„Gebt verschleppten Mädchen und Frauen ein Gesicht und eine Stimme“

03. August 2016 IGFM bei Gedenk-Kundgebung in Mainz

Herr Karl Hafen, ehemaliger Geschäftsführer der IGFM, verliest einen Zeugenbericht einer Jesidin.

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Genozids im Irak (Shingal) an Eziden, Christen und anderen Minderheiten durch Verbrecher des sog. IS kamen ca. 150 Personen, darunter mehrheitlich Jesiden, aber auch Christen und Aramäer aus Syrien, dem Irak und Deutschland in Mainz bei einer Kundgebung auf dem Ernst-Ludwig-Platz zusammen, um der Opfer zu gedenken und an sie zu erinnern. Aufgerufen dazu hatte die Ezidische Gemeinde Rheinland-Pfalz e.V. Viele in Deutschland lebende Jesiden, Vertreter des Vereins, der Christlich-Ezidischen Gesellschaft (CEG), der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte- IGFM und der FDP Politiker Tobias Huch erinnerten an den Genozid am 03. August 2014 und das ungeklärte Schicksal von mehr als 3000 verschleppten jesidischen Frauen und Mädchen, die noch immer von der Terrororganisation als Sklavinnen missbraucht, vergewaltigt und schrecklich misshandelt werden und forderten mehr Aktivitäten zum Schutz der Frauen durch die Politik. 

Zwischendurch sang eine Jesidin berührende Trauerlieder ihrer Religionsgemeinschaft. Die Teilnehmer hielten Schilder in den Händen, auf denen zum Beispiel stand „Gebt verschleppten Mädchen und Frauen ein Gesicht und eine Stimme“ oder “Schutzzone für Eziden und Christen“. Karl Hafen, scheidender Geschäftsführer der IGFM schilderte beispielhaft das Martyrium, das eine junge Jesidin bis zu ihrer Flucht in den Händen des sog. IS erleiden musste. Das zu verarbeiten sei nur schwer und ohne professionelle psychologische Hilfe kaum zu bewältigen. 

Carmen Jondral-Schuler appellierte an Ministerpräsidentin Dreyer, in Rheinland-Pfalz ein Sonderkontingent für geflüchtete Frauen einzurichten.

IGFM Vorstandsmitglied Carmen Jondral-Schuler appellierte an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, in Rheinland-Pfalz ein Sonderkontingent Flüchtlinge analog des Programms in Badem-Württemberg einzurichten, in dem besonders traumatisierten Frauen und Mädchen geholfen werden könnte. Die ablehnende Begründung der Staatskanzlei sei nicht hinzunehmen, denn es ginge um Menschenleben. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hat sich schon vor dem Überfall im Juli 2014 besorgt über die Situation der Minderheiten in Syrien und dem Irak geäußert und seinerzeit in ihrer Mitgliederzeitschrift gefragt „Wohin sollen sie noch fliehen?“ Durch den Vorsitzenden der Ezidischen Gemeinde Rheinland-Pfalz e.V. Herrn Muhiddin Boga und die IGFM Ehrenvorsitzende Katrin Bornmüller kam es zu einer Kooperation zwischen den beiden Organisationen, aus der inzwischen viele Hilfslieferungen in die Flüchtlingslager zustande gekommen sind. Inzwischen hat die IGFM einen hauptamtlichen Mitarbeiter, den aus dem Irak stammenden, seit vielen Jahren in Deutschland lebenden Khalil Al Rasho, der die Flüchtlingshilfe und die Hilfe für die traumatisierten jesidischen Mädchen und Frauen im Irak koordiniert.

Carmen Jondral-Schuler mit der Petition der IGFM-Sektion in Wittlichfür die Unterstützung ehemaliger Sklavinnen des "Islamischen Staates" (IS).
Teilnehmer der Kundgebung setzen sich für eine Schutzzone für verschleppte Frauen und Kinder ein.
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