Irak: Christen und Jesiden - wohin sollen sie jetzt noch fliehen?

Brennende Kirche in Mossul

"Unsere Zukunft ist abhängig vom Willen der islamischen Mehrheit. Wir sind beunruhigt über das Anwachsen des religiösen Extremismus und des politischen Islam. Extremisten sind eine große Gefahr für die gesamte Welt. Ihre Strategie ist es, ihre Regeln dort durchzusetzen und heimisch zu machen, wo sie sich aufhalten.… Im Irak geht die Zahl der Christen kontinuierlich zurück. Vielleicht werden sie unter dem Druck der fortgesetzten Verfolgung verschwinden. Drohungen und Gewalt lassen ihnen keine Wahl: Sofortiger Übertritt zum Islam oder Überschreibung des Eigentums und Verlassen der Heimat oder einen Geldtribut zur Unterstützung des Jihad, wenn sie dem Tode entgehen wollen."

Vorausschauende Worte von Erzbischof Dr. Louis Sako, damals in Kirkuk – heute Patriach Raphael I – bei einem Besuch der IGFM vor vier Jahren. Die islamische Terrororganisation ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien) will einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat mit Gewalt durchsetzen. Ein der IGFM vorliegendes Video zeigt Vermummte im Mordrausch, wie sie darum streiten, wer die erste Salve auf am Boden liegende Männer abgeben darf. Wer sich an Kontrollposten nicht im Sinne der Terroristen zum Islam bekennt, wird kaltblütig erschossen, Kinder vor den Augen der Eltern und dann diese. Wo sie herrschen, dürfen Frauen die Häuser nicht mehr verlassen. Ist das die Zukunft der islamischen Länder, vertreten in der UNO und im Menschenrechtsrat?

Drei Jahre hatte die IGFM zwischen 2011 und 2013 in einem vom Institut für Auslandsbeziehungen (IFA) geförderten Projekt erfolgreich Christen, Muslime und Jesiden in der Ninive-Ebene an einen Tisch gebracht, damit sie ihr zukünftiges Zusammenleben gemeinsam planen, statt sich argwöhnig und feindlich zu begegnen. ISIS hat das alles zerstört. Die Menschen fliehen nach Kurdistan, nach Bagdad und viele hoffen, Schutz in den Klöstern in den Bergen zu finden, die seit Jahrhunderten schon immer erste Anlaufstelle für Flüchtlinge waren. Das Kloster Deir Al- Sayida in der Nähe der christlichen Stadt Alqosh ist ein solches Kloster. Nun aber sind die Flüchtlingsmassen unüberschaubar groß. Das Kloster braucht dringend finanzielle Hilfe. Dafür erbitten wir Ihre Solidarität. Geben wir den Christen Hoffnung auf die Chance, in ihrer Heimat bleiben zu können!

 

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