Religiöse Konflikte als Fluchtursache unterschätzt

Beauftragter für Religionsfreiheit kann zur Beseitigung von Fluchtursachen beitragen – Jahrbücher zu Religionsfreiheit und Christenverfolgung 2017 in Berlin vorgestellt

Das Bild zeigt das Kreuz an einer geplünderten Kirche im irakischen Batnaya. Islamisten konnten die aufgeschweißten Kreuze nicht abreißen – nur „durchstreichen“.

Berlin (8. November 2017) – Eine der wichtigsten Ursachen für Elend und Flucht von Millionen Menschen wird nach Überzeugung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) weitgehend ausgeblendet. Sowohl religiöser Extremismus als auch tiefliegende Spannungen zwischen Religionsgruppen verursachen oder verschärfen weltweit Diskriminierung, Gewalt und zum Teil schwerste Menschenrechtsverletzungen an Minderheiten. Eine Verringerung solcher Spannungen sei möglich, betont Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Ein wichtiger Beitrag Deutschlands zur Überwindung dieser Fluchtursachen sei die Berufung und das Wirken eines Beauftragten für Religionsfreiheit durch die Bundesregierung.

Anlass für die Forderung der IGFM ist die heutige Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit 2017“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2017“ in einem insgesamt 628 Seiten starken Wendebuch. Darin enthalten sind eine Vielzahl von Beiträgen zu verschiedenen Ländern und Konflikten, aber auch zu Möglichkeiten, Probleme zu überwinden.

Beide Jahrbücher werden von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, dem Internationalen Institut für Religionsfreiheit und den Arbeitskreisen zur Religionsfreiheit der drei deutschsprachigen Allianzen, der Deutschen Evangelischen Allianz, der Schweizerischen Evangelischen Allianz und der Österreichischen Evangelischen Allianz herausgegeben.

Die Opfer gehören verschiedenen Religionen an

Das Jahrbuch Religionsfreiheit spiegelt die Vielfalt und Bedrohung durch religiös motivierte oder staatlich initiierte Verfolgung und Diskriminierung wider. Federführend dabei ist der Ethiker Prof. Thomas Schirrmacher, der selbst jahrelange praktische Erfahrung im interreligiösen Dialog hat und als Präsident des Internationalen Rates der IGFM fast alle beschriebenen Länder aus eigener Erfahrung kennt.

Weltweit werden Millionen Menschen auf Grund ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt oder sogar getötet. Die Situation ist vor allem für Minderheiten in vielen Ländern dramatisch schlecht. Opfer sind Menschen aus unterschiedlichen Religionen. Die Täter sind einerseits politisch Mächtige in Diktaturen wie z.B. Nordkorea, China und Vietnam. Andererseits verfolgen religiöse Fanatiker wie Islamisten, Hindu-Extremisten oder auch militante Buddhisten religiöse Minderheiten. Zu den bekanntesten Opfergruppen zählen z.B. orientalische und afrikanische Christen, Jesiden, Baha’i, muslimische Rohingya, Sufis und Ahmadiyya-Muslime. Weitere Beispiele für religiös motivierte Menschenrechtsverletzungen sind die blutigen Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten im Irak und in Syrien. Und doch gebe es Grund zur Hoffnung, wenn es gelingt, die moderaten Kräfte zu unterstützen, betont die IGFM.


Kostenfrei zum Download:


Jahrbuch Religionsfreiheit 2017
[Jahrbuch Religionsfreiheit 2017 als pdf-Datei, 3,2 MB ...]
[Cover des Jahrbuchs Religionsfreiheit 360 kB]

Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2017
[Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2017 als pdf, 6,9 MB ...]
[Cover Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2017: 318 kB]


Bibliografische Angaben:

Thomas Schirrmacher, Max Klingberg (Hg.). Jahrbuch Verfolgung und Diskriminierung von Christen 2017. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 29. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2017. ISBN 978-3-86269-146-3. Pb. 415 S.

Thomas Schirrmacher, Max Klingberg (Hg.). Jahrbuch Religionsfreiheit 2017. Studien zur Religionsfreiheit Bd. 30. Verlag für Kultur und Wissenschaft: Bonn, 2017. ISBN 978-3-86269-147-0. Pb. 213 S.


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