Russland: Oleg Sentsov noch während der Fußball-WM freilassen!

IGFM: Russland soll ein positives Signal senden

Der renommierte Regisseur Oleg Sentsov ist seit 2014 im russischen Lefortowo-Gefängnis in Untersuchungshaft.

Frankfurt am Main / Moskau (18. Juni 2018) – Der hessische CDU-Europaabgeordnete Michael Gahler und der Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), Martin Lessenthin, haben Russland aufgefordert, „als Geste des guten Willens“ während der Fußball-WM den ukrainischen politischen Gefangenen Oleg Sentsov freizulassen. Der renommierte Regisseur Sentsov ist seit 2014 in russischen Gefängnissen inhaftiert, weil er sich gegen die Annektion der Krim engagierte. Russland solle ein positives Signal an die Weltgemeinschaft senden, so die IGFM.

„Oleg Sentsov hat sich nichts zu Schulden kommen lassen und muss sofort freigelassen werden. Wie in Unrechtsstaaten üblich,ist der wirkliche Grund für seine Verurteilung und Gefangenschaft die politische Aktivität des Angeklagten gegen die illegale russische Annexion der Krim!“, bekräftigte Gahler, der sich als politischer Pate mit der IGFM für den ukrainischen Regisseur engagiert.

Der russische Geheimdienst FSB verhaftete Sentsov am 10. Mai 2014 und brachte ihn in das Moskauer Lefortowo-Gefängnis. Ihm wird die „Planung terroristischer Handlungen“ vorgeworfen. Der FSB behauptete, dass er Terroranschläge auf Brücken, Stromleitungen und öffentliche Denkmäler vorbereitet haben soll. Seit Mai 2014 sitzt Sentsov in Untersuchungshaft. Er bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Für den Fall einer Verurteilung drohen Sentsov bis zu 20 Jahre Haft. Die Europäische Filmakademie (EFA) fordert in einer Erklärung vom 19. Mai 2014 die sofortige Freilassung Sentsovs.

Sentsov wurde mehrfach gefoltert. Sicherheitskräfte schlugen ihn im Gefängnis wiederholt und drohten ihm mit Vergewaltigung. Auch Personen aus seinem Umfeld, die ebenfalls verhaftet wurden, geben an, gefoltert worden zu sein. Sentsov befürchtet, dass die unter Folter erzwungenen Aussagen in einem eventuellen Verfahren gegen ihn und seine Bekannten verwendet werden könnten. Der Besuch von Angehörigen wird Sentsov im Gefängnis verweigert.

Oleg Sentsov wurde am 13. Juli 1976 in der Ukraine in der Stadt Simferopol auf der Halbinsel Krim geboren. Er studierte unter anderem Filmregie und Drehbuch in Moskau. 2011 schaffte er seinen Durchbruch mit dem Spielfilm „Gamer“ beim Rotterdam International Film Festival. Nach dem Ausbruch der Euromaidanproteste im November 2013 wurde Sentsov Mitglied der Protestbewegung „AutoMaidan“. In der folgenden Krimkrise 2014 schickte er Nahrungsmittel an Ukrainer, die auf der besetzten Krim festsaßen. Sentsov sprach sich mehrfach öffentlich gegen die Annexion der Krimhalbinsel durch Russland aus.
 

Weitere Infos zu Menschenrechten in Russland

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