/Eritreerin seit 2005 ohne Anklage im Gefängnis

Eritreerin seit 2005 ohne Anklage im Gefängnis

Twen Theodros

Eritreische Christin „Esther“ seit 2005 hinter Gittern

Zur „Gefangenen des Monats Juli 2019“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die Christin Twen Theodros aus Eritrea benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die Langzeitinhaftierte einzusetzen. Im Jahr 2010 erschien das Buch „Mein Lied klingt aus der Nacht“ (englischer Originaltitel „Song of the Nightingale“) der Gospelsängerin Helen Berhane (Stephanuspreisträgerin 2007), in dem sie von der unerschütterlichen Mitgefangenen „Esther“ berichtet. Diese ließ sich an ihrer Stelle von den Wärtern misshandeln. „Esther“ ist in Wirklichkeit die 1981 geborene Twen Theodros.

Sie wurde erstmals 2004 inhaftiert, kam aber frei, nachdem ihr Vater den Behörden versicherte, sie werde den Kontakt zur Untergrundkirche abbrechen und nicht weiter missionieren. Im Jahr darauf wurde sie jedoch bei einem Abendgebetstreffen abermals festgenommen. Sie weigerte sich nach der wiederholten Inhaftierung, ihrem Glauben abzuschwören und sitzt seither ohne Gerichtsverfahren hinter Gittern. Die Behörden ließen sie in ein Gefängnis überführen, das in Eritrea für seine harten Haftbedingungen besonders berüchtigt war und mittlerweile geschlossen wurde. Inzwischen verbringt Theodros ihre Haft in einem Gefangenenlager in der Nähe der Hauptstadt.

Appellvorschlag

An
Staatspräsident Isayas Afewerki
Via Botschaft des Staates Eritrea
Stavangerstraße 18
10439 Berlin
Fax 0049 (0)30 44674621
E-Mail: embassyeritrea@t-online.de

Sehr geehrter Herr Staatspräsident,

ich wende mich an Sie, um auf das Schicksal der Eritreerin Twen Theodros aufmerksam zu machen. Die Christin ist seit 2005 ohne Gerichtsverfahren in Haft. Sicherheitskräfte nahmen sie damals bei einem Abendgebetstreffen fest. Die Behörden forderten von ihr, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Sie weigert sich jedoch, obwohl sie zeitweise unmenschliche Haftbedingungen und Misshandlungen erlitten hat.

Herr Präsident, die Teilnahme an friedlichen religiösen Zusammenkünften gehört zum Kern des Rechtes auf Religionsfreiheit, das auch Eritrea 2002 mit der Ratifizierung des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte vertraglich garantiert. Die Festnahme und lange Gefangenschaft von Twen Theodros ohne ein Verfahren missachtet diesen völkerrechtlich bindenden Vertrag. Ich bitte daher um die sofortige Freilassung der Gefangenen.

Mit freundlichen Grüßen

Weitere Infos zum Thema Religionsfreiheit