20 Menschenrechtsblogger aus 7 Ländern Osteuropas eröffnen länderübergreifende Plattform

Junge Menschenrechtler aus sieben IGFM-Sektionen haben zusammen mit der IGFM in Deutschland eine länderübergreifenden Plattform für Menschenrechte eröffnet: www.humanrights-online.org

20 junge Menschenrechtler aus sieben Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben eine gemeinsame, länderübergreifende Menschenrechtsplattform gegründet. Sie ermöglicht es den beteiligten Bloggern, frei über die Probleme in ihren Ländern zu berichten, über Menschenrechte zu informieren und sich auszutauschen. Das Projekt der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist weltweit einmalig, denn es verbindet junge Menschenrechtler, deren Heimatländer zum Teil auch untereinander Konflikte austragen, wie Russland und die Ukraine oder Armenien und Aserbaidschan. Beteiligt waren neben Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der deutschen IGFM-Sektion Vertreter aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldau, der Ukraine, Russland und Weißrussland.

Neue Webseite für Menschenrechtler 

Die Blogger trafen sich zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in der Geschäftsstelle der IGFM in Frankfurt am Main, um ihre neue Internetplattform www.humanrights-online.org vorzustellen. „Human Rights Online“ ist eine interaktive Webseite, die es Menschenrechtsaktivisten ermöglicht, eigene Beiträge, Bilder, Videos und 360° Fotos zu veröffentlichen. Es ist ein Projekt der IGFM, um den Aufbau der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und in Russland zu unterstützen. Fremdsprachige Texte auf der Seite können automatisch übersetzt werden. Auf diese Weise bietet sich eine Möglichkeit für einen echten und freien Austausch sowie eine Zusammenarbeit von Menschenrechtsinteressierten verschiedener Nationalitäten mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Ein Schritt vorwärts in dieser von Konflikten zerrissenen Region. 

Einmaliges Projekt 25 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion

Der Anlass dafür sind die gewaltigen Umwälzungen, die vor 25 Jahren Osteuropa erschütterten: Am 8. Dezember 1991 unterzeichneten die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands den sogenannten Vertrag von Minsk, in dem die Auflösung der Sowjetunion festgehalten wurde. Doch die Altlasten von 70 Jahren kommunistischer Diktatur wirken bis heute nach. Frühere Funktionäre der Kommunistischen Partei behielten in den Nachfolgestaaten die Macht. Einzelnen gelang es, sich unrechtmäßig große Teile des staatlichen Vermögens anzueignen. Das Fundament für das Fortbestehen von Korruption und Willkür war damit gelegt. 

Neuer Aufbruch durch junge Menschenrechtsaktivisten

Die Hoffnung, dass diese Probleme doch noch überwunden werden können, ruht vor allem auf der jüngeren Generation. Aus diesem Grund waren mit den Sektionsleitern jeweils junge Mitglieder aus den teilnehmenden Ländern angereist. Das Internet ist gegenwärtig „die einzige ökologische Nische der Meinungsfreiheit“ und daher der einzige Boden, auf dem sich die Zivilgesellschaften Osteuropas entwickeln könnten. Es ist auch die einzige Möglichkeit, die Spannungen zwischen den Gesellschaften der einzelnen Staaten langfristig zu überwinden. 

Abschluss-Workshop nach fünf Monaten Arbeit

Das Treffen vom 7. bis zum 10. Dezember in der IGFM-Geschäftsstelle in Frankfurt war der Abschluss einer fünf Monate dauernden gemeinsamen Arbeit. Vorangegangen waren Seminare und Workshops in jedem einzelnen der beteiligten Länder. Der Workshop war die letzte Gelegenheit vor der Freischaltung der Seite Vorschläge einzubringen, Fragen über Nutzung und Bedienung der Seite zu klären und sich über Inhalte, Textformen und das Layout auszutauschen. Mit dabei war der Programmierer Philipp Kleindienst, der Hauptentwickler der Webseite. 

Höhepunkt war eine gemeinsame Pressekonferenz am Tag der Menschenrechte in Frankfurt, in der die neue Plattform vorgestellt wurde. Gast war Martina Feldmayer, MdL (Bündnis 90/Die Grünen) aus Frankfurt am Main. Sie ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen in Hessen, Menschenrechtsaktivistin und langjährige Kennerin der Situation in Osteuropa. 

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