Stegemann übernimmt politische Patenschaft

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann hat die politische Patenschaft für Maryam Akbari Monfared übernommen. Die Iranerin wurde 2009 zu 15 Jahren Haft verurteilt. Bild: Tobias Koch, privat
Nach 14 Jahren Gefängnis erneut angeklagt
Frankfurt am Main, 11 Juli 2023 – Kampf für Menschenrechte: Bundestagsabgeordneter Albert Stegemann (CDU) setzt sich als politischer Pate für die politische Gefangene Maryam Akbari Monfared ein. Die 1975 geborene Monfared wurde im Jahr 2010 zu 15 Jahren Haft wegen „Krieg gegen Gott“ verurteilt. Jetzt wirft ihr die Staatsanwaltschaft weitere Verbrechen vor.
Die iranische politische Gefangene Maryam Akbari Monfared wurde im Jahr 2009 verhaftet, wird seitdem im Evin-Gefängnis festgehalten und wurde nun erneut willkürlich angeklagt. Die Staatsanwaltschaft klagte sie in diesem Monat aufgrund „Propaganda gegen das System“, „Versammlung und Verschwörung gegen die Sicherheit“, „Veröffentlichung von Lügen“, „Beleidigung Khameneis“ und „Ermutigung der Menschen zur Störung der öffentlichen Ordnung“ an, berichtet die Menschenrechtsorganisation.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die politische Gefangene noch 18 Monate ihrer unrechtmäßigen Gefängnisstrafe vor sich. Die IGFM und Albert Stegemann verurteilen die eindeutig politisch motivierte erneute Anklage und fordern die sofortige Freilassung von Maryam Akbari Monfared.
Schauprozess aufgrund „Krieg gegen Gott“
2010 wurde Maryam Akbari Monfared in einem Schauprozess wegen „Krieg gegen Gott“ zu einer 15-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am 31. August 2020 wurde ein neuer Prozess gegen sie eröffnet, diesmal unter dem Vorwurf der „Störung der Gefängnisordnung“. Angeblich habe Maryam regierungskritische Lieder gesungen. Sie wies darauf hin, dass sie sich lediglich für kranke Mitgefangene eingesetzt habe.
Solidarität mit Monfared
Als Monfared am 9. März 2021 abrupt vom Evin-Gefängnis ins Semnan-Gefängnis im Zentral-Iran verlegt wurde, protestierten Mitgefangene mit einem offenen Brief gegen ihre Verlegung – leider erfolglos. Trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes wird ihr jegliche medizinische Hilfe sowie die Behandlung in einem Krankenhaus verwehrt.
Aufgrund der 180 Kilometer weiten Entfernung von Teheran zum Semnan-Gefängnis, ist es ihren Kindern kaum möglich sie zu besuchen. Die politische Gefangene darf zudem lediglich kurze Telefonate unter Beaufsichtigung führen. Albert Stegemann fordert in einem Appellbrief an iranische Behörden die sofortige Freilassung der iranischen politischen Gefangenen.
Update, August 2023
Im August 2023 wurde sie vom Gericht in Semnan wegen „Verbreitung von Lügen in Sozialen Medien“ zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 15 Millionen Toman (ca. 1000 Euro) verurteilt. Die haltlosen Anschuldigungen haben nach 14 Jahren Haft zu einer willkürlichen Haftverlängerung für Maryam Akbari Monfared geführt.

Die Menschenrechtsaktivistin Maryam Akbari Monfared