Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2016 an Narges Mohammadi

Festliche Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2016: (v.l.) der Oberbürgermeister der Stadt Weimar Stefan Wolf; Europa-Staatsminister Michael Roth MdB (SPD); Taghi Rahmani, der Ehemann der Preisträgerin Narges Mohammadi; die Fernsehjournalistin und Schirmherrin Gundula Gause und Superintendent Henrich Herbst, Mitglied des Vergaberates.


Die Stadt Weimar hat am diesjährigen Internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember 2016, der iranischen Frauenrechtlerin Narges Mohammadi den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen. Da sie selbst im Iran eine 16jährige Haftstrafe ableisten muss, konnte sie nicht anwesend sein. Im Rahmen der Festveranstaltung im Weimarer Stadtschloss hat ihr in Europa lebender Ehemann, selbst ehemaliger politischer Gefangener des iranischen Regimes, an ihrer statt den Preis entgegengenommen.

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Bei der Pressekonferenz zur Preisvergabe: (v.l.) Maede Soltani, die Tochter des im Iran für 13 Jahre inhaftierten Anwalts Abdolfattah Soltani; die Schirmherrin Gundula Gause, Oberbürgermeister der Stadt Weimar Stefan Wolf; Dolmetscher Dr. Mohamad Kashami; Taghi Rahmani, der Ehemann der inhaftierten Preisträgerin Narges Mohammadi; Superintendent Henrich Herbst, Mitglied des Vergaberates und IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.


Die IGFM setzt sich intensiv für die Freilassung der iranischen Frauen- und Bürgerrechtlerin ein. Die Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider (Weimar) und Swen Schulz (Berlin) haben auf Initiative der IGFM politische Patenschaften für Narges Mohammadi übernommen.  Die IGFM informierte am 9. und 10. Dezember in verschiedenen Veranstaltungen in Weimar über die desaströse Menschenrechtslage im Iran. Der Sprecher des IGFM- Vorstands, Martin Lessenthin, berichtete bei der Pressekonferenz und bei der Verleihung im Weimarer Stadtschloss über den Einsatz der Menschenrechtler für Narges Mohammadi sowie die politischen Gefangenen und Glaubensgefangenen im Iran.

[Grußwort von Swen Schulz MdB, SPD zum internationalen Menschenrechtstag 2016 ...]
[Carsten Schneider MdB, SPD übernimmt politische Patenschaft für Narges Mohammadi ...]

 

 

Die Preisträgerin Narges Mohammadi

Narges Mohammadi ist eine der bedeutendsten Frauenrechtlerinnen des Iran. 2012 wurde sie zu sechs Jahren Haft verurteilt. Durch die Haftbedingungen und Misshandlungen verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand so stark, dass sie 2013 auf Kaution freikam. Narges Mohammadi sollte ursprünglich am 3. Mai 2015 noch einmal vor Gericht gestellt werden, die Gerichtsverhandlung wurde aber immer wieder verschoben – meist ohne Angabe von Gründen. Sie sollte wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung angeklagt werden. Im Mai 2016 verurteilte sie die Abteilung 15 des islamischen Revolutionsgerichts in Teheran wegen ihres menschenrechtlichen Engagements zu insgesamt 16 Jahren Haft. Als politische Gefangene wird die Preisträgerin des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2016 von den Gefängniswärtern besonders schlecht behandelt. Ihre zwei Kinder leben bei ihrem Ehemann in Frankreich. Der Kontakt mit ihnen wird willkürlich verboten. Mohammadi war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Einschüchterungsversuchen durch iranische Behördenvertreter. 

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Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth MdB, hielt die Laudatio auf Narges Mohammadi. Er selbst engagiert sich im IGFM-Programm für politische Patenschaften für Jafar Panahi, den international ausgezeichneten und wohl bekanntesten iranischen Filmregisseur und Drehbuchautor. Panahi wurde im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Arbeitsverbot verurteilt.


Menschenrechtspreis der Stadt Weimar

Der seit 1995 verliehene Menschenrechtspreis der Stadt Weimar zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich insbesondere für Freiheit und Gleichheit aller Menschen, die Menschenrechte und die Abschaffung der Todesstrafe einsetzen. Jede/r Bürger/in kann einen Kandidaten vorschlagen. Bisherige Preisträger der jährlich verliehenen Auszeichnung, kommen u. a. aus den Philippinen, Syrien, Kongo und Indien.

Aktive der IGFM im Innenhof des Weimarer Stadtschlosses: Protest für Menschenrechte im Iran.
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