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Blasphemie-Gesetze und Übergriffe – Was tut die IGFM

Anwälte vor einem Gerichtstermin in einem Mordfall wegen angeblicher Blasphemie. Ihre Arbeit hat das Leben einer großen Zahl von Menschen gerettet – doch die Partner und Mitglieder der IGFM in Pakistan riskieren dabei ihr Leben. Sie alle haben vielfach Morddrohungen von Islamisten erhalten. Manche der Anwälte wurden mehrfach körperlich angegriffen.

Blasphemie-Gesetze und Übergriffe – Was tut die IGFM?

Die IGFM setzt sich für Häftlinge ein…

die wegen angeblicher Blasphemie angeklagt sind. Sie tut dies, indem sie international Öffentlichkeit herstellt. Die IGFM setzt sich bei den Regierungen der jeweiligen Staaten für die Freilassung der Opfer ein und informiert Politiker aus europäischen Ländern und Abgeordnete des Europaparlamentes. Zahlreiche Abgeordnete haben sich dadurch langfristig mit der IGFM für einen oder eine Gefangene eingesetzt – oft mit sehr gutem Erfolg.

Die IGFM unterstützt Anwälte…

die bereit sind, Angeklagte in Blasphemie-Fällen zu verteidigen. Die Anwälte gehen dabei ein enormes persönliches Risiko ein. In der Vergangenheit bedrohten islamische Eiferer sogar Richter von Blasphemie-Verfahren mit dem Tod. In mehreren Fällen, sind Anwälte von Islamisten umgebracht worden. In einigen Fällen auch Richter, die die Angeklagten freisprachen.

Die IGFM unterstützt Freigelassene

Wenn ein der Blasphemie Angeklagter aus der Untersuchungshaft entlassen oder freigesprochen wurde, dann ist der oder die Angegriffene nach wie vor in Lebensgefahr. Die Existenz dieser Menschen ist zerstört – sie brauchen Hilfe für einen sicheren Neuanfang in einer anderen Region. Die IGFM unterstützt in Pakistan langjährige Partner, die diese Arbeit übernehmen.

Die IGFM unterstützt Menschen, die fliehen konnten

Ungezählte Menschen sind von islamischen Extremisten ohne Prozess umgebracht worden – bloß aufgrund der Behauptung oder des Gerüchtes, ihre Opfer hätten den Islam „beleidigt“. Viele von Ihnen wurden vor ihrem Tod gefoltert, einige lebendig verbrannt. Beschuldigte, die fliehen konnten, brauchen sofort Hilfe, ein sicheres Übergangsversteck und Hilfe bei einem Neustart, fern ihres alten Wohnortes. Denjenigen, die entkommen konnten, hilft die IGFM, durch finanzielle Unterstützung. Diese Arbeit ist für die Partner der IGFM lebensgefährlich.

Die IGFM unterstützt Angehörige und Hinterbliebene

Ehefrauen und Kinder von Verhafteten stehen mit einem Schlag im Elend. Ebenso Witwen und die Kinder von ermordeten „Blasphemie-Opfern“. Die IGFM hilft wo immer möglich durch finanzielle Unterstützung, dass Angehörige, Hinterbliebene und Waisen eine Chance bekommen und nicht in Schuldsklaverei enden oder Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution werden.

Die IGFM arbeitet für Gesetzesänderungen in den betroffenen Staaten

Die Blasphemie-Gesetze in vielen islamisch geprägten Staaten verletzen international bindende Menschenrechtsverträge. Sie erdrosseln die Meinungsfreiheit und sie legitimieren die Gewalt von Extremisten. Die IGFM bemüht sich daher direkt und mit Hilfe von Politikern und internationalen Gremien, auf die Regierungen der betreffenden Staaten einzuwirken, damit die dortigen Gesetze dem internationalen Recht angepasst werden.

Die IGFM verteidigt die freie Meinungsäußerung

Beispiel „Defamation of Religions“: Ab dem Jahr 1999 versuchten die Regierungen einiger islamischer Staaten jede Kritik an Menschenrechtsverletzungen, die ihre Grundlage im islamischen Rechtssystem (der Scharia) haben, international als „Diffamierung von Religionen“ rechtlich zu verbieten. In den entsprechenden UN-Resolutionen, die diese Regierungen einbrachten, ging es ausschließlich um angebliche Diffamierung des Islam. Die IGFM leistete über zehn Jahre Informations- und Überzeugungsarbeit, bis im Jahr 2010 bei den Vereinten Nationen Vertreter nicht-islamischer Staaten darauf bestanden, dass in einer entsprechenden Resolution nicht nur Kritik am Islam, sondern auch Antisemitismus und Christianophobie verurteilt werden. Die OIC (Organisation der Islamischen Konferenz, heute Organisation für Islamische Zusammenarbeit) hatte versucht, jede Form von Kritik am Islam zu verbieten, selbst an menschenrechtsfeindlichen Gesetzen und Auswüchsen. Diese Unantastbarkeit hatte nach dem Wunsch der OIC ausschließlich für den Islam gelten sollen. Im Jahr 2010 konnte dieser Vorstoß bei den Vereinten Nationen schließlich abgewendet werden.

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