Pakistan2026-03-20T23:22:25+01:00

Die Islamische Republik Pakistan– oft auch einfach Pakistan genannt – ist eine parlamentarische Demokratie mit Zweikammersystem. Es leben ca. 254,840 Millionen Menschen in der Republik, die in Südasien gelegen ist und an Iran, Afghanistan, China und Indien grenzt. Der Staat ist im Jahre 1947 aus den mehrheitlichen muslimischen Regionen des damaligen Britisch-Indiens entstanden und rief sich 1956 zu der ersten Islamischen Republik der Welt aus. Heutzutage ist das Land weiterhin von Instabilität geprägt und die Menschenrechtslage ist erschütternd. Vor allem die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit sind in der Ausübung stark eingeschränkt. Die Blasphemiegesetze sind vage ausgelegt, sodass auch friedliche Meinungsäußerungen strafbar gemacht werden können. Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Anwälte werden versucht durch konstante Drohungen einzuschüchtern. Sowohl Minderheitengruppen wie die Ahmadiyya-Muslime als auch Frauen leiden unter systematischen Benachteiligungen, die umgehende Reformen erfordern.

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Menschenrechte in Pakistan

312, 2018

Extremisten bedrohen Richter und Politiker

Extremisten bedrohen Richter und Politiker Blasphemie-Prozesse können nicht nur für die Angeklagten tödliche Folgen haben Islamabad (7. November 2016) – Richter und Anwälte, die in Pakistan mit Blasphemie-Fällen zu tun haben, werden zunehmend bedroht. Damit ist die Unabhängigkeit der Gerichte in diesen heiklen Fällen immer öfter ausgehebelt. Diese Einschätzung vertritt die in Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Der prominenteste Fall ist der der fünffachen christlichen Mutter Asia Bibi. Am 13. Oktober sollte zuletzt über ihren Fall verhandelt werden. Einer der drei Richter an Pakistans Oberstem Gericht, Iqbal Hameed-ur-Rehman, hatte sich erst zum Prozessauftakt für befangen erklärt und am 26. Oktober sein Ausscheiden aus dem Dienst verkündet. Deswegen wird die Berufungsverhandlung verschoben. Islamisten hatten in mehreren Städten die Hinrichtung Asia Bibis gefordert. „Jeder Richter in einem Blasphemie-Verfahren weiß, dass sein Votum für einen Freispruch für ihn und seine Familie mit hoher Wahrscheinlichkeit bedeutet, sich schließlich im Ausland in Sicherheit bringen zu müssen“, erklärte Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands. Wie Augenzeugen der IGFM berichteten, konnten sich einige Islamisten sogar Zugang zum Gerichtssaal verschaffen. Der Gouverneur der Provinz Punjab Salman Taseer setzte sich für Asia Bibi ein und wurde deswegen am 4. Januar 2011 von seinem Leibwächter Mumtaz Qadri mit 28 Schüssen umgebracht. Der Mörder, der zwar am 29. Februar dieses Jahres hingerichtet wurde, kam durch den Bau einer Moschee im Jahr 2014, die seinen Namen trägt, zu hohen Ehren. Hingegen musste Richter Pervez Ali Shah, der Qadri zum Tode verurteilt hatte, im Oktober 2011 mit seiner Familie ins Exil nach Saudi-Arabien gehen, weil Extremisten ihn bedroht hatten. Morde an Verfahrensbeteiligten Weil [...]

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