Heidelberg: IGFM Mahnwache: "Einsatz für die Rechte der nordkoreanischen Arbeitssklaven"

Am 11.08.2016 demonstrierten Freiwillige der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte in der Heidelberger Innenstadt. Es kamen zahlreiche Menschen an den Infostand der IGFM, um sich über die Menschenrechtslage in Nordkorea zu informieren. Vor allem die Geschichte des kanadischen Pastors Hyeon Soo Lim, der momentan in Nordkorea inhaftiert ist, bewegte die Heidelberger sehr. "Unfassbar, dass heutzutage noch Personen, die Menschen in Not helfen, von diesem grausamen Regime inhaftiert und strafrechtlich verfolgt werden!", merkte eine Standbesucherin an. Weitere Themen waren die menschenverachtende Abschiebepraxis Chinas, nordkoreanische Flüchtlinge sofort zurück nach Nordkorea abzuschieben, wo sie Folter und Tod erwarten sowie der Einsatz nordkoreanischer Arbeitssklaven in der EU (Polen und Malta). Nach heftiger Kritik der IGFM und der Ankündigung einer öffentlichen Erklärung zur Ausbeutung von Sklavenarbeitern auf Malta, hat die maltesische Regierung am 27. Juli 2016 bekannt gegeben, dass keine Arbeitsvisa mehr an nordkoreanische Staatsbürger vergeben werden. Weshalb sollte dies also nicht auch in Polen möglich sein?

In Nordkorea werden noch immer über 150.000 Menschen in Lagern willkürlich als Arbeitssklaven gefangen gehalten. Flüchtlinge berichten von Folter, Vergewaltigungen und öffentlichen Hinrichtungen – ohne faire Gerichtsverfahren und oft ausschließlich nach Gutdünken der Wächter. Die meisten der Gefangenen sterben bereits weit vor dem 50sten Lebensjahr an den Folgen von chronischem Hunger und Überarbeitung. Tausende Nordkoreaner wagen jedes Jahr die Flucht in das benachbarte China, um Hunger und Verfolgung zu entkommen. Doch die Volksrepublik liefert alle aufgegriffenen Flüchtlinge aus. In Nordkorea erwarten sie Folter und Tod.

Sechs Hauptlager, bis zu 250.000 Gefangene – Pastor Hyeon Soo Lim ist einer von ihnen
In Nordkorea sind sechs außerordentlich große Hauptlager bekannt, daneben etwa 200 kleinere Nebenlager und andere Strafeinrichtungen. Die exakte Zahl der Häftlinge ist unbekannt, die Schätzungen der Vereinten Nationen und anderer Institutionen schwanken zwischen 154.000 und 250.000 Menschen, die aus nichtigen Gründen – oder völlig ohne Grund – ein Sklavendasein fristen. Manche sind in Haft, weil Vorfahren von ihnen aus Südkorea stammten, andere weil Familienangehörige nach China geflohen sind oder weil sie ihr Recht auf Religionsfreiheit wahrgenommen haben. So auch Pastor Hyeon Soon Lim. Er wurde im Dezember 2015 wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

China bricht Völkerrecht 
Mit der Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge in ihr Herkunftsland bricht China bindendes Völkervertragsrecht. China ratifizierte beide Abkommen der Genfer Flüchtlingskonvention aus den Jahren 1951 und 1967.

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Standbesucher beim Unterschreiben einer Petition.
Eine Standbetreuerin stellt einem Passanten eine Infobroschüre zu Nordkorea vor.
Ein Standbesucher im informativen Austausch mit einem Freiwilligen der IGFM.
Das Team der IGFM vor der Statue von Robert Wilhelm Bunsen.
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