vielen Menschen zu Gute kommen.

 

 

Nähmaschinen und Nähwerkstatt für Flüchtlinge

Die IGFM hat bereits auf mehreren Hilfstransporten in den kurdischen Nordirak Nähmaschinen mitgebracht, damit die Flüchtlinge die Möglichkeit bekommen, Kleidung, Bettwäsche und andere Textilien selbst zu reparieren. Wegen des großen Bedarfs hat sich die IGFM entschlossen, in einem Flüchtlingslager nahe der nordirakischen Millionenstadt Dohuk eine kleine Nähwerkstatt aufzubauen. Darin sollen Frauen unter Anleitung eines Schneiders oder einer Schneiderin auch die traditionelle weiße Kleidung und Schuluniformen nähen lernen und Aufträge annehmen können. Die IGFM brachte dazu neben normalen Nähmaschinen auch mehrere größere Industrienähmaschinen ins Flüchtlingslager. Die IGFM und die Flüchtlinge vor Ort freuen sich über weitere Spenden von Stoffballen, Nähmaschinen und weiterem Zubehör. Im Bild: Das Ausladen der Maschinen in einen Arbeitscontainer.

 

Hilfe für obdachlose Flüchtlinge

Viele Christen und Jesiden fürchten sich davor, in den großen Flüchtlingslagern zusammen mit sunnitischen Flüchtlingen Schutz zu suchen. Der Grund dafür ist, dass sich nach den militärischen Erfolgen des „Islamischen Staates“ mehrfach sunnitische Nachbarn an Plünderungen, Menschenjagden und Morden radikaler Islamisten beteiligten – auch in Orten, an denen Christen und Jesiden bisher friedlich mit ihren sunnitisch-muslimischen Nachbarn zusammenlebten. Unter den Minderheiten geht die Furcht um, dass unter den sunnitischen Flüchtlingen eine große Zahl von Familien ist, die mit dem „Islamischen Staat“ sympathisiert. Ein Teil dieser Sunniten ist angeblich nicht vor den Extremisten geflohen, sondern allein vor den Kampfhandlungen. Christen und Jesiden leben daher wenn möglich in getrennten Flüchtlingslagern – oder in Rohbauten und Ruinen. Die Transporte der IGFM werden deshalb vor Ort auf kleinere Fahrzeuge umgeladen und zu diesen Flüchtlingen gebracht.

 

Kleidung und Schuhe

Viele dieser Menschen mussten alles, was ihnen lieb und teuer war, zurücklassen und haben nur, was sie am Leib trugen oder was sie seither von Hilfsorganisationen erhalten haben. In den Bergen des Nordirak wird es nachts kalt, im Winter fällt Schnee. Kälte, Nässe und Matsch bestimmen dann den Lebensalltag. Sandalen, Flip-Flops und zerschlissene Schuhe prägen das Bild. Insbesondere Kinderschuhe sind ein großes Problem. Die IGFM hat daher neben passender Kleidung vor allem Schuhe in den Nordirak transportiert. Die Ausgabe und Anprobe von Hilfsgütern ist in Schulen oft am einfachsten. Die Schüler erhalten von der IGFM neben dem Schulbedarf daher auch Schuhe und Kleidung. Bisher konnte die IGFM mehreren tausend Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen.

IGFM-Mitarbeiter Khalil Al-Rasho ist selbst Jeside. Das Bild zeigt ihn bei der Ausgabe von Schuhen und anderen Hilfsgütern an einer Schule – dort sind die Ausgabe und Anprobe von Hilfsgütern am einfachsten. Die Schüler erhalten von der IGFM nicht nur Schuhe, sondern auch warme Kleidung und Schulsachen. Bisher konnte die IGFM mehreren tausend Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen helfen.

 

Traumatisierte Mädchen und Frauen unterstützen

Das Land Baden-Württemberg hat im Rahmen eines Sonderprogramms 1.000 Frauen und Mädchen, die vom Islamischen Staat versklavt wurden, Aufnahme in Deutschland gegeben. Außerdem ihren Kindern – sofern sie Kinder haben und diese die Sklaverei überlebt haben. Bisher sind 1.100 Frauen und Kinder aufgenommen worden. Obwohl das Kontingent ausgeschöpft ist, werden über Ausnahmeregelungen weiter einzelne ehemalige Sklavinnen aufgenommen. Auch Niedersachsen hat inzwischen 60 von ihnen aufgenommen. 

Sie sollen die Chance erhalten, mit Therapien ihre Traumata zu überwinden. Ein Sonderbleiberecht soll ihnen Möglichkeiten eröffnen, ein selbstbestimmtes neues Leben zu beginnen. Die überwiegende Zahl der bisher aufgenommenen Frauen sind Jesidinnen, aber es gibt auch sehr vereinzelt Christinnen und Schiitinnen, die von IS-Kämpfern missbraucht und ausgebeutet wurden. 

Die IGFM unterstützt in Deutschland insgesamt 300 ehemalige Sklavinnen. 40 davon werden von der IGFM näher betreut. Sie alle wollen so weit weg vom Islamischen Staat wie irgend möglich. Doch nicht alle können sich ein Leben in der Fremde vorstellen. Einige möchten bei ihren Familien im kurdischen Nordirak bleiben. Auch dort hilft die IGFM. Eine Reihe ehemaliger Sklavinnen engagiert sich ihrerseits im Team der IGFM. 

Bitte helfen Sie mit!

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