FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 3 – April 2026
Pakistan: Dankbarkeit für die Befreiung

Javed Masih verrichtete vor wenigen Wochen noch diese mühsame Arbeit; Foto. HFO
„Gute Nachrichten: Javed Masih und seine Familie sind zutiefst dankbar und freuen sich, da sie endlich aus der Schuldknechtschaft befreit wurden“, ließ Sajid Christopher von der pakistanischen Partnerorganisation HFO (Human Friends Organization) die IGFM per Kurznachrichtendienst WhatsApp wissen.
„Wir sind schneller als erwartet mit dem Eigentümer der Ziegelei über die Bedingungen der Freilassung übereingekommen und die Familie ist nun mithilfe der IGFM vollkommen frei von der Schuldknechtschaft“, berichtet er weiter. In der März-Ausgabe dieser Mitteilungen baten wir Sie, liebe Freunde, um Unterstützung und diese erreichte uns schnell. Auf diese Weise wurden Javed Masihs sechs Enkelkinder vor Kinderarbeit und endloser Knechtschaft bewahrt. Sie werden nun eine Schulausbildung absolvieren und berufliche Qualifikationen erwerben können.
Die HFO stellte zudem sicher, dass der Auszug aus dem Gelände des Brennofenbetriebs zügig verlief. Sajid Christopher und sein Team verhindern durch Schutzmaßnahmen, dass Manager oder Eigentümer Ablöse einkassieren und die Familie dennoch gefangen halten. „Vielen Dank allen, die dazu beigetragen haben, der gesamten Familie Freiheit, Würde und Sicherheit zurückzugegeben“, schrieb er.
Die Schuldsklaverei und damit auch die ausbeuterischen Kreditvergabepraktiken sind seit mehr als drei Jahrzehnten in Pakistan verboten. Das Gesetz zu ihrer Abschaffung von 1992 stellt diese Praxis sogar unter Strafe: Es drohen zwei bis fünf Jahre Freiheitsentzug sowie Geldstrafen. Die Justiz schaut aber weg, denn dieses Unrecht existiert weiterhin massenhaft. Einigen Untersuchungen zufolge ist in vielen Ziegeleien in der Provinz Punjab nur etwa jeder zehnte Arbeiter legal beschäftigt. Den Kindern der meisten Arbeiter werden grundlegende Rechte wie die auf Bildung, Gesundheit und gesunde Ernährung vorenthalten.
Etwa 60 Prozent der dort Beschäftigten sind Christen, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung hingegen weniger als zwei Prozent ausmacht. Die Kombination aus einem ausbeuterischen System, das weiterhin straffrei fortbestehen kann, und einem Klima der Diskriminierung ist für viele Angehörigen dieser Minderheit fatal. Nach wie vor ist sozialer Aufstieg für sie fast unmöglich.
Die HFO konnte dank der finanziellen Unterstützung der IGFM zudem Imran Patras aus Sheikhupura mit seiner Familie befreien. Patras geriet schon früh in Schuldknechtschaft, weil seine Familie nicht mehr für ihn sorgen konnte. Da auch seine Frau Tania Schwerstarbeit leisten musste, bestand die dringende Gefahr, dass das Wohlergehen ihrer beiden Kinder, des vierjährigen Aryan und der erst ein Jahr alten Kayra, dauerhaft beeinträchtigt wird. „Nachdem der Kredit getilgt war, zogen sie umgehend aus der Unterkunft des Arbeitgebers in eine Mietwohnung und der Vater stellte sich bei einer örtlichen Fabrik als Arbeitskraft vor – der Beginn eines neuen, hoffnungsvollen Lebensabschnitts“, berichtete Christopher.
Wir möchten in der Lage sein, weiteren Familien, deren Kinder besonders gefährdet sind, aus der Schuldknechtschaft herauszuhelfen. Bitte ermöglichen Sie uns dies mit Ihrem Beitrag.
Dieser Artikel wurde publiziert in der April 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
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