Frankfurt: IGFM Mahnwache: „Menschenrechte gelten überall – auch in Nordkorea“

Zahlreiche Menschen konnten zu einer Unterschrift bewegt werden.

Am 06.07.2016 demonstrierten Freiwillige der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Im Eingangsbereich der Mensa kamen zahlreiche Studenten und Studentinnen zum Infostand der IGFM, um sich über die dramatische Menschenrechtslage in Nordkorea und China zu informieren. "Kommen Sie bitte noch mal mit weiteren Themen bei uns vorbei, um noch mehr junge Leute auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen!" merkte eine Standbesucherin an. "Eine tolle Möglichkeit, mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und Meinungen auszutauschen" kommentierte ein IGFM-Teammitglied die Veranstaltung.

In Nordkorea werden noch immer über 150.000 Menschen in Lagern willkürlich als Arbeitssklaven gefangen gehalten. Flüchtlinge berichten von Folter, Vergewaltigungen und öffentlichen Hinrichtungen – ohne faire Gerichtsverfahren und oft ausschließlich nach Gutdünken der Wächter. Die meisten der Gefangenen sterben bereits weit vor dem 50sten Lebensjahr an den Folgen von chronischem Hunger und Überarbeitung. Tausende Nordkoreaner wagen jedes Jahr die Flucht in das benachbarte China, um Hunger und Verfolgung zu entkommen. Doch die Volksrepublik liefert alle aufgegriffenen Flüchtlinge aus. In Nordkorea erwarten sie Folter und Tod.

Sechs Hauptlager, bis zu 250.000 Gefangene – Pastor Hyeon Soo Lim ist einer von ihnen
In Nordkorea sind sechs außerordentlich große Hauptlager bekannt, daneben etwa 200 kleinere Nebenlager und andere Strafeinrichtungen. Die exakte Zahl der Häftlinge ist unbekannt, die Schätzungen der Vereinten Nationen und anderer Institutionen schwanken zwischen 154.000 und 250.000 Menschen, die aus nichtigen Gründen – oder völlig ohne Grund – ein Sklavendasein fristen. Manche sind in Haft, weil Vorfahren von ihnen aus Südkorea stammten, andere weil Familienangehörige nach China geflohen sind oder weil sie ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrgenommen haben. So auch Pastor Hyeon Soon Lim. Er wurde im Dezember 2015 wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

China bricht Völkerrecht 
Mit der Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge in ihr Herkunftsland bricht China bindendes Völkervertragsrecht. China ratifizierte beide Abkommen der Genfer Flüchtlingskonvention aus den Jahren 1951 und 1967. 

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